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Rursee in FlammenBesucher erlebten in Rurberg einen magischen Sommerabend

7 min
Das Feuerwerk spiegelt sich auf der Wasseroberfläche, auf der mit Lichtern geschmückte Boote schwimmen.

Optischer Höhepunkt von „Rursee in Flammen“ war das namensgebende Höhenfeuerwerk am Samstagabend.

Neben dem Feuerwerk über dem Rursee gab es viele Attraktionen für die mehr als 50.000 Besucher, die das viertägige Volksfest in Rurberg besuchten.   

Ein lauter Knall brachte am späten Samstagabend auf dem weitläufigen Gelände rund um den Rursee alle zuvor geführten Gespräche mit einem Schlag zum Verstummen. Erwartungsvoll richteten sich zehntausende Augenpaare auf den nahe gelegenen Damm, und schon kündigte der erste kleine Goldregen den optischen Höhepunkt des „Rursee in Flammen“-Festivals an.

Männer in weiß-schwarzen Uniformen musizieren auf einem Platz.

Dank der Hurricane Brassband war nicht nur auf den beiden Bühnen, sondern auf dem gesamten Rurseegelände für musikalische Unterhaltung gesorgt.

„Seit fünf Jahren kommen wir immer in den Sommerferien hierher, um das Feuerwerk zu sehen“, berichtete Hans-Peter Blankenheim, der mit seiner Ehefrau fast zwei Stunden Anfahrt bis in den Simmerather Ortsteil auf sich genommen hatte: „Damals haben wir hier in der Nähe unsere Tochter besucht, die uns dann hierher mitgenommen hat. Und seitdem haben wir hier schon unseren Stammplatz, von wo aus wir die beste Sicht auf den See und das Feuerwerk haben.“

Der Himmel über Rurberg erstrahlte in bunten Lichtern

Die Vorfreude sollte auch am Samstagabend nicht enttäuscht werden, denn erneut hatten die Organisatoren ein farbenprächtiges Spektakel vorbereitet. Im Zusammenspiel mit den überall auf dem See postierten Booten, die mit zahlreichen Lichterketten geschmückt ebenfalls zu dem magischen Anblick beitrugen, erstrahlte der Himmel über Rurberg in bunten Lichtern, die vom Damm aus ihre eigene kleine Choreographie aufzuführen schienen.

Auf der Bühne stehen Mitglieder der Band, im Vordergrund zwei Sängerinnen.

Musikgruppen wie die Band „Radio Tones “sorgten den ganzen Samstag für stimmungsvolle Unterhaltung.

„Bis zum Haus unserer Tochter, wo wir heute wieder übernachten, ist es zum Glück nicht sehr weit. Doch selbst wenn wir jetzt wieder zwei Stunden nach Hause fahren müssten, würden wir uns diesen grandiosen Anblick nicht entgehen lassen“, schwärmte Hans-Peter Blankenheim. Entsprechend lautstark fielen auch der anschließende Applaus und die Jubelrufe aus, mit denen die Umstehenden das traditionelle Höhenfeuerwerk belohnten.

Wie beim „Rursee in Flammen“ üblich, gab es am Wochenende erneut auch abseits des Feuerwerks für alle Gäste ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Bereits am Donnerstag startete die Veranstaltung mit einem entspannten Auftakt der Show- und Swingband „Melano“, bei dem insbesondere die zahlreichen Helferinnen und Helfer für ihre Arbeit im Vorfeld belohnt werden sollten.

Für das Programm haben wir eigens eine neue Arbeitsgemeinschaft gegründet, die mit neuen Ideen das Wochenende noch attraktiver gestaltet.
Pia Kohnen, Orts- und Verkehrsverein Rurberg-Woffelsbach

„Ohne unser 50-köpfiges Team und die vielen helfenden Hände, die an der Organisation und am Ablauf während des Wochenendes beteiligt sind, wäre ein solches Projekt gar nicht machbar“, lobte Pressesprecherin Pia Kohnen vom Orts- und Verkehrsverein Rurberg-Woffelsbach: „Für das Programm haben wir eigens eine neue Arbeitsgemeinschaft gegründet, die mit neuen Ideen das Wochenende noch attraktiver gestaltet.“

Neben dem bereits etablierten Markt mit Dutzenden Ständen, die mit ihrem Angebot die Gäste zu einer ausgiebigen Shoppingtour einluden, und der Crazy-Boats-Tour durften sich die Festivalbesucher über einige Neuerungen freuen.

Spannende Schnitzeljagd für Kinder auf dem See

So wurde das Kinderparadies mit seinen zahlreichen Hüpfburgen erweitert, und eine Kanuschnitzeljagd lockte die kleinen und großen Entdecker zu einer spannenden Schatzsuche. Nach einer Fahrt über den See galt es dabei, an zahlreichen Stationen kleine Rätsel und Knobelaufgaben zu lösen, um im Anschluss mit der ermittelten Zahlenkombination die Truhe des Piratenkapitäns zu öffnen und den begehrten Schatz zu erbeuten.

Vom Mitmachzirkus bis zum Stand-Up-Paddeling-Bootsverleih sowie dem Jägertag, bei dem die Kreisjägerschaft Aachen mit einer Waldführung und einer Greifvogelschau die regionale Fauna und Flora präsentierte, gab es am Wochenende ausreichend Gelegenheiten, Wissensdurst und Bewegungsdrang zu stillen.

Bis in die Nacht hinein wurde am Seeufer gefeiert

Für die passende Festivalatmosphäre waren zudem zahlreiche Bands verantwortlich, die auf den beiden Bühnen für Stimmung sorgten. Mit Druckluft, Miljö, Bel Air, Chanterella und den Billy Boys kamen Musikfreunde schon am Freitag auf ihre Kosten. Und auch am Samstag konnte zur Musik von Bands wie Radiotones und Color the Sky bis in die Nacht hinein gefeiert werden.

Man kann das Ehrenamt und die vielen Helferinnen und Helfer, die mit ihrem Einsatz und Herzblut dabei sind, nicht hoch genug loben.
Bernd Goffart, Bürgermeister von Simmerath

„Es gibt einfach überall etwas zu sehen“, freute sich Besucherin Franziska Neuer und fügte lachend hinzu: „Stimmung und Musik sind richtig klasse. Und selbst auf dem Weg zwischen den Bühnen kann man sich kugelrund essen.“ Dank der Mitglieder der Hurricane Brassband aus Maastricht, die mit ihren Instrumenten den ganzen Samstag über das Gelände zogen, erklang auch abseits der großen Bühnen immer wieder mitreißende Musik.

Mehr als 50.000 Menschen besuchten das viertägige Volksfest

Ein Ineinandergreifen zahlreicher Faktoren, die zum Gelingen des Festivals beitrugen, sieht auch Simmeraths Bürgermeister Bernd Goffart: „Man kann das Ehrenamt und die vielen Helferinnen und Helfer, die mit ihrem Einsatz und Herzblut dabei sind, nicht hoch genug loben. Rursee in Flammen ist mit mehr als 50.000 Besuchern das größte Volksfest der Region. Langsam scheinen die Leute zu merken, wie schön es hier in der Eifel wirklich ist, und kommen dann auch in den nächsten Jahren immer wieder hierher.“

Zwar sei er froh, dass nicht das gesamte Jahr über eine derart große Menschenmenge am Rursee anzutreffen sei, doch für ein Wochenende im Jahr teile er die Vorzüge der Region gerne mit zehntausenden Gästen. Die unmittelbare Nähe zum Nationalpark und die Auszeichnung als Luftkurort trügen ebenfalls zu dem Gesamtbild des kleinen, gerade einmal rund 1000 Einwohner zählenden Ortes bei. Zudem sei in den vergangenen zwei Jahren die Promenade rund um den Rursee umgestaltet worden. „Der See ist jetzt noch einmal ganz anders erlebbar“, betonte Bürgermeister Bernd Goffart: „Die Promenade soll nicht von der sie umgebenden Natur ablenken, sondern sich harmonisch einfügen.“

Die Hecke musste für einen besseren Blick weichen

Aus diesem Grund seien einige Abschnitte entsiegelt und neue Bäume gepflanzt worden, während die den See umgebenden Hecken für einen besseren Blick weichen mussten. „Kinder, die am See entlanggelaufen sind, konnten früher gar nicht sehen, was unten im Wasser passiert. Jetzt hat man von überall einen großartigen Ausblick.“

Nach vier Tagen, in denen sich das kleine Örtchen in eine touristische Hochburg verwandelte, kehrt am Montag langsam wieder die gewohnte Ruhe in Rurberg ein. Dies galt jedoch nicht für die Verantwortlichen des Festivals, die schon jetzt an der Umsetzung für „Rursee in Flammen“ 2027 feilen. „Für uns ist das ganze Jahr Rursee in Flammen“, berichtete Pia Kohnen lachend.

Doch dieser Aufwand soll sich für die Besucherinnen und Besucher erneut auszahlen. „Unsere AG wird die in diesem Jahr gestarteten Aktionen weiter verbessern, und vielleicht können sich unsere Gäste 2027 auch wieder über weitere Neuerungen freuen, die ihren Besuch am Rursee noch abwechslungsreicher und aufregender gestalten werden.“ 


Das erste echte Wasserbett stach bei der Crazy-Boats-Tour in See

Die am Rursee heimischen Gänse und Enten sind an Menschen gewöhnt. Weder der Besucherandrang beim „Rursee in Flammen“-Festival noch die ausgefallenen Gefährte, mit denen die insgesamt elf Teams der Crazy-Boats-Tour am Samstag in See stachen, konnte die gefiederten Schwimmer von ihrem Sonnenbad abhalten.

Auf dem Wasser dümpelt ein Himmelbett mit rotkariertem Bettzeug, in dem ein Mann im Schlafanzug liegt.

Die Vorjahressieger Marcus Dufke und Rolf Frings mussten sich diesmal mit ihrem Wasserbett mit dem zweiten Platz der Crazy-Boats-Tour begnügen.

Während die Strohhutbande aus der Anime-Serie „One Piece“ nun auch am Rurberg auf die Suche nach dem begehrten Piratenschatz ging, statteten die ebenfalls aus dem Fernsehen bekannten Unterwasserbewohner Spongebob Schwammkopf und Patrick Star den an der Oberfläche lebenden Zuschauern einen Besuch ab.

Auch in den Vorjahren seien die kreativen Eigenbauten immer ein Höhepunkt der Festival-Wochenenden gewesen, doch dieses Mal habe es die Jury bei der Punktevergabe schwerer denn je, betonte Sander Lutterbach, der das Spektakel gemeinsam mit Adi Braun moderierte. „Die Teilnehmer haben sich wieder einmal selbst übertroffen.“

Figuren aus der Fernsehserie Songebob Schwammkopf sitzen auf einem umgebauten Boot.

Das Duo Spongebob und Patrick schipperte stilecht über den See.

Von den Bierschaumschlürfern, die die Dekoration ihres Segelboots komplett dem Kaltgetränk gewidmet hatten, bis zu von Grund auf neu gebauten Gefährten wie dem „Gehege“ der Rurseekühe, die aufgrund der zu Parkplätzen umfunktionierten Weiden kurzfristig ins Wasser umgezogen waren, präsentierten die Teilnehmer erneut fantasievolle Ideen.

Viele in unserem Team sind auch Mitglied bei der Hansa Blasmusik Simmerath – und das hat einfach wunderbar gepasst.
Mario Haas von den Partypiraten

Sogar die Winterspiele waren trotz sommerlicher Temperaturen mit einem beweglichen Abbild eines Skispringers am Start. Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem das rosafarbene Himmelbett der Vorjahressieger, das Moderator Adi Braun augenzwinkernd als „das erste echte Wasserbett“ betitelte. In diesem Jahr mussten sich Marcus Dufke und Rolf Frings jedoch mit dem zweiten Platz begnügen.

Vom Mast eines Bootes fährt ein Skifahrer hinab.

Auch die Winterspiele waren bei der Crazy-Boats-Tour am Start.

Denn die selbst ernannten Partypiraten räumten mit ihrem aus zwei Teilen bestehenden Boot, auf dem nicht nur eine komplette Bierzeltgarnitur mitsamt gut gelaunter Wiesn-Besucher Platz fand, sondern zudem noch eine eigene Blaskapelle bei ihrer Fahrt über den See Klassiker wie „In München steht ein Hofbräuhaus“ zum Besten gab, die höchste Punktzahl des Tages ab.

Bei diesem Wettbewerb gibt es keine Verlierer.
Bernd Goffart

„Viele in unserem Team sind auch Mitglied bei der Hansa Blasmusik Simmerath – und das hat einfach wunderbar gepasst“, kommentierte Mario Haas lachend den Erfolg: „Wir sind schon seit einigen Jahren bei den Crazy-Boats dabei und immer auf der Suche nach neuen Ideen. Dieses Mal hatten wir die Möglichkeit, so einen aufwendigen Plan umzusetzen, und das haben wir dann auch gemacht.“ Ein Aufwand, der sich nicht nur in Punkten, sondern auch mit einem Preisgeld in Höhe von 350 Euro auszahlen sollte.

„Bei diesem Wettbewerb gibt es keine Verlierer, denn alle elf Teams sind aus meiner Sicht Sieger“, betonte Simmeraths Bürgermeister Bernd Goffart: „Auch die Gruppen, die es heute nicht auf die vorderen Plätze geschafft haben, bitte ich daher, nicht aufzugeben und uns im nächsten Jahr wieder mit kreativen Ideen bei unserer Crazy-Boats-Tour zu erfreuen.“ Angesichts der Begeisterung aller Teams dürfte das Teilnehmerfeld 2027 daher erneut mit ausgefallenen Ideen aufwarten.