Eine Zeitungsanzeige brachte Karl-Heinz Görlitz zu seinem Ehrenamt. Heute unterstützt er Menschen nach einem Schlaganfall.
Vom Ruhestand zum HelferReichshofer für Motivationspreis nominiert

Seit zehn Jahren engagiert sich Görlitz (l.) ehrenamtlich.
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Mit dem Eintritt in den Ruhestand begann für Karl-Heinz Görlitz aus Reichshof-Ohlhagen keineswegs eine Zeit des Nichtstuns. Nachdem er sein Berufsleben in der Industrie beendet hatte, suchte der heute 73-Jährige nach einer neuen Aufgabe. Den entscheidenden Anstoß gab seine Frau: „Du musst jetzt etwas Soziales machen.“ Was genau das sein sollte, stand damals noch nicht fest – Görlitz hätte sich auch ein ganz anderes Ehrenamt vorstellen können. Dass es die Unterstützung von Menschen nach einem Schlaganfall wurde, war eher Zufall: In der Zeitung entdeckte er eine Anzeige für eine Schulung zum Schlaganfall-Helfer und meldete sich an. Für sein Engagement ist der Reichshofer jetzt für den „Motivationspreis 2026“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nominiert worden.
Insgesamt 42 Stunden dauern die Seminare, in der er vor allem theoretisches Wissen vermittelt bekam. Die praktische Erfahrung eignete er sich anschließend selbst an. Heute begleitet Görlitz Menschen nach einem Schlaganfall und unterstützt sie beispielsweise bei Behördengängen. Pflegeleistungen gehören nicht zu seinen Aufgaben. Bei Betroffenen mit einem guten familiären Umfeld gibt er vor allem Anstöße und zeigt, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt.
Menschen, die sich nicht selbst helfen können, unterstützen und die Freude in ihren Augen sehen
Durch die Ausbildung kam Görlitz auch zur Schlaganfall-Selbsthilfegruppe in Wiehl. Eigentlich wollte er dort zunächst Erfahrungen sammeln. Als die damalige Leitung aufhörte und wegen des geringen Interesses sogar das Ende der Gruppe drohte, übernahm er gemeinsam mit zwei weiteren Engagierten Verantwortung. „Man kann so etwas schließlich nicht sterben lassen.“ Heute treffen sich jeden zweiten Montag im Monat meist zwölf bis 14 Teilnehmer, überwiegend Frauen.
Neben dem gemeinsamen Austausch organisiert Görlitz auch Spieleabende und Ausflüge. Neue Interessierte besucht er zunächst zu Hause. „Dann kennen sie beim ersten Treffen wenigstens schon eine Person“, erklärt der 73-Jährige.
Sein ehrenamtlicher Einsatz geht darüber hinaus: Görlitz gehört dem Sprecherrat der Paritätischen Selbsthilfe-Kontaktstelle Oberbergischer Kreis an, ist Fußballschiedsrichter und im Wassersport des Behindertensportvereins aktiv.
Der Motivationspreis, für den Karl-Heinz Görlitz nun nominiert ist, wird alle zwei Jahre an Menschen vergeben, die sich in besonderer Weise rund um das Thema Schlaganfall engagieren. Görlitz selbst bezeichnet seinen Einsatz als „einfach selbstverständlich“. Sein Antrieb sei es, „Menschen, die sich nicht selbst helfen können, unterstützen und die Freude in ihren Augen sehen“.
