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Start ins BerufslebenManchmal „matcht“ es schon bei der Messe in der Marktstadt Waldbröl

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Bei der Orientierungsmesse in Waldbröl haben auch Institutionen aus dem Katastrophenschutz, hier das Technische Hilfswerk, sich und ihre Ausbilungsmöglichkeiten vorgestellt.

Bei der Orientierungsmesse in Waldbröl haben auch Institutionen aus dem Katastrophenschutz, hier das Technische Hilfswerk, sich und ihre Ausbilungsmöglichkeiten vorgestellt.

Rund 1000 Jugendliche strömten in die Nutscheidhalle, um sich auf Einladung aller weiterführenden Schulen in der Stadt dort zu informieren.

Die Dichtung will nicht so recht in den Fensterrahmen aus Aluminium flutschen, so sehr Emma sich auch bemüht. Der Azubi, der den Stand der Firma Altwicker aus Reichshof-Denklingen bei der Berufsmesse in Waldbröl betreut, zeigt ihr geduldig, wie es geht. „Ich glaube, das ist nichts für mich“, urteilt die Zehntklässlerin und seufzt. Okay, auch das ist eine wichtige Erkenntnis. Aber es gibt ja noch 44 weitere Firmen zu erkunden, von Metallbau bis Gesundheit, von Gastronomie bis zu Gesundheit und Kosmetik, fast alle aus der Umgebung.

Organisiert haben diese Orientierungsmesse in der Nutscheidhalle zum dritten Mal alle weiterführenden Schulen der Marktstadt gemeinsam, das sind die Realschule, die Gesamtschule, das Hollenberg-Gymnasium und das Kaufmännische Berufskolleg. Und rund 1000 Schülerinnen und Schüler konnten sich am Freitag über Ausbildungen informieren. Aufgeteilt in vier Gruppen, zu jeweils 250 Jugendlichen aus den Jahrgangsstufen neun, zehn und Q2, können sie, von Lehrkräften begleitet, in einem Zeitslot von je anderthalb Stunden die Stände besuchen.

In Waldbröl vertreten ist auch das Klinikum Oberberg mit den Auszubildenden (von links) Felicitas Mantsch (Physiotherapie), Jacqueline Hoffmann sowie Marleen Kray (beide Ergotherapie).

In Waldbröl vertreten ist auch das Klinikum Oberberg mit den Auszubildenden (von links) Felicitas Mantsch (Physiotherapie), Jacqueline Hoffmann sowie Marleen Kray (beide Ergotherapie).

Darauf seien die jungen Leute im Unterricht zuvor vorbereitet worden, berichtet Sandra Geis vom Berufskolleg, eine der sieben Organisatorinnen. So sei vorab geklärt worden, welches Tätigkeitsfeld interessiert, wo passende Firmen zu finden sind. Die Schülerinnen und Schüler der städtischen Gesamtschule werden derweil auf eine Messe-Schnitzeljagd geschickt, sie sollen Antworten auf gezielte Fragen zu zwei Firmen recherchieren.

Der erste Kontakt zur Arbeitswelt ist wichtig – auch, weil man sich überwinden muss

„Der erste Kontakt zur Arbeitswelt ist wichtig, um mal zu sehen, was es alles gibt“, führt Yvonne Roth, Lehrerin an der Gesamtschule und ebenfalls Mitorganisatorin, aus. „Man muss sich auch trauen, Fremde anzusprechen, das fällt heute vielen Jugendlichen schwer, weil sie den ganzen Tag am Handy sitzen.“

Ein großer Vorteil sei auch, dass die Messe lokal auf den Kreissüden zugeschnitten sei, betont Sandra Geis und ergänzt, dass die Jugendlichen mit wenigen Schritten im Zentrum des Geschehens seien: „Viele Familien können nicht samstags zur Berufsmesse nach Bergneustadt fahren, um sich zu informieren.“

Groß war der Andrang an den Ständen bei der Ausbilungsmesse in Waldbröl, die alle weiterführenden Schulen der Marktstadt gemeinsam organisiert hatten.

Groß war der Andrang an den Ständen bei der Ausbilungsmesse in Waldbröl, die alle weiterführenden Schulen der Marktstadt gemeinsam organisiert hatten.

Dabei machen es die Firmen ihren jungen Besucherinnen und Besuchern leicht, indem sie attraktive Aktionen aufgebaut haben, Auszubildende berichten über ihre Erfahrungen und es gibt viel zum Ausprobieren und Anfassen. So darf man sich am Stand des Klinikums Oberberg darin versuchen, Wundklammern aus einem Stück Plastik zu entfernen, das der Haut nachempfunden ist.

Beim „Haus der Gesundheit“ ist ein Gerät zur Kraftmessung das Highlight, Andrang herrscht am Stand der Bundeswehr, Sarstedt wirbt unter anderem mit einer 3D-Brille um Nachwuchs im Bereich Informatik. Und Bauingenieurin Elisa Zimmer vom Landesbetrieb Straßenbau versucht zusammen mit einem Kollegen, mit einem ferngesteuerten Lastwagen das Interesse bei Jungen und Mädchen zu wecken.

Draußen haben unterdessen zum ersten Mal unter anderem Handwerksbetriebe einen gemeinsamen Stand aufgebaut. „Viele Jugendliche kommen, weil sie noch unentschlossen sind“, beobachtet Tischlermeister Benedikt Förtsch. So auch die fünf Jungs, die mit großem Spaß Locken in Perückenköpfe wickeln. Oder Laura und Helena aus der Klasse zehn, die gerade dabei sind, den Kontaktbogen der Firma WSM auszufüllen. Gern hätten sie noch mehr Zeit, um sich dort umzusehen, bedauern die Mädchen.

Manchmal allerdings kommt es schon an Ort und Stelle zum Match. „Gerade hat ein Schüler einen Praktikumsplatz bekommen und ein Mädchen einen Ausbildungsplatz in einer Apotheke“, freut sich Mitorganisatorin Vanessa Küst vom Gymnasium. Nach der Messe werden die Erfahrungen dann im Unterricht ausgewertet. Aus den vergangenen Jahren weiß Sandra Geis, dass bereits etliche Praktika und Ausbildungen auf der Waldbröler Berufsmesse angebahnt worden sind.