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Aus dem StadtratDie Kreisstraße 28n für Waldbröl und das „Flash“ waren ruckzuck erledigt

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Was geschieht in Waldbröl mit dem brachliegenden Diskothekenkomplex an der Robert-Bosch-Straße? Die jüngste Sitzung des Stadtrats ließ das weiterhin offen. Waldbrölerinnen und Waldbröler lieben die Erinnerung an den „Rio Palast“, das „Flash“ oder zuletzt das „Elon“. Und das sind nur drei Namen des Tanztempels.

Was geschieht in Waldbröl mit dem brachliegenden Diskothekenkomplex an der Robert-Bosch-Straße? Die jüngste Sitzung des Stadtrats ließ das weiterhin offen. Waldbrölerinnen und Waldbröler lieben die Erinnerung an den „Rio Palast“, das „Flash“ oder zuletzt das „Elon“. Und das sind nur drei Namen des Tanztempels.

Die Politik hatte zwei spannende Themen auf der Tagesordnung, die viele Zuhörerinnen und Zuhörer lockten. Entscheidungen fielen indes nicht.

Rappelvoll war der Saal in Waldbröls Bürgerdorf am Alsberg am Mittwochabend (8. Juli 2026), als der Stadtrat zu seiner jüngsten Sitzung zusammenkam. Doch war das, weswegen die allermeisten gekommen waren, ruckzuck abgehandelt: Die Planung einer Umgehungsstrecke um die Mitte der Marktstadt, die Kreisstraße 28n, beschäftigt und erregt die Gemüter bereits seit 16 Jahren. Zuletzt – das war 2024 – war die Rede davon, sie werde 2029 wohl gebaut.

Den bisher favorisierten Plänen zufolge soll die K28n von der Homburger Straße (Landesstraße 38) in Höhe der Einmündung zum Happacher Weg hinunter ins Grüne und dann bis ans Schulzentrum führen. Jetzt hatten die Fraktionen von CDU und UWG das strittige Thema mit einem gemeinsamen Antrag auf die Tagesordnung gehoben – mit dem Ziel, dass die Stadtverwaltung dem Oberbergischen Kreis auf die Füße tritt: Planung und Bau der K28n sollen endlich in Schwung kommen.

Der Oberbergische Kreis nimmt mit seinem neuen Etat auch die Umgehunge für Waldbröl in den Blick

Nicht nötig: Bürgermeisterin Larissa Weber winkte ab. Sie habe aus Gummersbach erfahren, dass der Kreis Mittel für die Strecke, die Waldbröls Mitte Entlastung verschaffen soll, im kommenden Doppelhaushalt vorsehe. Die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer waren Bewohnerinnen und Bewohner der Ortschaft Bohlenhagen, diese liegt an der geplanten Umgehung. Der Antrag wurde zurückgezogen.

Doch verschlug auch die Nostalgie so manchen in die Ratssitzung: Die Zukunft des seit zwölf Jahren leerstehenden Diskothekenkomplexes an der Robert-Bosch-Straße stand ebenso auf der Tagesordnung. Waldbrölerinnen und Waldbröler kennen den Tanztempel unter anderem als „Rio Palast“, vor allem aber als „Flash“, später als „Elon“. Besitzerin Margit Lichtinghagen will die Immobilie verkaufen. Anfragen gebe es viele, etwa für ein Sporthotel oder eine Abenteuerhalle, sagte sie.

In der Stadt Waldbröl wird es wohl so schnell kein neues „Flash“ geben

Um das Ensemble wieder zu Spaßzwecken oder als Gastronomie in Betrieb zu nehmen, müsste aber der Bebauungsplan geändert werden. Die Stadt werde sich nur dann auf eine Prüfung einlassen, betonte Fachbereichsleiter Jan Kiefer, wenn Lichtinghagen ein fertiges Konzept vorlege. Dann könne die Stadt schauen, ob die angestrebte Nutzung als Gewerbe zulässig sei. Ein anderer Weg, so Kiefer, führe über den Kreis: Da eine noch heute geltende Baugenehmigung vorliegt, könne die 82-Jährige im Kreishaus auf den Bestandsschutz pochen.

Eröffnet hatte den Ratsabend indes die Freiwllige Feuerwehr. Dort ist der frühere Chef der neue Vize, der frühe Vize der neue Chef: Die Neuwahl nach sechsjähriger Amtszeit haben Daniel Wendeler und René Reissig-Hochweller genutzt, um ihre Positionen an der Spitze der Waldbröler Feuerwehr zu tauschen. Am Mittwochabend besiegelte der Stadtrat diesen Wechsel mit einstimmigem Votum.

Sie haben die planmäßige Neuwahl nach sechs Jahren genutzt, zum tauschen: Der bisherige Stellvertreter René Reissig-Hochweller (links) leitet fortan die Freiwillige Feuerwehr in Waldbröl. Daniel Wendeler, zuvor Chef, ist neuer Vize.

Sie haben die planmäßige Neuwahl nach sechs Jahren genutzt, zum tauschen: Der bisherige Stellvertreter René Reissig-Hochweller (links) leitet fortan die Freiwillige Feuerwehr in Waldbröl. Daniel Wendeler, zuvor Chef, ist neuer Vize.

Stadtbrandinspektor Wendeler möchte vor allem aus privaten Gründen kürzer treten. „Meine Zeit an der Spitze war toll“, betonte der 51 Jahre alte IT-Systemadministrator. Er sei froh, dass er seinen Posten an einen Mann mit „wahnsinnig großer Kompetenz und großem Wissen“ weitergebe.

Der 56 Jahre alte Stadtbrandinspektor Reissig-Hochweller arbeitet auch beruflich im Feuerwehrwesen, er ist Sachgebietsleiter in der Brandschutzdienststelle des Oberbergischen Kreises. Er dankte seiner Ehefrau Alexandra und Sohn Cedric, denn ein solches Ehrenamt bedeute „mindestens zehn bis 30 Stunden Arbeit in der Woche“. Und dem Stadtrat versicherte der Experte: „Wir warten nicht auf Einsätze, wir stehen bereit.“

110 Kräfte sind zurzeit in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Waldbröl aktiv

Fast 200 Mitglieder hat Waldbröls freiwillige Wehr zurzeit, davon versehen etwa 110 Kräfte in zwei Löschzügen und zwei Löschgruppen den aktiven Dienst in der Marktstadt. „Die Stadtverwaltung und die Politik haben gemeinsam den Weg geebnet für eine moderne Feuerwehr“, betonte Wendeler.

Beide Leiter bekamen viel Lob aus den Reihen der Politik. Andre Steiniger von der CDU etwa beschrieb den früheren Leiter Daniel Wendeler als Architekten der Waldbröler Wehr, er hinterlasse einen großen Fußabdruck. In Hermesdorf hat der Löschzug Thierseifen bereits ein neues Gerätehaus bezogen, das für die Löschgruppe Heide wird derzeit gebaut. Und auch die Löschgruppe Geilenkausen wird ein neues Domizil bekommen.

Nach einem Antrag der SPD-Fraktion wird sich die Politik bei den ab Herbst anstehenden Beratungen zum Haushalt für 2027 auch damit beschäftigen, ob die Wache am Marktplatz eine Photovoltaik-Anlage erhält.