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SchönenbachWaldbröler bauen für ihre Trecker-Party eine Umleitung für Hornissen

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Im Schutzanzug befestigt der Morsbacher Imker Heiko Neumann die Planen.

Im Schutzanzug befestigt der Morsbacher Imker Heiko Neumann die Planen: Diese schicken die Hornissen auf eine neue Flugroute.

Die Organisatoren der „Trecker-Party im Büsch“ in Waldbröl-Schönenbach kämpfen mit einer tierischen Herausforderung.

Seit dem vergangenen Wochenende laufen die Vorbereitungen für die große „Trecker-Party im Büsch“ auf Hochtouren. Das etwa 20-köpfige Organisationsteam „Treckertreffen“ von der Dorfgemeinschaft im Waldbröler Weiler Schönenbach bereitet diesmal neben der Lademacher-Waldarena auch ein „Traktor-Pulling“ vor. Dabei müssen Trecker einen mit Gewichten beladenen Wagen möglichst weit schleppen. Der Vereinsvorsitzende Tim Duisberg betont: „Das ist bisher einzigartig in unserer Region – ich habe so etwas bislang nur in Bad Berleburg und in den Niederlanden erlebt.“

Ruhig und meist gechillt

Seine Schwester Kristina berichtet allerdings, dass bei den Arbeiten ein Hornissennest im Stamm einer Eiche entdeckt worden sei. Das große Astloch sei bereits vor zwei Jahren schon einmal bewohnt gewesen. Damals sei am Tag vor dem Beginn des Treckertreffens eine kleine Plane vor das Nest gehängt worden: „Das hat ganz gut funktioniert, aber nachdem im vergangenen Jahr keine Tiere darin waren, haben wir gedacht, die Sache hätte sich erledigt.“

Schönenbach lebe eben in der Natur und mit der Natur, erklärt unterdessen Wastl Roth-Seefrid. Beruflich ist der Schönenbacher Wanderwegemanager beim Naturpark Bergisches Land und hat gute Kontakte. Im Gespräch mit dem Morsbacher Imker Heiko Neumann kam die Idee auf, für die geschützte Tierart eine „Flugumleitung“ einzurichten. Dieses Vorhaben habe er bei der Unteren Naturschutzbehörde in Gummersbach beantragt und sofort grünes Licht bekommen.

Anders als der asiatische Verwandte

„Mir ist wichtig, Lösungen aufzuzeigen“, betont der Naturfreund und setzt schmunzelnd hinzu: „Für die Veranstaltung ist das sogar gut, denn die Hornissen fressen die Wespen.“ Das bestätigt der Imker: „Während die Wespen gerne an süße Speisen und Getränke gehen, sind die Hornissen auf Proteine aus.“ Diese vertilgten vorwiegend Insektenschädlinge: „Hornissen sind wirklich nützliche Tiere.“

Ganz anders sei das bei der invasiven, asiatischen Art, führt der Fachmann aus: „Die hat vorwiegend Honigbienen in ihrem Beuteschema.“ Neumann beschreibt die heimische Hornisse als sehr ruhig und „gechillt“: „Die stechen nur, wenn sie angegriffen werden.“ Und selbst dann würden sie nicht sofort aggressiv, sondern zunächst eine Flüssigkeit verspritzen, die etwas auf der Haut brenne.

Um sich davor zu schützen, hat er einen Schutzanzug angelegt, wie er ihn für die Arbeit mit seinen Bienen benötigt. Mit Roth-Seefrid und Helfern aus dem Treckerteam spannt er eine 20 mal acht Meter große Plane um die Eiche mit dem Nest: „Vor dem Einflugloch ist noch ein knapper halber Meter Platz und nach dem Ausflug werden die Tiere nun in den Wald gelenkt und fliegen nicht mehr übers Gelände.“ Vorsitzender Tim Duisberg versichert: „Die Sicherheit der Gäste steht an erster Stelle.“


Das Programm der Treckerparty

Die „Treckerparty im Büsch“ auf der Wiese neben der Lademacher-Waldarena startet am Freitag, 29. August, und geht bis Sonntag, 31. August. Freitagabend ab 18 Uhr ist „Anziehen“ auf der rund 100 Meter langen Pulling-Fläche, dazu gibt es einen kölschen Abend mit der Liveband Lossjonn. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag startet das Pulling ab 10 Uhr. Tim Duisberg betont: „Mitmachen kann jeder vom kleinsten bis zum größten Traktor.“ Samstagabend ab 20 Uhr ist wieder Party angesagt.

Für kleine Besucher gibt es ein Karussell und einen Sandspielbereich. Für Verpflegung und einen Eiswagen ist gesorgt. Nur während des Traktor-Pullings kostet der Eintritt fünf Euro. Die Anfahrt zur Lademacher-Waldarena ist in Schönenbach ausgeschildert. Neben dem Festgelände ist ausreichend Parkraum vorhanden.