Der Multiple Sklerose Kontaktkreis in Waldbröl steht jederzeit und allen Oberbergern offen.
HilfeWaldbröler Gruppe will an Multipler Sklerose Erkrankte aus sozialer Isolation holen

Mindestens einmal pro Monat kommen die Mitglieder des Kontaktkreises zusammen. Das nächste Treffen ist für Montag, 12. Januar, 16 Uhr, in der Hauderei in Waldbröl geplant.
Copyright: dpa (Symbolfoto)
Eine Multiple Sklerose ist nicht leicht zu diagnostizieren, denn sie kann bei jedem Betroffenen andere Symptome entwickeln. Grundsätzlich ist MS eine nicht heilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit zahlreichen Entzündungsherden im Körper einhergeht. Symptome lassen sich lindern, durch eine gezielte Behandlung kann der Verlauf, der von Schüben geprägt ist, eingedämmt werden. Soweit die Theorie.
Treffpunkt ist die Hauderei in Waldbröl
In der Praxis, das sagt Ralf Sachser, ist es gut, dass Betroffene sich austauschen. Er ist seit rund zehn Jahren Leiter des an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft angeschlossenen MS Kontaktkreises Waldbröl-Boxberg und im Selbsthilfebeirat. Er selbst ist nicht betroffen, findet es aber wichtig, sich zu engagieren. „Mitglieder von Selbsthilfegruppen unterstützen sich gegenseitig, versorgen sich mit Wissen und Tipps, machen sich Mut und nehmen sich ernst. Das ist unglaublich wertvoll.“
Teilhabe am Leben, das Heraustreten aus sozialer Isolation sind zwei Ziele des Kreises. Und immer wieder die Werbetrommel für das Thema Inklusion rühren. Denn, so betont Ralf Sachser, es sind oft nur kleine Dinge, die für einen Menschen mit einem Handicap einen großen Unterschied machen können. Die Treffen der rund 20 Mitglieder des Kontaktkreises finden im Bistro Hauderei statt. Auch dieser genossenschaftlich betriebene Ort war eine bewusste Entscheidung.
Mitglieder von Selbsthilfegruppen unterstützen sich gegenseitig, versorgen sich mit Wissen und Tipps, machen sich Mut und nehmen sich ernst. Das ist unglaublich wertvoll.
So berichtet Sachser: „Wir haben Anteile gekauft, weil wir helfen wollten, das Bistro zu erhalten, das im Übrigen barrierefrei ist, denn in unserer Gruppe gibt es auch Menschen mit Rollstuhl.“ Auch die Weihnachtsfeier fand natürlich in der Hauderei statt. An den hübsch geschmückten Tischen wurde gegessen, geplaudert und Freude geteilt.
Ein Mitglied der Gruppe ist schwanger – mit einer MS-Erkrankung kein leichter Weg. Doch bislang läuft alles wunderbar, die Mitglieder der Gruppe freuen sich für die junge Frau, die strahlend davon berichtet, dass das Kind sich sehr regelmäßig bemerkbar macht.
Gruppe steht Erkrankten aus ganz Oberberg offen
Die Mitglieder kommen aus Nümbrecht, Wiehl Eitorf und Waldbröl. Doch offen ist die Gruppe für Erkrankte aus ganz Oberberg. Vorschläge und Vortragsthemenvorschläge oder Ideen für gemeinsame Aktionen im Zusammenhang mit MS sind jederzeit erwünscht und hochwillkommen“, sagt Ralf Sachser, dem kontinuierliche Fortbildung ein großes Anliegen ist. Er berichtet zudem: „Im Herbst 2024 drehten wir einen Videoclip über unsere Wheelmap-Aktion, der hinter einem Türchen des Nino-Adventskalenders versteckt war (Nino = Netzwerk für Inklusion Oberberg). Hinter jedem Türchen wurde eine inklusive Aktion vorgestellt.“
Eine Wheelmap verzeichnet barrierefreie Orte der jeweiligen Stadt, Sachser hat sich zum Wheelmap-Botschafter durch die Sozialhelden in Berlin ausbilden lassen. Seit 2022 unterstützt die Waldbröler Bürgermeisterin Larissa Weber den Kontaktkreis als Schirmherrin. Auch Jochen Gran, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, ist seit Jahren an der Seite der Selbsthilfegruppe.
Wer den Kontaktkreis besuchen möchte, findet alle Infos online. www.mskreis-waldbroel.de
Über gleich zwei Spenden konnte sich die MS Selbsthilfegruppe freuen. Beim Drachenfest sammelte der Waldbröler „Drachenmichel“ alias Michael Zähler Spenden für den Kontaktkreis. Er übergab im Zuge der Weihnachtsfeier einen großen Scheck.

Den symbolischen Scheck gab es direkt vor der Hauderei in Waldbröl.
Copyright: Ralf Joost
Auch Gaby Niedecker vom Podologischen Fußbehandlungszentrum „Cura Pedum“ spendete schon zum zweiten Mal und verzichtete zugunsten der Selbsthilfegruppe auf Weihnachtsgeschenke.

