Der Wiehler soll im August des vergangenen Jahres zweimal auf einen damals 19-Jährigen eingestochen und ihn schwer verletzt haben.
Stichattacke19-jähriger Wiehler vor dem Gummersbacher Amtsgericht schuldig gesprochen

Akten liegen vor einem Prozess in einem Gericht auf dem Tisch.
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Ein durchaus skurriler, verworrener Fall beschäftigte erst die Polizei und zuletzt die Justiz: Nachdem ein heute 19-Jähriger aus Wiehl im August des vergangenen Jahres zweimal auf einen damals 19-Jährigen eingestochen und ihn schwer verletzt hat, ist er für diese Tat jetzt vor dem Gummersbacher Amtsgericht schuldig gesprochen worden. Weil er zur Tatzeit aber als Heranwachsender galt, entscheidet das Gericht erst in zwei Jahren über eine Strafe, bis dahin ist der Wiehler auf Bewährung.
Kurios ist der Fall, weil weder der Täter, noch sein Opfer zunächst genaue Angaben zum Ort und zum Hergang des Geschehens machen wollten – oder konnten. Dem Vernehmen nach war der Verletzte alles andere als nüchtern, als er im Krankenhaus erschien, um sich versorgen zu lassen. Er gab an, er sei in der Innenstadt von Waldbröl und dort in der Nähe der Kaiserstraße angegriffen worden. „Inzwischen wissen wir wenigstens, dass es in Wiehl passiert ist“, erklärte Gerichtsdirektorin Claudia Krieger auf Nachfrage dieser Zeitung.
Anlass für den Streit soll ein Drogenhandel mit mehreren Beteiligten gewesen sein, der dann offenbar eskalierte. Tage danach habe das Opfer seine Angaben korrigiert, die Wohnung des später Angeklagten wurde durchsucht. Versuch einer Tötung, lautete zunächst der Vorwurf, dieser junge Mann soll damals ebenso berauscht gewesen sein.
Den Angaben Kriegers zufolge stellte die Polizei Drogen und einen Schlagring sicher, auch dafür musste sich der 19-Jährige verantworten. Weiter unklar sei, womit er zugestochen habe. Er habe sein Opfer so im Nacken getroffen, dass dieses bis heute den rechten Arm nicht richtig bewegen könne. „Ein zweiter Stich ging zudem in den Rücken.“

