68 Meter tiefe GrubeGrauwacke-Steinbruch in Lindlar wird keine Erddeponie

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68 Meter tief ist die Grube auf dem Gelände des Lindlarer Steinbruchbetriebes.

68 Meter tief ist die Grube auf dem Gelände des Lindlarer Steinbruchbetriebes.

  • Für Aufregung sorgt aktuell das vorzeitige Aus der Erddeponie in Overath-Lüderich und die damit verbundene Ankündigung, dass im nächsten Jahr in einem Lindlarer Steinbruch eine Erddeponie eingerichtet wird.
  • 1,2 Millionen Kubikmeter Erde sollen in dem früheren Steinbruchbetrieb Quirrenbach deponiert werden.
  • Die Firma hat im Februar Insolvenz angemeldet, der Betrieb geht weiter, ein Insolvenzverwalter führt zurzeit die Geschäfte.

Lindlar – Die Befürchtungen, der Grauwacke-Steinbruch werde als Ersatz für Lüderich dienen, entkräftet Monika Lichtinghagen-Wirths, Geschäftsführerin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (BAV), dem Eigentümer der Deponie Lüderich. Sie betont, dass es in dem Steinbruch keine Erddeponie geben werde, sondern dass es sich bei der Verfüllung mit unbelastetem Boden um die vorgeschriebene Rekultivierung handle. Auch nicht um eine Renaturierungsmaßnahme.

Wann die Verfüllung beginnt, ist derzeit noch völlig offen

2012 wurde der Heinrich Quirrenbach Vermögensverwaltungs GmbH die Genehmigung zur Erweiterung des Steinbruchs erteilt. Diese regelt auch die Rekultivierung des Steinbruchgeländes nach erfolgtem Grauwackeabbau. Als Rekultivierungsmaßnahme wurde die Teilverfüllung des entstandenen Bruchlochs mit rund 1,2 Millionen Kubikmeter unbelastetem Boden festgelegt, teilte die Pressestelle des Oberbergischen Kreises auf Nachfrage mit. Die Rekultivierungsmaßnahme unterliegt nicht dem Deponierecht. Zur Sicherstellung der erforderlichen geeigneten Bodenmassen sei zwischen dem Steinbruchbetreiber und der Bergischen Erddeponie GmbH (BEB) ein Kooperationsvertrag geschlossen worden.

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Eigentlich sollte die Verfüllung am 1. Juli 2019 beginnen. Da es aber nach der Insolvenz des Steinbruchbetreibers noch keinen neuen Eigentümer des Steinbruchs gibt, sei momentan noch völlig offen, wann die Erde dort angeliefert werden könne, sagt Axel Kiehl, Geschäftsführer der BEB. Bis zu 38 000 Kubikmeter Bodenaushub pro Jahr könnten maximal eingebracht werden. Denn der Steinbruch baue nicht wesentlich mehr Material im Jahr ab. Mit dem Erdaushub würden ja lediglich die entstandenen Löcher verfüllt. Es seien relativ geringe Mengen im Vergleich zu anderen Unternehmen und der Steinbruchabbau laufe ganz normal weiter. Acht bis maximal zehn Lkw-Anlieferungen pro Tag ergäben sich umgerechnet aus der vereinbarten Bodenmenge, so Kiehl.

Lindlars Bürgermeister Dr. Georg Ludwig hatte sich nach dem BLZ-Artikel über die Hintergründe informiert und gibt nach umfangreichen Recherchen jetzt Entwarnung. Für eine Alarmstimmung gebe es keinen Grund, allerdings müsse man den weiteren Gang der Dinge genau verfolgen. Es sei mit dem Steinbruchbetrieb eben keine Erddeponie als Ersatz für Lüderich vereinbart und geplant worden, sondern eine Verfüllung zur Rekultivierung.

Im Zuge der Erweiterungsgenehmigung des Steinbruch sei 2010 auch die Gemeinde gehört worden und der entsprechende Ausschuss habe zugestimmt. Bevor mit der Verfüllung begonnen werden könne, müsse jedoch das An- und Abfahrkonzept mit der Gemeinde abgestimmt werden. Das liege aber derzeit noch nicht vor, so Dr. Ludwig.

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