Der Antrag von Verwaltung und CDU für deutliche Erhöhung findet keine Mehrheit im Wipperfürther Ausschuss. Jetzt ist der Rat am Zug.
GebührenPatt im Streit um Musikschule in Wipperfürth

Eine junge Musikschülerin spielt Saxophon.
Copyright: dpa (Symbolfoto)
Hitzig und kontrovers wurde am Mittwochabend im Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur diskutiert. Es ging wieder einmal um die Musikschule und die finanziellen Auswirkungen des „Herrenberg-Urteils“. Als Folge dieses Urteils hat die Stadt 24 von 30 Musikschuldozenten fest angestellt und zahlt für sie jetzt auch Sozialbeiträge.
Diskussion dauerte 80 Minuten
Zur Abstimmung stand ein Antrag der Verwaltung für eine nochmalige, deutliche Gebührenerhöhung der Musikschule – basierend auf einem Antrag der CDU. Die Gebühren sollen drei Jahre in Folge, von 2027 bis 2029, jeweils um zehn Prozent steigen. Bereits ab 1. September 2026 sollen auswärtige Schüler zusätzlich zehn Prozent mehr bezahlen. Für alle Musikschüler ab 18 Jahren wird außerdem ein 15-prozentiger Erwachsenenzuschlag fällig. Bereits zum 1. Januar 2026 hatte der Rat die Gebühren um 15 Prozent erhöht.
Am Ende der rund 80-minütigen Diskussion stand ein Patt. CDU und AfD (zusammen zehn Stimmen) votierten für die Dreifacherhöhung, SPD, UWG und Grüne (ebenfalls zehn Stimmen) waren dagegen. Der Antrag auf Gebührenerhöhung war damit abgelehnt. Auch die Abstimmung über einen SPD-Antrag, zunächst einen Arbeitskreis einzurichten, der das Thema intensiv beraten soll, endete unentschieden. Am 5. Mai wird sich der Rat mit dem Thema beschäftigen, bis dahin will die Verwaltung eine neue Vorlage mit verschiedenen Optionen ausarbeiten.
Zusätzliches Defizit von jährlich 226.000 Euro
Sarah Menger erläuterte als Leiterin des Schulamts die umfangreiche Vorlage. Durch die Festanstellung sei ein zusätzliches Defizit von jährlich 226.000 Euro entstanden. Dieses Defizit lasse sich nicht kurzfristig kompensieren. Die Musikschule unterrichtet Bläserklassen in Wipperfürth, aber auch in Marienheide und Kürten-Olpe. Alleine diese beiden auswärtigen Klassen führen zu einen Fehlbedarf von jährlich 57.000 Euro. Die Stadt verhandelt mit beiden Kommunen über eine Beteiligung an diesen Kosten.
Auch Musikschulleiter Thomas Fahlenbock kam zu Wort. Er warnte davor, die Preise vorschnell zu erhöhen, noch kenne man die Auswirkungen der letzten Gebührensteigerung vom 1. Januar 2026 nicht. Erst nach dem Sommer, wenn neue Kurse für die Jüngsten gestartet sind, wisse man mehr. Fahlenbock wies darauf hin, dass es am EvB-Gymnasium zu Unfrieden führen könne, wenn Bläserklassenschüler aus dem Umland höhere Gebühren zahlen. Man sollte erst mit der Schule sprechen. Er bat darum Schüler, Auszubildende und Studenten vom Erwachsenentarif auszunehmen. SPD, UWG und Grüne übten scharfe Kritik an der dreiteiligen Gebührenerhöhung. Über einen Auswärtigentarif und einen Erwachsenentarif mit Ausnahme von Schülern, Azubis und Studenten könne man reden. Eine automatische Gebührenerhöhung über mehrere Jahre sei aber kaufmännisch gesehen eine Zumutung. „Das ist ein Tod auf Raten für die Musikschule“, so Bärbel Schröder (SPD).
Die CDU verteidigte das Modell. Die Verwaltung werde die Auswirkungen der neuen Gebühren evaluieren, und man könne jederzeit nachjustieren, sollte es zu viele Abmeldungen geben. Hans Peter Müller (CDU) verwies darauf, dass Wipperfürth in der Haushaltssicherung sei. „Wenn wir jetzt kein Zeichen setzen, wo die Reise hingeht, wird das Wohlwollen der Bezirksregierung nicht größer werden.“

