Ende Juli entfernte das Straßenverkehrsamt der Stadt Wipperfürth – auf Druck von Straßen.NRW – ein bisherige Ortseingangsschild.
LokalpolitikIn Wipperfürth ist ein hitziger Streit über neue Ortsschilder ausgebrochen

Eine der vielen neuen Ortstafeln in Wipperfürth.
Copyright: Corssen (Archivfoto)
In den Augen vieler Bürger und Politiker ist es ein „Schildbürgerstreich“, die Verwaltung weist das zurück und beruft sich auf die allgemeinen Vorschriften zu Straßenverkehrsordnung (StVO). Ende Juli entfernte das Straßenverkehrsamt der Stadt Wipperfürth – auf Druck von Straßen.NRW – das bisherige Ortseingangsschild in Höhe der Einmündung „Am Stauweiher“. Die Kreuzung Leiersmühle und ein Teilstück der Nordtangente (B237) liegen somit nun außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Das Schild steht jetzt auf der Nordtangente kurz vor dem Hochhaus Memellandstraße. Gleichzeitig stellte die Behörde zahlreiche neue Ortstafeln auf (wir berichteten).
Kritik am bisherigen Vorgehen im Wipperfürther Klimaausschuss
Im Ausschuss für Klima, Umwelt und Stadtentwicklung kritisierte Dieter Voß, Fraktionsvorsitzender der CDU, dieses Vorgehen scharf. „Der Ortseingang wird in Stücke gerissen, die neuen Schilder zergliedern unser Stadtbild.“ Er wies darauf hin, dass täglich hunderte von Schülern zu Fuß die Kreuzung Leiersmühle passieren, auf der nun theoretisch Tempo 100 gefahren werden könne. Die Polizei sieht dies anders. Auf dem kurzen Stück zwischen den beiden Ortstafeln an der Kreuzung sei es nicht möglich, auf 100 km/h zu beschleunigen. Wer dies dennoch vor einer Ampel versuche, verstoße gegen die StVO.
„Manchmal ist Straßenverkehrsbehörde sein nicht schön“, sagte Matthias Pack, Leiter des Wipperfürther Straßenverkehrsamts. Der bisherige Standort des Ortsschilds habe nicht den Richtlinien des Straßenverkehrsrechts entsprochen. Der Landesbetrieb habe ursprünglich sogar verlangt, das Ortseingangsschild bis an den Wipperhof zu verlegen – denn erst dort beginne die durchgehende Bebauung. Dann hätte die Stadt noch viele weitere Ortstafeln aufstellen müssen, unter anderem an der Kreuzung Gartenstraße, an der Straße Wolfsiepen und der Einmündung zum Felderhofer Kamp. Fachbereichsleiter Marius Marondel betonte, die Entscheidung sei nicht von der Stadt Wipperfürth ausgegangen. „Der Landesbetrieb hat uns klar gesagt: Ihr müsst das machen“, so Marondel.
Die Verwaltung signalisierte aber Gesprächsbereitschaft. Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern der Politik will man versuchen, zu einer Einigung zu kommen. Die CDU stellt bis dahin ihren Antrag, bei der Bezirksregierung eine Prüfung anzufordern und bis dahin zusätzliche Tempo-50-Schilder an der Kreuzung Leiersmühle aufzustellen, zurück.
