Am St.-Angela-Gymnasium kümmern sich Schüler um Bienenvölker - diesmal konnten sie den Honig selbst schleudern.
Schulbienen in WipperfürthSchüler schleudern ihren eigenen Honig

Mit einem Spatel muss die Wachsschicht entfernt werden.
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Der Biologie- und Mathematiklehrer Norbert Tekotte hat am Erzbischöflichen St.-Angela-Gymnasium noch ein weiteres Fach, das so allerdings nicht auf dem Lehrplan steht. Der Studiendirektor unterrichtet in einer Arbeitsgemeinschaft Bienenkunde: „Ich bin seit 2006 Lehrer hier am Gymnasium, 2008 habe ich das erste Wirtschaftsvolk aufs Schulgelände gebracht – und seitdem gibt es jedes Jahr eine ganze Menge zu tun.“
Wenn der erste goldene Honig aus der Schleuder fließt, das ist schon großartig
Die Schülerinnen und Schüler kümmern sich im Rahmen der AG um die Bienenvölker. Einmal im Jahr ist es für die jungen Imker dann so weit – der Höhepunkt und der Lohn für all die Mühen das Jahr über steht an. „Das Honigschleudern ist wirklich der schönste Moment im Imkerjahr. Wenn der erste goldene Honig aus der Schleuder fließt, das ist schon großartig“, sagt Tekotte.
Bislang hat die Ernte aber immer ohne Beteiligung der Schülerschaft stattgefunden – wegen der Sommerferien. In diesem Jahr war es anders. „Die Bienen waren schon vor den großen Ferien fertig mit ihrer Arbeit, so dass ich einen ganzen Vormittag lang mit vielen verschiedenen Klassen den Honig geschleudert habe. Das hat die Kinder und Jugendlichen, aber auch meine Kolleginnen und Kollegen wirklich ziemlich fasziniert“, sagt Tekotte und lacht: „Das war schon ein riesiger Aufwand – sechs Stunden Unterricht sind leichter zu bewerkstelligen.“
Imkern gehört zum Schulalltag
In der Cafeteria im St. Angela hatte er für frisch gebackenes Brot gesorgt, so dass alle gleich den leckeren Schulhonig probieren konnten. „Und natürlich gab es jede Menge Fragen, die ich im Rahmen eines kleinen Quiz zu beantworten versucht habe“, berichtet der Biolehrer.
Die fleißigen Bienen haben für viel Honig gesorgt, der nach dem Schleudern auch direkt in Gläser abgefüllt wurde, den die Kinder und Jugendliche aus insgesamt zwölf Klassen selbst gestaltet haben.
Für Norbert Tekotte ist das Imkern nicht nur irgendein Hobby. „Es geht um unsere Schöpfung, ihre Bewahrung ist als Thema fest im Unterricht verankert, etwa im Wahlpflichtbereich II für die Jahrgangsstufen 9 und 10 oder in einem Projektkurs Biodiversität in der Jahrgangsstufe 12“, sagt der Studiendirektor. Das Schulgelände, weitläufig und mit vielen Grün, biete dafür die idealen Voraussetzungen.
Und auch wenn schon einige Zeit keine Nonnen mehr auf dem Silberberg leben – für Tekotte ist das Imkern eine Erinnerung an die Lebensleistung der Ursulinen-Schwestern. „Die Alte Ökonomie, die Wirtschaftsräume und der Klostergarten sind stumme Zeugen davon, wie die Nonnen sich selbst und nachhaltig versorgten. So schließt sich der Kreis, wenn es heute unsere Schulbienen gibt.“
