Nur noch zu 28 Prozent ist die Wuppertelsperre gefüllt. Das stellt den Wupperverband vor Probleme. Die Trockenheit beschäftigt auch den Aggerverband.
TrockenheitOberbergs Talsperren führen zu wenig Wasser

Niedriger Füllstand der Wuppertalsperre
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Die Wuppertalsperre im Norden des Kreises führt kaum noch Wasser. Bedingt durch die langanhaltende Trockenphase mit einem historisch trockenen Monat Juli beträgt der aktuelle Füllstand gerade einmal 28 Prozent. Für den Wupperverband bedeute das eine enorme Herausforderung, so Susanne Fischer, die Pressesprecherin des Wasserwirtschaftsverbandes.
Die Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper wurden unter anderem dafür gebaut, den Fluss in Trockenphasen zu unterstützen. In der aktuellen Dürrephase profitiert davon die Wupper. Mit dem Wasser aus den Talsperren hat der Wupperverband nach eigenen Angaben bereits über viele Monate hinweg kontinuierlich eine „Mindestwasserführung“ im Fluss sichergestellt. Andernfalls bestände die Gefahr, dass die Wupper austrocknet.
Wasser für die Wupper
Außerdem wird mit dem Talsperrenwasser eine gute Durchmischung in der Wupper gewährleistet, die unter anderem auch das in den Kläranlagen gereinigte Abwasser aufnimmt. Da der Füllstand der Wuppertalsperre, die größte Brauchwassertalsperre im Gebiet des Wupperverbandes, nur noch bei 28 Prozent liegt, setzt der Wupperverband nun den nächsten Schritt seines Wassermanagements in der Dürrephase um.
In Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln wird die Niedrigwasseraufhöhung der Wupper seit Mittwoch erneut angepasst. Der Wupperverband gibt dann so viel Wasser ab, dass zusammen mit dem natürlichen, allerdings momentan sehr geringen Zufluss von Nebenbächen unterhalb der Wupper-Talsperre insgesamt 2.500 Liter pro Sekunde am Wuppertaler Referenzpegel Kluserbrücke fließen.
Die Bever muss mehr Wasser abgeben
Eine erste Anpassung der Wasserabgabe war Anfang August erfolgt. In diesem ersten Schritt hatte der Verband die Niedrigwasseraufhöhung von 3.500 Liter auf 3.000 Liter pro Sekunde reduziert. Außerdem bezieht der Verband nun die Bevertalsperre, die derzeit einen höheren Füllstand als die Wuppertalsperre hat, stärker für die Niedrigwasseraufhöhung ein. Aktuell lässt der Wupperverband mehr Wasser von der Bever in den Beverbach ab, und von dort in die Wupper und die Wuppertalsperre, nämlich 1.400 Liter pro Sekunde.
Noch liegt der Füllstand der Bever bei 59 Prozent. Die Bever ist durch Stollen mit der Neyetalsperre, der Schevelinger Talsperre und dem Mühlenteich Wasserfuhr verbunden. Besser sieht es aktuell an der Brucher und der Lingesetalsperre aus. Beide sind zu 72 Prozent gefüllt.
Hoffen auf viel Regen
Durch diese Maßnahmen, zu der auch ein Talsperrenmonitoring gehört, werde der aktuell vorhandene Wasservorrat bestmöglich ausbalanciert, betont der Wupperverband. Dabei habe man sowohl die Wupper als auch die Talsperren als Ökosysteme und Lebensraum für Gewässerorganismen im Blick. Beim Wupperverband hofft man auf weitere, ergiebige Niederschläge. Für die Natur, die Gewässer und die Talsperren sei Regen dringend notwendig.
Auch der Aggerverband spürt die Auswirkungen der Trockenheit. Aggertalsperre, Genkeltalsperre, und Wiehltalsperre sind noch gut zur Hälfte, zwischen 56 und 58 Prozent, gefüllt. In Sachen Trinkwasserversorgung gebe es aktuell keine Probleme, auch wenn der Bedarf um rund zehn Prozent angestiegen sei. Eine Rationierung droht derzeit nicht.
Trinkwassertalsperren sind auf ein sogenanntes „Doppeltrockenjahr“ ausgelegt. Falls es im kommenden Winter ausreichend regnet, sei die Trinkwasserversorgung gewährleistet. Dennoch rät der Wasserwirtschaftsverband zu einem sparsamen Umgang mit Trinkwasser, etwa beim Gießen des Gartens.
