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Vor 30 Jahren gegründetNoh Bieneen bietet in Wipperfürth Menschen mit Handicap ein Zuhause

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Das Foto zeigt drei Personen auf einem Sofa.

Nah Beieinander ist das Motto von Noh Bieneen.Auf demSofa sitzen Kim Causemann, Michael Blumberg und Angelina Walter (v.l.).

Eltern von Kindern der Anne-Frank-Förderschule gründeten vor 30 Jahren den Verein "Noh Bieneen". Er bietet Menschen mit Handycap ein Zuhause.

Manchmal braucht es nur eine gute Idee – und Menschen, die daran glauben und sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen. Dann kann etwas Großes daraus werden. So wie Noh Bieneen, ein Verein, der Menschen mit Behinderung betreut und ihnen ein Zuhause bietet. Der Name des Vereins „nah beieinander“ (noh bieneen auf Platt) ist Programm.

„Wir waren ursprünglich ein Elternstammtisch, deren Kinder die Anne-Frank-Förderschule besuchten“, erzählt Inge Röckerath, 1. Vorsitzende von Noh Bieneen und von Anfang an dabei. „Was wird aus unseren Kindern, wenn wir uns nicht mehr um sie kümmern können?“, diese Frage habe die Eltern umgetrieben. 1996 gründeten sie den Verein und sahen sich nach einem geeigneten Ort für eine Einrichtung um – in Thier, dort wo Röckerath lebt, wurden man fündig.

Mit einer Elterninitiative fing es an

Nach unzähligen Gesprächen und Verhandlungen, vor allem mit dem Oberbergischen Kreis, dem Landschaftsverband Rheinland und der Aktion Mensch, gab es schließlich grünes Licht, das Projekt konnte umgesetzt werden. Maßgeblichen Anteil daran hatten Claudia Finke und Martina Raczkowiak vom Vorstand des Vereins.

2001 begannen neben einem alten Fachwerkhaus die Bauarbeiten für das neue Wohnhaus in Thier, am 2. Juni 2003 zogen dort 22 junge Menschen ein. Doch das war nur der erste Schritt. 2006 erweiterte Noh Bieneen das Angebot um das Ambulant Betreute Wohnen, 2009 kam der Familienunterstützende Dienst hinzu. In Thier leben heute 36 Menschen mit Behinderung in Einrichtungen von Noh Bieneen, in Wipperfürth weitere 60.

Ein Unternehmen mit fast 100 Beschäftigten

Der Verein konnte außerdem die alte Thierer Dorfschule kaufen, die jetzt vielfältig genutzt wird. Dort findet am Samstag, 29. August, ab 13 Uhr auch das Sommerfest (siehe Kasten) statt. Aus der Elterninitiative ist in dreißig Jahren ein mittelständisches Unternehmen mit fast 100 Beschäftigten geworden.

Geschäftsführerin ist seit drei Jahren Sandra Umolac. „Wir arbeiten mit multiprofessionellen Teams“, betont sie. Noh bieneen sei gut mit anderen Organisationen vernetzt, etwa mit Kolping International, die Organisation habe bereits das dritte Jahr in Folge eine Freiwillige aus Südafrika nach Thier geschickt.

Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. Der Bedarf an Wohnplätzen ist nach wie vor groß, während Noh bieneen gleichzeitig massiv mit Fachkräftemangel kämpft – wie viele andere Unternehmen auch. Wichtig sind deshalb auch die vielen Ehrenamtler, die die Arbeit vor Ort unterstützen.

Inge Röckerath freut sich vor allem über den großen Rückhalt, den man im Dorf Thier genießt. „Ob Schützen oder andere Vereine, alle unterstützen uns.“ Noh bieneen bietet Menschen mit Handicap ein Zuhause. Darüber hinaus hat der Verein in den 30 Jahren seit seiner Gründung viel dafür getan, dass der Gedanke der Inklusion in Wipperfürth heute ganz anders wahrgenommen und umgesetzt wird. So existiert in der Hansestadt ein Inklusionsbeirat, ein Alleinstellungsmerkmal in Oberberg.


Noh Bieneen lädt für Samstag, 29. August, von 13 bis 18 Uhr zum Sommerfest ein. Gefeiert wird auf dem alten Schulhof in Thier, Johann-Wilhelm-Roth-Straße 36. Die Band Glad Bags spielt eine Mischung aus Rock, Beat und kölsche Tön, der Musikverein Thier bietet einen bunten Mix. Auf Groß und Klein warten ein Spiele-Parcours, ein Zauberer, Essen, Getränke und eine Ausstellung für mehr Zusammenhalt.