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Bergisch GladbachMüllsündern per Videoüberwachung auf der Spur

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Die Öffnung des Containers wird durch einen Sack verstopft.

Ein überquellender Altkleidercontainer in Bensberg.

Kampf gegen wilden Müll: Bergisch Gladbach überwacht Altkleidercontainer per Video. Die ersten Anlagen sind bereits installiert. 

Überquellende Altkleidercontainer sind in Bergisch Gladbach seit langem ein massives Problem und Ärgernis. Videoüberwachung soll jetzt Müllsünder in Bergisch Gladbach abschrecken und überführen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat bereits erste Systeme an ausgewählten Standorten in Betrieb genommen. Weitere Installationen folgen in den kommenden Wochen, kündigt die Stadtverwaltung an.

Jacken, Hosen und T-Shirts quellen aus den Klappen der vollgestopften Container hervor. Vor den Behältnissen türmen sich aufgerissene Plastiktüten, anderer Abfall aller Art wird einfach danebengelegt – Bilder der Verwahrlosung und ein Dauerärgernis, auf das die Stadt jetzt mit Videoüberwachung reagiert.

Im Umfeld der Container wird wilder Müll abgelagert

„Hintergrund dieser Maßnahme ist die in den vergangenen Monaten deutlich zunehmende Vermüllung sowie die vermehrte Ablagerung illegale Ablagerung von Abfällen im Umfeld der Containerstandorte“, erläutert Stadtsprecher Patrick Ortmanns.

Ziel ist es, Müllsündern auf die Spur zu kommen. „Mit der Videoüberwachung wollen wir ordnungswidriges Verhalten reduzieren, die Einhaltung der Entsorgungsregel verbessern und Verstöße künftig besser aufklären“, sagt Ortmanns. Die Überwachung der Container diene damit insbesondere der Prävention und dem Schutz der öffentlichen Ordnung.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat insgesamt 100 Altkleidercontainer im Stadtgebiet aufgestellt. Bis Redaktionsschluss gab die Stadtverwaltung keine Auskunft darüber, wie viele Hotspots mit Kameras ausgestattet und wie Verstöße geahndet werden sollen.

Viele Beschwerden von Anwohnern

Die Standorte werden extra nicht benannt. „Damit Bürgerinnen und Bürger nicht weiterhin viel Müll dort platzieren, wo noch keine Videoüberwachung vorhanden ist“, erklärt Ortmanns. Als Brennpunkt mit besonders viel wildem Unrat ist in den vergangenen Jahren der Trotzenburgplatz aufgefallen. Es gibt immer Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern.

Bürgermeister Marcel Kreutz hatte die Überwachungsstrategie in seiner Haushaltsrede ins Spiel gebracht, damit die Stadt gepflegter aussieht. Abgesehen von der Verschandelung des Stadtbildes führe diese Entwicklung zu erheblichen Zusatzkosten.

Die Stadtverwaltung bezifferte kürzlich auf Anfrage der CDU-Fraktion die Kosten für Reinigung der Standorte von Altglas- und Altkleidercontainern im Stadtgebiete auf einen höheren sechsstelligen Betrag. Der wilde Müll wird von der Stadt als Restmüll entsorgt.

Die Kontrollen per Video erfolgten unter strenger Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorgaben, betont Stadtsprecher Ortmanns. Die Kameras seien ausschließlich auf die Containerbereiche und deren unmittelbares Umfeld ausgerichtet: „Eine Auswertung der Aufnahmen findet nur bei konkretem Anlass und durch autorisierte Stellen statt.“ Zudem erfolge die Speicherung zeitlich begrenzt im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.

Die Stadt bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung, die bestehenden Entsorgungsangebote ordnungsgemäß zu nutzen und so zu einem sauberen Stadtbild beizutragen.