Für den Bergisch Gladbacher Stadtteil Gronau gibt es eine Strategische Entwicklungsplanung.
StadtplanungPerspektiven für Gronau werden entwickelt

Die Grundschule in Gronau
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Ein Blick auf den Stadtteil Gronau. Was fällt einem dazu ein? Vielen sicher das „Gronauer Wirtshaus“, am äußersten Rand, fast schon in der Stadtmitte.
Dann die große Wohnanlage an der Mülheimer Straße, zu Anfang der 1970er-Jahre vom damaligen „Baulöwen“ Franz Weissenberger errichtet. Das Gewerbegebiet an der Britanniahütte. Gemeinschaftsgrundschule, Hermann-Löns-Forum und Abenteuerspielplatz. Die ehemalige Pappen- und Papierfabrik C. F. Wachendorff. Die katholische St. Marienkirche. Die Fachhochschule der Wirtschaft. Das Gleisdreieck am Strang der S-Bahn-Strecke. Der Park- und Ride-Platz an der Bahn. Einkaufsmöglichkeiten, Autohäuser, viel Verkehr.
Ein Sammelsurium an Dingen ergibt sich. Eine Klammer, die alles eint, fehlt jedoch. Gronau ist ein Gebilde, das nicht richtig zu fassen ist. Die Stadt hat ein Strategisches Entwicklungskonzept für Gronau erarbeitet, die Politik zugestimmt, das Land mittlerweile Förderzusagen gegeben.
Mit dem Aufstellen von einigen Sitzbänken haben die Verantwortlichen den ersten Schritt gemacht. In diesem Jahr und in den folgenden Jahren werden weitere Schritte folgen. Missstände sollen behoben, der Stadtteil lebens- und liebenswürdiger werden. Denn bislang durcheilen die Autofahrer den Stadtteil meist auf der Mülheimer Straße. Beeinflussen kann die Stadt einiges, manches liegt dennoch nicht in ihrer Hand – wie die Entwicklung der Wachendorff-Flächen in den kommenden Jahren. Derzeit erscheint dort ein größeres Baugebiet wieder möglich.
Bürger befragt
Im Vorfeld hatten die Bürger das Wort. Es fanden Workshops statt und offene Einladungen. Die städtischen Planer legten alles zusammen und kamen auf 350 mögliche Ideen. Aus diesem Fundus an Vorschlägen sind zehn übrig geblieben, die die Stadt entwickeln möchte, unterstützt durch die Fördermittel des NRW-Städtebaus. Gronaus Grün soll sich entfalten, das Miteinander im Ort stärker werden, Baulücken sollen geschlossen werden, der Ort sich in alle Richtungen engmaschiger vernetzen: Die Leitlinien sind ambitioniert.
Grüne Infrastruktur: Sie soll entstehen im Umfeld des Regenrückhaltebeckens zwischen Refrather Weg und Am Rodenbach. Bewegungsangebote unter Bäumen sollen kommen, dazu Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten. 270.000 Euro soll all dies kosten, zwischen 80 und 90 Prozent sollen gefördert werden. An der Ferdinandstraße ist die Strunde nicht weit. Die Stadt spricht von einem „Freiraumkorridor“, der im Umfeld des Baches entstehen könnte.
An der jetzigen Wagenbauhalle der Karnevalsgesellschaften sollen Rutsch- und Kletterhügel für Kinder entstehen, Aussichtspunkte und Erlebnisräume. Der verwilderte Rasenplatz soll zu einem Ballspielbereich aufgewertet, der Spielplatz an der Gierather Straße attraktiver gestaltet werden. Fitnessgeräte für ältere Menschen sollen kommen, die Ferdinandstraße zu einer Fahrradstraße werden. Mit knapp 1,4 Millionen Euro ist dies eines der Kernprojekte für Gronau.
Stege zur Strunde
Es sollen sogar Stege oder Aussichtspunkte zur Strunde entstehen. Sämtliche Flächen, die die Stadt dafür benötige, seien in öffentlicher Hand, berichtet die Stadt. Dies mache die Umsetzung einfach. Ferdinandstraße und die umgebende Achse Dünhofsweg sollen mobilitätsfreundlich verändert und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden, Parkflächen künftig markiert werden.
In dieses Konzept passt auch die Umwidmung des südlichen Bereichs der Gierather Straße zur Fahrradstraße. Konzeptüberschrift: Eine Straße für alle. Auch auf den ehemaligen Bahndamm und den Refrather Weg schauen die Planer. Eine grüne Vernetzung soll entstehen, mit der Querung des Bahndamms. Die Stadt spricht von einer grünen Anbindung nach Heidkamp bis zu Schloss Lerbach (Park). Auch der verrohrte Scheidtbach soll wieder sichtbarer werden. Planungsbeginn soll 2028 sein, knapp 1,5 Mio. Euro will die Stadt investieren (Förderquote von bis zu 90 Prozent).
Neue Person für Gronau
Kommen soll außerdem ein für das Quartier zuständiger Beauftragter. Er soll mit Eigentümern sprechen und bei Leerständen vermitteln und motivieren. Nicht alle Baulücken müssten geschlossen werden, ist im Konzept nachzulesen. Es geht auch um Grünflächen oder zeitweilige Nutzungen, die hier oder da entstehen könnten.
Baumpflanzungen, Regenrückhaltung, Verdunstung: Klimaanpassung und Wassermanagement sind weitere wichtige Pfeiler. Und es soll ein „Grün-blauer-Korridor“ kommen, eine beispielhafte Umgestaltung des Straßenabschnitts zwischen Abenteuerspielplatz und Mülheimer Straße. An der Damaschkestraße soll der Zugang zur S-Bahn-Haltestelle komfortabler werden, weitere Abstellanlagen für Räder sollen kommen und eine gesicherte Querung der Mülheimer Straße mit ampelähnlichen Anforderungstasten.
Vieles soll sich bewegen in Gronau in den kommenden Jahren. Für alle in Gronau: Das ist die Idee der Planer.
