St. Hubertus-Bruderschaft stand kurz vor der Auflösung. Jetzt feiern die Refrather Schützen ihr 100-Jähriges mit einem großen Fest.
TraditionTrio rettet Schützenbruderschaft in Refrath

Seit 2020 gab es kein Schützenfest mehr in Refrath. Am Wochenende ziehen die St. Hubertus-Schützenbrüder wieder durch den Bergisch Gladbacher Stadtteil.
Copyright: Sankt-Hubertus-Schützen
Jetzt ziehen sie wieder durch Refraths Straßen. Endlich, werden viele denken. Seit der Corona-Epidemie hat es in Refrath kein öffentliches Schützenfest mehr gegeben. Am kommenden Wochenende aber erlebt die St. Hubertus Schützenbruderschaft Refrath einen echten Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte an: Die Bruderschaft feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Und das mit einem richtig großen Fest.
Am Samstag, 19. September, treten die Schützen um 15 Uhr am Haus Steinbreche an, marschieren dann zum noch amtierenden König Boris Biesdorf und holen ihn zur großen Party in der Steinbreche ab.
Neuer König wird eine Frau
Dort werden ab 19.30 Uhr die Flöckchen, die Schiffermädchen aus Steinenbrück, die Band Eldorado und die Pipes of Scotland erwartet. Der Sonntag beginnt um 11.30 Uhr mit einer heiligen Messe in St. Johann Baptist, um 14 Uhr gibt es einen Großen Zapfenstreich auf dem Kirchplatz, anschließend wird Heike Praemassing zum neuen König gekrönt. Sie hatte am vergangenen Wochenende nach dem 91. Schuss den Vogel heruntergeholt. König? Ja, in Refrath bleibt es auch bei Frauen bei der männlichen Bezeichnung.
Klingt alles nach lebendiger Tradition, aber die Schützenbruderschaft stand kurz nach der Corona-Pandemie vor dem finalen Aus. „2023 trat der gesamte Vorstand zurück und die Bruderschaft war kurz vor der Auflösung“, erinnert sich Jörg Praemassing. Doch einige wenige wollten unbedingt weitermachen. Jürgen Honrath übernahm 2023 den Vorsitz, ein Jahr später wurde Praemassing Erster Schützenbruder und ist es bis heute. Seine Frau Heike Praemassing ist als Kassiererin im Vorstand. Ohne dieses Trio gäbe es den Verein heute so nicht.

Heike und Jörg Praemassing setzten sich 2024 für die Rettung der St. Hubertus Schützenbruderschaft Refrath ein.
Copyright: Klaus Pehle
Spuren hat die Krise bis heute hinterlassen. Die Bruderschaft war schon über die Jahre kleiner geworden, die Schüler- und Jungschützenabteilungen mussten wegen fehlendem Nachwuchs aufgelöst werden. Jetzt sind es nur noch 33 aktive und etwas mehr als 70 inaktive Mitglieder. Dabei haben die Refrather Schützen ganz andere Zeiten erlebt. Noch in den 90ern waren rund 80 aktive Schützen im Jetzt ziehen sie wieder durch Refraths Straßen. Endlich, werden viele denken. Seit der Corona-Epidemie hat es in Refrath kein öffentliches Schützenfest mehr gegeben.
Große Party in der Steinbreche
Am kommenden Wochenende aber erlebt die St. Hubertus Schützenbruderschaft Refrath einen echten Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte an: Die Bruderschaft feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Und das mit einem richtig großen Fest. Am Samstag, 19. September, treten die Schützen um 15 Uhr am Haus Steinbreche an, marschieren dann zum noch amtierenden König Boris Biesdorf und holen ihn zur großen Party in der Steinbreche ab.
Dort werden ab 19.30 Uhr die Flöckchen, die Schiffermädchen aus Steinenbrück, die Band Eldorado und die Pipes of Scotland erwartet. Der Sonntag beginnt um 11.30 Uhr mit einer heiligen Messe in St. Johann Baptist, um 14 Uhr gibt es einen Großen Zapfenstreich auf dem Kirchplatz, anschließend wird Heike Praemassing zum neuen König gekrönt. Sie hatte am vergangenen Wochenende nach dem 91. Schuss den Vogel heruntergeholt. König? Ja, in Refrath bleibt es auch bei Frauen bei der männlichen Bezeichnung.
Klingt alles nach lebendiger Tradition, aber die Schützenbruderschaft stand kurz nach der Corona-Pandemie vor dem finalen Aus. „2023 trat der gesamte Vorstand zurück und die Bruderschaft war kurz vor der Auflösung“, erinnert sich Jörg Praemassing. Doch einige wenige wollten unbedingt weitermachen. Jürgen Honrath übernahm 2023 den Vorsitz, ein Jahr später wurde Praemassing Erster Schützenbruder und ist es bis heute. Seine Frau Heike Praemassing ist als Kassiererin im Vorstand. Ohne dieses Trio gäbe es den Verein heute so nicht.
Spuren der Krise sind noch präsent
Spuren hat die Krise bis heute hinterlassen. Die Bruderschaft war schon über die Jahre kleiner geworden, die Schüler- und Jungschützenabteilungen mussten wegen fehlendem Nachwuchs aufgelöst werden. Jetzt sind es nur noch 33 aktive und etwas mehr als 70 inaktive Mitglieder. Dabei haben die Refrather Schützen ganz andere Zeiten erlebt. Noch in den 90ern waren rund 80 aktive Schützen im verein engagiert.
Gegründet hat sich die Bruderschaft am 28. März 1926, das erste Schießen gab es am 25. September 1926. Wilhelm Henk hieß der erste König und am 2. Oktober zogen 19 befreundete Schützengesellschaften und Ortsvereine zu dessen Ehren durch Refrath. 1930 gab es laut der aktuellen Festschrift eine kuriose Geschichte: Beim Fackelzug anlässlich des Schützenfestes kam der Kommandant vom Weg ab und marschierte in voller Uniform in den Kahnweiher. Angeblich sei er vom Fackelschein geblendet worden sein.
Nach 15 Jahren Zwangspause während der Nazi-Diktatur und der Nachkriegszeit wurde die Bruderschaft am 24. September 1950 neu gegründet. Die 60er und 70er Jahre waren erfolgreiche Jahrzehnte für die Bruderschaft, die meistens bis zu 20 befreundete Vereine zu den Festen begrüßen konnten. 1990 waren die Refrather der erste Schützenverein in der Region, der auch Frauen aufnahm.
Sportschützenabteilung ist in Planung
1994/95 war es auch schon Heike Praemassing, die damals als erste Frau Schützenkönigin der Bruderschaft wurde. „Wir waren damals die Ersten, die Frauen mit allen Rechten und Pflichten aufgenommen haben“, sagt Praemassing. Beim Schießen gibt es keinen Unterschied und auch nicht bei der Bezeichnung. Auch die Schützenköniginnen heißen hier König.
„Wir werden jetzt gerade wieder ein bisschen größer“, sagt der Erste Brudermeister zur aktuellen Situation. Geplant ist aktuell die Gründung einer neuen Sportschützengruppe, mit der man auch die jungen Menschen wieder für den Verein gewinnen will. Jeden Freitag ab 19 Uhr treffen sich die Schützen zum Training im Schützenheim an der Turnhalle in Refrath. „Wer uns kennenlernen will, kann dann gerne mal vorbeikommen“, so Praemassing. Noch in den 90ern waren rund 80 aktive Schützen im Verein engagiert..
Gegründet hat sich die Bruderschaft am 28. März 1926, das erste Schießen gab es am 25. September 1926. Wilhelm Henk hieß der erste König und am 2. Oktober zogen 19 befreundete Schützengesellschaften und Ortsvereine zu dessen Ehren durch Refrath. 1930 gab es laut der aktuellen Festschrift eine kuriose Geschichte: Beim Fackelzug anlässlich des Schützenfestes kam der Kommandant vom Weg ab und marschierte in voller Uniform in den Kahnweiher.
Angeblich sei er vom Fackelschein geblendet worden sein. Nach 15 Jahren Zwangspause während der Nazi-Diktatur und der Nachkriegszeit wurde die Bruderschaft am 24. September 1950 neu gegründet. Die 60er und 70er Jahre waren erfolgreiche Jahrzehnte für die Bruderschaft, die meistens bis zu 20 befreundete Vereine zu den Festen begrüßen konnten.
1990 waren die Refrather der erste Schützenverein in der Region, der auch Frauen aufnahm. 1994/95 war es auch schon Heike Praemassing, die damals als erste Frau Schützenkönigin der Bruderschaft wurde. „Wir waren damals die Ersten, die Frauen mit allen Rechten und Pflichten aufgenommen haben“, sagt Praemassing. Beim Schießen gibt es keinen Unterschied und auch nicht bei der Bezeichnung. Auch die Schützenköniginnen heißen hier König.
„Wir werden jetzt gerade wieder ein bisschen größer“, sagt der Erste Brudermeister zur aktuellen Situation. Geplant ist aktuell die Gründung einer neuen Sportschützengruppe, mit der man auch die jungen Menschen wieder für den Verein gewinnen will. Jeden Freitag ab 19 Uhr treffen sich die Schützen zum Training im Schützenheim an der Turnhalle in Refrath. „Wer uns kennenlernen will, kann dann gerne mal vorbeikommen“, so Praemassing.
