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KarnevalszugIn Kürten-Dürscheid spazierten jecke Haltestellen durch den Ort

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Jecke als Schneeflocken im Dürscheider Karnevalszug

Jecke Flocken auf Tour. Die Fußgruppe der Dürscheder Mellsäck, auch als KG Famillisch bekannt, zeigte sich sehr kreativ.

Mit dem Rosenmontagszug erlebten die Dürscheider den Höhepunkt des Straßenkarnevals.

 „Mama, Gruppenfoto!“ Die junge Tänzerin der Mellsäckchen ruft ganz laut, und schon strömen alle in ihren currygelben Kostümen zusammen. Dann macht es „klick, klick“, die Mellsäckchen werfen ihre Arme nach oben und jubeln – so schön kann Karneval sein. Grund zum Strahlen hatten am Rosenmontag alle Karnevalisten in Dürscheid.

Nicht nur, dass die Sonne die Jecken küsste. Auch der große Festzug der KG Dürscheder Mellsäck kam als bunter, prächtiger Lindwurm daher. „Dürsched Alaaf!“: Dieser Ruf erscholl laut durchs ganze Tal, in Blissenbach, Steeg, Steintor, Winterberg und Spitze.

Zugchef Florian Dorff brachte es vor dem Zugstart auf den Punkt: „Das ist einfach grandios!“ Statt des diesmal nicht vorhandenen Prinzenpaares feierten die Mellsäck ihre „Famillisch“ mit Prinzengarde, Mellsäckchen, Tanzgruppe und allen Vereinsmitgliedern.

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26 Abteilungen gab es diesmal zu beschauen, darunter Festwagen von allen drei großen Kürtener Karnevalsgesellschaften und den Gästen aus Bergisch Gladbach, den Schlader Botzen.

Auch vier Musikkapellen machten mit, heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Musik, nicht zu knapp, kam auch von vielen Bagagewagen. Die Karnevalisten spielten auf, und die Mellsäck übernahmen für alle Zuggruppen die Gebühren für GEMA und Versicherungen.

Mittendrin tanzten die Schneeflöckchen Samba, die Fußgruppe der Mellsäck hatte sich eine in wunderbare Flockenwelt verwandelt, alles fest auf dem Rücken geschnallt. Dazu ein blaues Kostüm und blaue Haare. Diese zarten Flöckchen waren ein Hingucker für alle Jecken am Straßenrand, sogar ein Plastik-Schneemann hatte sich zu den Flocken hinzugesellt und verteilte fleißig Süßwaren an die Pänz.

Nachwuchs fehlt überall

Der Nachwuchs ist im Handwerk rar, meinten die vielen Jecken vom heimischen Bäderbauer Mora. Aber wo bleibt das nächste Prinzenpaar – reimten sie keck weiter. Die Kapellengemeinschaft zu Spitze mutierte zu einem Trupp närrischer Haltestellen. „Von Spitze bis zum Dom, mer fahre bald autonom“, hatten sie als ihr Motto ausgegeben.

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Bald soll tatsächlich ein autonomes Shuttlesystem kommen, von Bensberg über Moitzfeld bis Kürten-Spitze, der Kreis lässt das Projekt gerade prüfen. „In den 50ern sollte auch die Eisenbahn mal bis Herrenstrunden kommen“, ruft einer aus der jecken Gruppe, und von Herrenstrunden bis Spitze sei es ja nur noch ein Katzensprung. Wie gewohnt rollte auch die kleine Jakobskapelle mit, mitangeschoben von Eike Kirch, dem neuen Vorsitzenden des emsigen Vereins.

In Dürscheid machten zwei Zug-Moderatoren Laune. Ortsvereine und Geschäftsleute hatten für Getränke- und Imbissstände gesorgt. Als die letzten Wagen später nachmittags anrollten, wären die Jecken sonst zur närrischen Turnhalle geströmt. Diesmal fiel dieses bunte Treiben ins Wasser. Wegen hoher Auflagen und Kosten hatte sich kein Ausrichter gefunden.

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