Festnahme in OdenthalRasante Verfolgungsjagd mutmaßlicher Geldautomatensprenger endet in Sackgasse

Lesezeit 3 Minuten
Ein dunkler Audi steht auf einer Wiese, im Hintergrund sind Häuser zu sehen.

In einer Sackgasse in Odenthal-Osenau endete die Flucht der drei Niederländer, die im Märkischen Kreis einen Geldautomaten gesprengt haben sollen.

Eine rasante Verfolgungsfahrt endete für drei mutmaßliche Automatensprenger in Odenthal. Szenen einer Wärmebildkamera zeigen die Jagd.

Ein Hubschrauber kreist in der Luft, in rasanter Geschwindigkeit verfolgt ein Polizeiwagen einen dunklen Audi. Dessen Insassen sollen mit bis zu Tempo 160 unterwegs sein, versuchen die Verfolger abzuschütteln, blenden die Beamten mit einem Laserpointer. Zum Verhängnis allerdings wird ihnen schließlich eine Sackgasse.

Das Twitter-Video des Innenministeriums zeigt die Fahndung mit Bildern aus einer Wärmebildkamera eines Polizeihelikopters.

Die drei jungen Männer sitzen in der Falle, versuchen noch zu Fuß zu flüchten, werden aber – auch mit Hilfe des Polizeihubschraubers – weiter verfolgt und schließlich festgenommen, wozu die Beamten laut Polizeibericht Pfefferspray einsetzen. Zuvor sollen sie das Fluchtfahrzeug auch mit einer Nagelsperre zu stoppen versucht haben.

Ende einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd, die in der Nacht zu Mittwoch, von Kierspe im Märkischen Kreis durch Oberberg und Rhein-Bergs Norden bis nach Odenthal führte.

Männer sollen Geldautomaten in Kierspe gesprengt haben

In Kierspe sollen die drei Männer aus den Niederlanden im Alter von 23 bis 24 Jahren am frühen Mittwochmorgen einen Geldautomaten gesprengt und dabei das Gebäude einer Genossenschaftsbankfiliale schwer beschädigt haben, wie die Staatsanwaltschaft Hagen und die Kreispolizei des Märkischen Kreises am Mittwochvormittag mitteilten.

„Kurz vor zwei Uhr hörten Anwohner mehrere Explosionen im Bereich eines Automaten an der Friedrich-Ebert-Straße in Kierspe und wählten den Notruf“, so ein Polizeisprecher am Morgen danach. Als die Nachbarn aus dem Fenster schauten, sahen sie, dass aus der Bankfiliale eine komplette Hauswand herausgesprengt war.

Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Polizeisprecher der Kreispolizei aus dem Märkischen Kreis

Durch umherfliegende Teile sei sogar die Fassade eines gegenüberliegenden Gebäudes beschädigt worden, so ein Polizeisprecher. „Verletzt wurde glücklicherweise niemand.“

Den Tatverdächtigen gelang unterdessen zunächst die Flucht. Die Polizei nahm die Verfolgung auf. „Das Fahrzeug konnte im Märkischen Kreisgebiet zuletzt im Raum Halver gesehen, jedoch nicht gestoppt werden“, so der Sprecher der dortigen Kreispolizei.

Von dort aus dürfte die rasante Flucht weiter über Wipperfürth und Hückeswagen Richtung Rhein-Berg geführt haben. In Wermelskirchen jedenfalls fiel das Fluchtfahrzeug, ein dunkler Audi, gegen 2.25 Uhr ebenfalls alarmierten Polizeikräften auf.

Auffällig: Die Tatverdächtigen fuhren nicht – wie sonst in solchen Fällen – auf die Autobahn, sondern schlugen sich weiter über Land durch. Wohl auch, weil sie nun wieder von der Polizei verfolgt wurden.

Über die B51 ging es nach Burscheid, weiter nach Leverkusen, aber auch dort an der Einmündung auf die Odenthaler Straße nicht nach rechts Richtung A3, sondern nach links: über Bergisch Gladbach-Schildgen und von dort nochmals wieder weiter aufs Land Richtung Odenthal. In Osenau bogen die Tatverdächtigen dann – für sie fatalerweise – ins Wohngebiet ab, wo die halsbrecherische Flucht in einem Waldstück an besagter Sackgasse zu Ende ging.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Auch eventuelle Zusammenhänge zu anderen Taten werden geprüft.
Christian Tholl, Polizeisprecher der rheinisch-bergischen Kreispolizei

„Im Fahrzeug fanden Polizeibeamte umfangreiches Spuren- und Beweismaterial, das nun ausgewertet wird“, so ein Polizeisprecher. Ob sich darunter auch Geld aus dem Automaten befand, teilten die Ermittler zunächst nicht mit. Der Audi wurde sichergestellt.

„Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, so Rhein-Bergs Polizeisprecher Christian Tholl. Auch eventuelle Zusammenhänge zu anderen Taten würden geprüft.

NRW-Innenminister Herbert Reul aus Leichlingen lobt die Arbeit der Polizei

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) aus Leichlingen äußerte sich so: „Eine lange Verfolgungsjagd vom Tatort über die Autobahn in den Wald, mit Einsatz von Polizeihubschrauber und Nagelsperre: Was da vergangene Nacht in Kierspe begann und in Bergisch Gladbach endete, ist ein Glanzstück polizeilicher Fahndungsarbeit. Hier wurde blitzschnell gehandelt, alle Register gezogen und am Ende die mutmaßlichen Sprenger dingfest gemacht. Die beteiligten Polizisten haben da vergangene Nacht ganz viel richtig gemacht, der Einsatz und die drei Festnahmen sind mustergültig.“

Rundschau abonnieren