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Alte Debatte, neue PläneAuf Overather Ginsterfeld könnte Recycling-Anlage für Bauschutt entstehen

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Rechts oberhalb der Autobahnbrücke könnte auf einer rund fünf Hektar großen Fläche eine Recycling-Anlage für Bauschutt entstehen.

Rechts oberhalb der Autobahnbrücke könnte auf einer rund fünf Hektar großen Fläche eine Recycling-Anlage für Bauschutt entstehen.

An möglichen Plänen für das Ginsterfeld hagelt es schon Kritik, bevor sie konkret sind.

Die Zukunft des Ginsterfeldes treibt Politik, Verwaltung und nicht zuletzt Anwohnende seit Jahren um. Nach langem Hin und Her hat die Stadt das Feld mit dem neuen Flächennutzungsplan (FNP) als Gewerbegebiet ausgewiesen. Es gibt laut Erstem Beigeordneten Thorsten Steinwatz Überlegungen, wie der Teil des Feldes, das der Stadtentwicklungsgesellschaft (Sego) gehört, erschlossen werden könnte. Die seien aber „noch nicht konkret“.

Overatherin bringt Licht ins Dunkel

Die Anfrage einer Bürgerin brachte allerdings etwas Licht ins Dunkel dieser nicht-öffentlichen Überlegungen. Sie habe gehört, dass auf dem Feld eine Recycling-Anlage für Bauschutt entstehen solle. Auf Anfrage wollte Steinwartz das nur teilweise bestätigen: „Das mag eine von vielen Überlegungen sein“, sagte er. Die Stadt stehe mit mehreren Akteuren im Austausch, da das Gelände „topografisch nicht einfach zu erschließen“ sei.

Man müsse gucken, welche Firmen wie mit den Gegebenheiten umgehen, aber: Es müsse generell umgestaltet werden, wenn es gewerblich genutzt werde. Außerdem könne es nur über die Autobahn hinweg erschlossen werden, da das Feld an diese angrenzt. „Da das eine Kreisstraße ist, stehen wir auch mit der Kreisverwaltung im Austausch“, berichtete Steinwartz.

Bekannter Investor soll Recycling-Anlage bauen wollen

Laut Informationen der Redaktion, wolle ein bekannter Investor aus der Privatwirtschaft die Recycling-Anlage auf der rund fünf Hektar großen, abschüssigen Fläche bauen. Dafür müssten fast 20 Meter Höhendifferenz durch Aufschüttungen ausgeglichen werden. Die gesamte Erschließung werde mehrere Millionen Euro kosten. Und die Kritiker argumentieren weiter: Durch die Lage auf dem Hang seien viel mehr Bürgerinnen und Bürger von den Emissionen betroffen, die die Aufbereitung von mineralischen Wert- und Reststoffen verursacht, als bei einer Tallage.

Durch die Art von Anlagen entstehe viel Lärm und Staub. In dieser Höhe würde beides kaum abgefangen und unter anderem ins Stadtzentrum und zur Wohnsiedlung Ferrenberg getragen werden. In einer Tallage bekämen die Overather weniger davon mit. Wovon die Einwohnenden ebenfalls viel zu sehen und zu hören bekämen, seien der An- und Abtransport der Lieferungen. Aus den Informationen, die dieser Zeitung vorliegen, geht hervor, dass rund 80 Lkws am Tag die Anlege ansteuern werden. Das müsse die Infrastruktur mitmachen und bedeute weiteren Lärm und Emissionen für die Overather.

Ginsterfeld letzte große Gewerbefläche Overaths

Außerdem könne man den Bauschutt durch diese erhöhte Position auch aus vielen Teilen Overaths sehen. Das Ginsterfeld ist das letzte großflächige Gebiet der Stadt, das für gewerbliche Nutzung vorgesehen ist. Da erscheint es eine Überlegung wert, dieses Feld so zu gestalten, dass es möglichst vielseitig genutzt werden kann und dort möglichst viele Arbeitsplätze entstehen. Die Recycling-Anlage werde aber den gesamten Platz einnehmen – und verschaffe weniger als zehn Arbeitsplätze. Auch zu diesem Thema hält sich die Verwaltung bedeckt. Der Punkt fließt laut Steinwartz auch in die Überlegungen mit ein.

Die Zukunft des Ginsterfeldes liegt also weiterhin im Nebel. Die Verwaltung rechne bis spätestens Anfang nächsten Jahres mit konkreteren Plänen, die müssten dann noch in sämtlichen Gremien beraten werden. Und dann würden auch alle offenen Fragen beantwortet.

Es lassen sich aber erste Silhouetten erkennen, die die Debatte um das Feld wieder aufleben lassen könnten. Schon 2013 wurden die damaligen Pläne, das Feld als Gewerbegebiet auszuweisen, aus Teilen der Politik und der Bevölkerung scharf kritisiert. Anwohnende gründeten die „Bürgerinitiative Ginsterfeld“, um den Rat mit einem Bürgerantrag dazu zu bewegen, die Planung zu überprüfen. Auch einige Ratsmitglieder unterstützten diese Initiative, betonten aber, dass es sich nicht um einen Antrag gegen das Gewerbegebiet handle. Sie glaubten lediglich, dass die Pläne der Prüfung nicht standhalten.