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UnterhaltungBegeisterung im Publikum bei Hendrichs "Affenzirkus"

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Ein Mann auf einer Bühne reckt die Hände in die Höhe so wie das Publikum vor ihm.

Ob als selbstironischer Büttenredner, Rocker oder Sänger – mit seinem Comedy-Programm „Mehr Affen als Gehege“ traf Markus Hendrich in der Untereschbacher „Hamacher Solar“-Eventlocation ins Schwarze.

Pointen, Publikumsnähe und viel Lokalkolorit in der neuen Eventlocation in Untereschbach.

Der Plan seiner Tochter klang erstmal schmeichelhaft: „Wenn ich erwachsen werde, werde ich wie Papa.“ Die Antwort der Mama eher ernüchternd: „Entweder – oder! Entweder du wirst erwachsen – oder wie Papa.“ Das Publikum im zur Kleinkunst-Location gemauserten ehemaligen Showroom für Luxus-Leihwagen bricht in Gelächter aus – volles Haus, ausgelassene Stimmung und ein Abend voller Lacher. Mit seinem Comeback-Comedy-Programm „Mehr Affen als Gehege“ begeisterte der vormalige Radio-Berg-Moderator und Comedian Markus Hendrich das Publikum in der neuen „Hamacher Solar-Eventlocation“ in Overath-Untereschbach. Die noch junge Veranstaltungshalle auf dem Gelände hinter dem Lidl-Markt hat zweifellos das Zeug zur neuen In-Location im Overather Sülztal zu werden. Damit sie jeder Gast findet, ist der Weg zu ihr an diesem Abend – passend zu Hendrichs Programm – mit großen Bananen ausgewiesen. Die erste baumelt gleich an der Einfahrt neben der Lindlarer Straße von einem Hubsteiger.

Drinnen ist die Stimmung gleich nahbar. Hendrich begrüßt seine Gäste im Publikum, eine ganze Reihe singen auch im etwas anderen Marialindener Männerchor „Laut aber Schief“, in dem auch Hendrich nach einem Bericht für seinen Sender längst eine feste Showgröße geworden ist. In seinem Programm setzt der aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens stammende Bühnen- und Wortkünstler auf Alltagsbeobachtungen, spart dabei nicht mit Selbstironie und perfektioniert die spontane Publikumsinteraktion. Ob Vorurteile im Alltag, Familienleben mit drei Kindern oder die Tücken moderner Kommunikation – kaum ein Thema bleibt unberührt. Besonders seine Anekdoten aus dem Familienalltag trafen den Nerv des Publikums. Mit trockenem Humor schilderte er etwa Diskussionen rund um Kindererziehung, Smartphone-Nutzung und WhatsApp-Elterngruppen, die im Saal für zahlreiche Wiedererkennungslacher sorgten, wenn Kommunikation über Geschenke für Lehrer, Kinderkrankheiten und private Sorgen der Familien wild durcheinandergehen.

Auch der Overather Bürgermeister bekommt sein Fett weg

Ein roter Faden ist Hendrichs Blick auf den „Affenzirkus des Lebens“, wie er es selbst nennt. Dabei spannt er den Bogen von persönlichen Erlebnissen bis hin zu gesellschaftlichen Themen – von Fitnesswahn und Social Media bis hin zu Politik und aktuellen Nachrichten. Auch aus dem Bergischen. Overaths Bürgermeister Michael Eyer bekommt genauso sein Fett weg wie Friedrichs Frisur in Berlin oder Münchens Insta-Markus. Und auch als Büttenredner versucht sich Hendrich nach allen „Regeln“ der Karnevalskunst, nicht ohne deren vermeintliche „Erfolgsrezepte“ selbst aufs Korn zu nehmen. Die passenden Tuschs erzeugt er vorsichtshalber selbst mit Hilfe eines roten Buzzers auf dem Rednerpult: „Was bedeuten Männer im Knast? Artgerechte Haltung!“

Auch ein spontaner Austausch mit dem Publikum gehört zum Programm und verleiht der Show eine lebendige, spontane Dynamik – zumal dort nicht nur Chorkollegen, sondern jede Menge andere bekannte Menschen sitzen, mit denen Hendrich bereits zu tun hatte: vom TV-Tierexperten Christian Ehrlich aus Bensberg bis zum Overather Koch Andreas „Lüdi“ Lüdenbach, mit dem Hendrich sich an Sauce hollandaise versuchte.

Ein Mann steht als Büttenredner mit Pappnase auf einer Bühne.

Auch als Büttenredner präsentierte sich Markus Hendrich bei seinem Comedy-Programm.

Ein besonderer Höhepunkt war das große Finale, in dem Hendrich seine Entscheidung zu einer Vasektomie humorvoll inszenierte und das Publikum aktiv einbezog. Die Mischung aus Stand-up, musikalischen Einlagen mit versierten Musikern von Keyboarder Nils Wergner (Zesamm) über Gitarrist Thomas Wagner bis hin zu Saxophonist Steve Borz und direkter Ansprache sorgte für durchgehend gute Stimmung.

Auch hinter den Kulissen zeigte man sich zufrieden. Veranstalter und Gäste sprachen von einer „gewachsenen Tradition“, die man weiter ausbauen wolle. Die Mischung aus lokaler Verbundenheit, persönlicher Nähe und hochwertiger Unterhaltung scheint dabei das Erfolgsrezept zu sein.

Am Ende des Abends verabschiedete sich Hendrich mit einer augenzwinkernden Botschaft: Trotz aller Absurditäten des Alltags solle man den Humor nicht verlieren. Das Publikum dankte es ihm mit langanhaltendem Applaus – ein klares Zeichen dafür, dass dieser besondere Comedyabend in Untereschbach noch lange in Erinnerung bleiben wird – und Lust macht auf mehr.