Wegen steigender Herausforderungen in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, werden die Ämter neu zugeschnitten.
KatastrophenschutzWie sich Rhein-Bergs Gefahrenabwehr für die Zukunft rüstet

Notfall-Infopunkt Kreishaus, Rheinisch-Bergischer Kreis, Feuerwehr, Kreisverwaltung, Blaulicht, Katastrophenschutz
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Starkregen, Stürme und erhöhte Waldbrandgefahr infolge des Klimawandels, aber auch die Gefahr von Stromausfällen und lange nicht mehr gekannter Bedrohungen unter anderem infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine – die Anforderungen an den Rettungsdienst, die Leitstelle sowie im Brand- und Katastrophenschutz sind deutlich gestiegen.
Im Kreishaus hat man unter dem Eindruck dieser Lage die Aufgabengebiete neu zugeschnitten, deren Aufteilung in den vergangenen Jahren hohe Wellen geschlagen und für Unmut unter anderem bei den Feuerwehren im Kreis gesorgt und wohl mit dazu beigetragen hatte, dass der vorherige Kreisbrandmeister die Brocken hingeschmissen und zur Bezirksregierung gewechselt war.

Der Ende 2024 ins Amt gekommene Kreisbrandmeister Manuel Packhäuser ist nun Amtsleiter.
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Sein Ende 2024 ins Amt gekommene Nachfolger Manuel Packhäuser, der als Kreisbrandmeister auch den Landrat in der sogenannten nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr zu beraten hat, ist nun nicht mehr länger in die Kreishaushierarchie unter zwei Amtsleitern eingruppiert, sondern wird selbst Amtsleiter. Dazu ist das Amt für Rettungsdienst, Bevölkerungs- und Brandschutz ab Januar 2026 in die Ämter Rettungsdienst und Leitstelle (Amt 38) sowie Brand- und Katastrophenschutz (Amt 37) aufgegliedert worden, wie die Kreisverwaltung erst jetzt mitgeteilt hat.
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„Aus sicherheitspolitischer Sicht ist es wichtig, den Entwicklungen im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes Rechnung zu tragen“, erläutert der neue Landrat Arne von Boetticher (CDU). Ein Neuzuschnitt der Ämter erhöhe die Effizienz und Effektivität und sichere die Zukunftsfähigkeit der Gefahrenabwehr und der Notfallversorgung im Rheinisch-Bergischen Kreis, so von Boetticher: „Somit stärken wir die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, stellen uns den kommenden Herausforderungen proaktiv und sind für die Zukunft gut gerüstet.“
Immer wichtigerer Stellenwert
Aufgrund der sicherheitspolitischen Gesamtsituation nimmt der Zivil- und Katastrophenschutz einen immer wichtigeren Stellenwert ein und bringt damit neue Herausforderungen für die Kreise mit sich. „Ebenso kommt es zu steigenden Anforderungen im Bereich des Rettungswesens, beispielsweise durch eine Zunahme von Notrufen“, so eine Sprecherin des Kreises. Daneben gehe auch die Einführung digitaler Systeme mit erhöhten Anforderungen an die Leitstelle und den Kreis als Träger des Rettungsdienstes einher. Eine zunehmend differenziertere Bewertung von Hilfeersuchen ermögliche einen „zielgenauen Einsatz der Ressourcen, um eine bestmögliche Versorgung sicherzustellen“.
Mit einer ausschließlich für den Rettungsdienst und Leitstelle zuständigen Organisationseinheit will der Kreis nach eigenen Angaben ein „Zeichen für mehr Vereinheitlichung und Qualität“ setzen: „Die Strukturen im Rettungsdienst werden weiter harmonisiert, beispielsweise wird die Vorhaltung von Arzneimitteln und Medizintechnik konsequent kreisweit nach dem aktuellen Stand von Sicherheit und Technik ausgerichtet.“
Vernetzung wird gestärkt
Auf der anderen Seite könnten mit der fachlichen Neugliederung die Themen Brand- und Katastrophenschutz „noch spezifischer und fokussierter betrachtet werden“, heißt es in der Begründung der Kreisverwaltung für die Neuordnung. Durch Bündelung von Brand- und Katastrophenschutz in einem eigenen Fachamt werde zudem die Vernetzung und Zusammenarbeit mit den kommunalen Feuerwehren und den Hilfsorganisationen gestärkt sowie den gestiegenen gesellschaftlichen, fachlichen und technischen Erwartungen an einen modernen und leistungsfähigen Brand- und Katastrophenschutz Rechnung getragen. Zudem folge diese fachliche Zuordnung den unterschiedlichen, sehr komplexen Rechtsgrundlagen, nämlich dem Rettungsgesetz NRW und dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz, die sich beide derzeit in der Novellierung befinden.
Während Kreisbrandmeister Manuel Packhäuser das neue Amt für Brand- und Katastrophenschutz leitet, bleibt das Amt für Rettungsdienst und Leitstelle wie gehabt unter der Leitung des Verwaltungsfachmanns Thomas Hagen gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Dr. Florian Breuer. „Neben dem Rettungsdienst werden hier auch weiterhin die Verwaltungs- und Ordnungsaufgaben für den Rettungsdienst, wie Gebührenkalkulation und -erhebung, wahrgenommen“, so eine Kreissprecherin. Auch die Leitstelle bleibe hier angegliedert.
Im neuen Amt für Brand und Katastrophenschutz soll laut Kreis unterdessen auch die Förderung und Stärkung des Ehrenamts einen hohen Stellenwert einnehmen – ein Ansatz, der auch das Verhältnis zu den Feuerwehren im Kreis wieder verbessern helfen dürfte.
