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Nach PodiumsdiskussionBergheimer Politiker fordert neuen Umgang mit der AfD

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Zu sehen ist Winfried Kösters, Ortsbürgermeister von Ahe.

Winfried Kösters, Ortsbürgermeister von Ahe, fordert einen anderen Umgang mit der AfD.

Winfried Kösters rechnet mit zersplitterten Mehrheitsverhältnissen im Bergheimer Stadtrat.

Die Kandidaten von SPD und Grünen sagen für eine Bürgerinformation zur Zukunft der Remigius-Grundschule ab, weil die AfD mit auf dem Podium sitzt – und lösen so eine Debatte über den Umgang mit den ganz Rechten aus. „Der aktuelle Streit um die Einladung einer AfD-Kandidatin zur Bürgerversammlung ist nur ein Vorgeschmack auf die Diskussionen, die nach der Kommunalwahl auf alle zukommen werden“, sagt Ahes Ortsbürgermeister Winfried Kösters.

Kösters, der für die FDP im Rat sitzt, wagt einen Ausblick. Wenn die AfD ein ähnliches Ergebnis erzielen sollte wie bei der Bundestagswahl, könnte sie mit zehn Ratsmitgliedern eine starke Fraktion bilden. Auch könnte sie zwei oder drei Ortsbürgermeister stellen.„ Gleichzeitig wird der Rat zersplitterter, da es keine Fünf-Prozent-Hürde gibt“, sagt Kösters. Zwei Prozent Stimmenanteil könnten dann schon einen Sitz im Bergheimer Ratssaal bedeuten.

Bergheim: Mehrheitsfindung im Stadtrat wird wohl schwieriger werden

„Wenn keiner mit der AfD zusammenarbeiten will – und das haben fast alle im Vorfeld erklärt – bedeutet das, dass die Mehrheitsfindungs- und Entscheidungsprozesse schwieriger werden“, sagt Kösters. Es werde eine enorme Kompromissfähigkeit gebraucht, die auch akzeptiere, dass sich jede Fraktion und Gruppierung wiederfinden will. „Da in der Vergangenheit Ratsmitglieder, die einer Mehrheit angehörten, dies anderen, die einer Minderheit angehörten, immer wieder haben spüren lassen, sind auch Kränkungen und Verletzungen entstanden, die glaubwürdig überwunden werden müssen.“

Kösters fordert einen anderen Umgang, „um zu keinem kommunalpolitischen Stillstand zu kommen“. Es brauche eine andere Art von politischer Steuerung mit unabhängigen, moderationserfahrenen Menschen. „Wer dann empört den Saal verlässt, sorgt zwar für Schlagzeilen, aber nicht für eine zukunftsorientierte Entwicklung einer Stadt“, sagt Kösters.