Der Ortsbürgermeister von Ahe warb beim Bundesinnenministerium um ein Feuerwerksverbot zu Silvester. Die Antwort stellte ihn nicht zufrieden.
Briefwechsel zu BöllerverbotDobrindt erteilt Bergheimer Ortsbürgermeister eine Absage

An Silvester 2023/24 wurden Rettungskräfte in Ahe mit Böllern beworfen, der Ortsbürgermeister setzt sich deshalb für ein Verbot ein.
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Um für ein Feuerwerksverbot zu werben, hatte Winfried Kösters, Ortsbürgermeister von Ahe, Anfang des Jahres dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt geschrieben. Nun hat Kösters eine Antwort – nicht von Dobrindt persönlich, sondern von seinem Ministerium.
Im Antwortbrief heißt es, dass die weit überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ein friedliches Silvester feiere und die Tradition des Feuerwerks Vielen wichtig sei. Ein bundesweites Verbot für privates Silvesterfeuerwerk sei aus Sicht des Bundesinnenministeriums nicht verhältnismäßig, heißt es im Brief.
Bergheim: Ortsbürgermeister von Ahe fühlt sich bei Böllerei alleingelassen
Offen sei das Ministerium allerdings beim Wunsch für mehr Steuerung und Regelung zu Silvesterfeuerwerk, weswegen in diesem Jahr mit den Ländern über mehr Spielräume für Beschränkungen beraten werde. Dazu verweist der Brief auf bestehende Möglichkeiten, Feuerwerk einzuschränken, etwa bei Nähe zu brandempfindlichen Gebäuden oder in besonders dicht besiedelten Gebieten.
Der Bergheimer Ortsbürgermeister hat nicht den Eindruck, dass die Antwort von viel Problembewusstsein zeugt. „Es reicht eben nicht mehr zu beraten und auf das zu verweisen, was schon möglich ist. Als Ortsbürgermeister komme ich mir da schon alleingelassen vor“, sagt Kösters.
Großer Aufwand vor Silvester betrieben
Zwar blieb die Silvesternacht in Ahe zum neuen Jahr verhältnismäßig ruhig, nachdem es in den vergangenen Jahren etwa zu Bränden und Übergriffen auf Rettungskräfte gekommen war. Dafür sei aber ein immenser finanzieller, personeller, sachlicher und zeitlicher Aufwand nötig gewesen, hauptamtlich wie ehrenamtlich, wie Kösters in seinem Brief an Dobrindt formulierte.
Der Ortsbürgermeister von Ahe sieht einerseits einen Mangel an Empathie insbesondere gegenüber Älteren oder Menschen mit Behinderungen, etwa im Hinblick auf Ängste und der Lärmbelästigung. Zum anderen würden die Gefahren unterschätzt, insbesondere bei Kindern.
Eine positive Sache zieht er allerdings aus der Antwort – er habe nun einen Kontakt zu einer Mitarbeiterin des Bundesinnenministeriums. „Vielleicht kommt sie mal im Vorfeld von Silvester 2026 vorbei und lässt vor Ort wissen, was alles möglich wäre, um das zu verhindern, was Menschen hier erleben müssen. Ich werde sie einladen“, sagt Kösters.

