L93n in BergheimGrünen-Politiker kritisiert Befürworter der Umgehungsstraße

Lesezeit 2 Minuten
Ein rot-weißes Plakat, das an einem Zaun neben einer Straße befestigt ist, fordert den Bau einer Umgehungsstraße.

Auf einem Plakat in Rheidt-Hüchelhoven wird der Bau der Ortsumgehung für Pulheim, Fliesteden und Büsdorf, der L93n, gefordert.

Fraktionsvorsitzender Peter Hirseler fordert mehr Sachlichkeit in der Debatte um die geplante Ortsumgehung für Bergheim und Pulheim.

Der Wunsch Helmut Pauls (CDU), die Diskussion um den geplanten Bau der Umgehungsstraße L93n „wieder auf eine sachliche Ebene herunterzuholen“, wird vom Bergheimer Grünen-Fraktionsvorsitzenden Peter Hirseler inhaltlich kritisiert. Damit könne Paul, Vorsitzender des Ausschusses für Klima, Umwelt und Mobilität, „nur die Gegner des neuen Autobahnzubringers L93n meinen“.

Indem er ihnen Unsachlichkeit vorwerfe, agiere Paul selber unsachlich, findet Hirseler. „Denn die Gegner der L93n verwenden hauptsächlich die Daten und Fakten des Landesbetriebes Straßen. Dem wird Herr Paul wohl kaum Unsachlichkeit vorwerfen.“

Hirseler stellt umgekehrt die Sachlichkeit der Befürworter des Straßenneubaus infrage. So sei ein Unfall in Büsdorf mit dem Fehlen der Umgehungsstraße begründet worden. „Interessiert jemanden die Unfallursache? Trunkenheit, medizinischer Notfall, geistige Umnachtung, Raserei?“, fragt Hirseler. „Als könne so etwas mit einer L93n nicht mehr passieren.“

Auch ein Unfall mit einem Schüler an einer Bushaltestelle in Fliesteden  sei prompt auch auf die fehlende Umgehungsstraße geschoben worden. „Nicht die schlecht angelegte Bushaltestelle und die seit zig Jahren unterlassene Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrt waren schuld“, sagt Hirseler.

Kritik an Verlegung der Bushaltestellen in Büsdorf und Fliesteden

Vor Kurzem erst habe Elisabeth Hülsewig, die Ortsbürgermeisterin von Fliesteden, mitgeteilt, dass die Schulbushaltestellen in Büsdorf und in Fliesteden zum Schutz der Kinder vor dem Verkehr verlegt werden. „Weshalb wurden denn diese ,gefährlichen' Schulbushaltestellen überhaupt erst eingerichtet?“, fragt Hirseler „Wer hat sie genehmigt? Wusste die Ortsbürgermeisterin davon? Wer war überhaupt auf die blödsinnige Idee gekommen, die Schüler in Büsdorf auf einen 1,5 Meter breiten Gehweg zu verbannen, bloß weil der in der richtigen Richtung des Busses liegt?“

Jahrzehntelang sei der Wartebereich auf dem Dorfplatz beziehungsweise vor der alten Schule gewesen, wo er jetzt wieder sei. „Da konnten die Kinder während der Wartezeit herumlaufen und spielen“, sagt Hirseler. „Nach der Verlegung der Schulbushaltestelle hatten die Eltern alle Hände voll zu tun, dass die Kinder nicht auf die Fahrbahn geraten. Sie mussten quasi in einer Herde zusammengepfercht werden.“

Elisabeth Hülsewig nutze nun die Korrektur einer krassen Fehlentscheidung als Begründung für ihre L93n, kritisiert Hirseler. „Es würde der Thematik wirklich guttun, wenn sich alle sachlich mit dem Thema auseinandersetzen würden", sagt der Grüne. „Dann dürfen Vorkommnisse, die ganz andere Gründe haben, nicht mehr zur Rechtfertigung einer rückwärtsgewandten Verkehrspolitik missbraucht werden.“

Rundschau abonnieren