Großer Zulauf beim Schmiedefest in Bergheim-Oberaußem.
Tradition lebt aufBeim Schmiedefest in Bergheim greifen Besucher selbst zum Hammer

Das Schmieden im wiederaufgebauten Handwerksbetrieb von Karl Peter und Rosemarie Decker stand im Mittelpunkt des Oberaußemer Schmiedefestes. Wer wollte, durfte es unter fachkundiger Anleitung ausprobieren.
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Zunächst formte sich das heiße Eisen in Herzform auf dem Amboss noch unter den Hammerschlägen von Sarah Bläser. Bis es entzwei sprang. Eine Hälfte des Herzens fiel zu Boden, wo es sogleich einen vertrockneten Grashalm verkohlte. „Schade, das Eisen hat schon einen Riss gehabt, der fügt sich auch durch Hammerschläge nicht mehr zusammen. Wir machen etwas anderes daraus“, tröstete Sarah Bläser die 22-jährige Marit. Die Frau aus Dormagen war eigens zum Schmiedefest gekommen, um noch einmal den Hammer zu schwingen – mit dem alten Handwerk habe sie sich schon zu einer anderen Gelegenheit kurz auseinandergesetzt.

Die Vinzentius-Schützen luden zum Schießen in ihrem ehemaligen Schützenhaus ein.
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Auch Sarah Bläser, die ihr den Umgang mit dem Hammer zeigen wollte, bezeichnete sich noch als Anfängerin. Seit rund eineinhalb Jahren lerne sie in der Museumsschmiede am Haus der Begegnung, dem ehemaligen Haus der Vinzentius Schützenbruderschaft, das Schmieden. Wer wollte, durfte zum Fest das Handwerk unter Anleitung von Mitgliedern der Gruppe ausprobieren, die noch bei Dieter Staatz lernen.

Der Oberaußemer Familienchor Friends of Music umrahmte das Schmiedefest mit Liedern aus vielen schönen Stimmen.
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„Das Eisen wird so gut oder schlecht, wie man Ideen hat“, lautet der Grundsatz von Staatz, und es komme auf die richtige Temperatur an. In seiner Schlosserlehre habe er als 16-Jähriger vor vielen Jahrzehnten das Schmieden gelernt. Eine Tabelle, die die Glühfarben des Eisens bis hin zur Weißglut Temperaturen bis zu 1200 Grad zuordnet, zeigte er vor.
Die Tafel biete einen guten Anhaltspunkt, er verlasse sich aber auf seine Erfahrung, wann der Zeitpunkt gekommen sei, das Eisen aus dem Feuer in der Esse zu nehmen – „und zwar bevor es verbrennt.“ Sei einmal der Kohlenstoff im Eisen verglüht, dann reiße das Material. Wer bei Staatz in die Lehre geht, der lernt als erstes, eine Spitze zu schmieden. „Wer das kann, beherrscht die Grundlagen für das Schmieden und kann darauf aufbauen“, sagte er. Das brauche viel Übung, immer wieder treibe er junge Leute an, sich an der nächsten Spitze weiter zu vervollkommnen.

Der Mühlenverein lud zum Mittagessen vom Grill ein.
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Mit dem Aufbau der funktionsfähigen Schmiede des letzten Oberaußemer Schmiedebetriebes von Karl Peter und Rosemarie Decker Anfang der 2020er Jahre habe das Stadtteilforum die Grundlage für das Schmiedefest gelegt, erläuterte Bernd Gützlaff vom Forum. Ein Fest, an dem sich alle sechs Vereine aus dem Haus der Begegnung beteiligten.
Erlös wird zur Unterhaltung und Renovierung des Hauses genutzt
#Der Erlös wird zur Unterhaltung und Renovierung des Hauses genutzt. Neben dem Stadtteilforum beteiligten sich der FC-Fanclub „Iwisch jeck“ an der Theke, der Mühlenverein Oberaußem am Grill sowie die Mitglieder des Imkervereins Mittlere Erft e. V. und die Traktorfreunde Rheidt-Hüchelhoven. Die Schützen luden im einstigen Schützenhaus auf ihren Schießstand ein. Auch für den Schützenverein, der viele Jahre mangels Mitgliedern geruht habe, sei das Fest eine gute Reklame, freute sich Brudermeister Dieter Ebert.
Mittlerweile sorgten junge Leute für frischen Wind bei den Schützen. Der in Oberaußem verwurzelte Familienchor „Friends of Music“ sang vor. „Es ist schön zu sehen, dass unser Schmiedefest so gut angenommen wird“, freute sich die Sprecherin des Stadtteilforums Gaby Brüggen.
