Während die Langenackerstraße saniert wird, könnte der Verkehr über bestehende Straßen oder eine neue Trasse rollen.
Alternative gefordertGegen geplante Verkehrsführung in Brühl formiert sich Widerstand

Noch ist die Anna-Schmitz-Straße in Brühl-Ost eine Sackgasse.
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Im kommenden Jahr soll die Sanierung der Langenackerstraße, der Straße Lindenhof und der Sophienstraße im Brühler Osten starten. Rund drei Jahre müssen sich Autofahrer auf Einschränkungen einstellen. Den Anwohnern bereitet aber noch mehr die von der Verwaltung bislang angedachte Verkehrsführung Sorge. Die Umleitung könnte über die Straße „An der alten Zuckerfabrik“ und die Anna-Schmitz-Straße verlaufen. Letztere – bislang eine Sackgasse, die an einer begrünten Mauer endet – würde dann aufgebrochen, um die Durchfahrt zu ermöglichen.
Gegen dieses Vorhaben hat sich Widerstand formiert. „Bislang haben sich schon 166 Anwohnerinnen und Anwohner aus Brühl-Ost einer Initiative angeschlossen“, teilt Sascha Lanzrath mit. Er ist Anwohner und sorgt sich um die Sicherheit. Die angedachte Ausweichroute verlaufe „mitten durch den verkehrsberuhigten Bereich, in dem ein beliebter Kinderspielplatz liegt und Kinder auf der Straße spielen“.
Mauer am Ende der Straße würde vorerst weichen müssen
Der teilweise Abbruch der Mauer, die dem Lärmschutz dient, widerspreche dem geltenden Bebauungsplan, betont er. Zudem gebe es keine Bürgersteige, Fußgängerinnen und Fußgänger, spielende Kinder und der bislang geringe Anliegerverkehr teilen sich den schmalen Straßenraum.
Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden sich die bisherigen rund 100 Fahrten täglich versiebenfachen, sagt die Initiative. „Unsere Spielstraße ist keine geeignete Ausweichstrecke. Hier spielen Kinder, hier gibt es keine schützenden Bürgersteige“, erklärt Laszlo Friedmann, einer der Initiatoren.
Hans-Hermann Hürth, Vorsitzender Ortsgemeinschaft Brühl-Ost, kann die Sorgen nachvollziehen. „Am besten wäre es gewesen, man hätte die Straßensanierung vor dem Bau des angrenzenden Bürgerparks in Angriff genommen, dann hätte es dort nämlich Platz für eine Ausweichroute gegeben“, findet er. Diese Chance sei aber verstrichen.
Daher plädiert Hürth für eine Umleitungsstraße über den Fußballplatz zwischen Langenackerstraße und Schildgesstraße. „Das könnte die Lösung sein, auch wenn dies mit höheren Kosten verbunden ist“, sagt er. Diese Idee entspricht der Forderung der Initiative. Diese schlägt alternativ vor, „immer eine Hälfte der Fahrbahn der zu sanierenden Straßen befahrbar zu lassen“.
Verwaltung kann die Bedenken nachvollziehen
Ralf Ritter, Technischer Beigeordneter der Stadt, erklärte, die Bedenken seien grundsätzlich nachvollziehbar. Er kündigte eine ergebnisoffene Prüfung an. „Noch fehlen die Einschätzung der Polizei zur Verkehrssicherheit und die genaue Kostenbewertung. Die Diskussion ist also nicht abgeschlossen“, so Ritter. Eine erste Äußerung der Verwaltung, wonach eine Trasse über den Sportplatz rund eine Million Euro koste, ist überholt. „Wir würden wohl deutlich darunter liegen“, so Ritter, der weitere Beratungen ankündigt.
