Der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) für den Rhein-Erft-Kreis hat anlässlich des Tags der Wohnungslosen neue Zahlen veröffentlicht.
SKM ist alarmiertZahl der Menschen in Rhein-Erft ohne eigenes Zuhause nimmt rasant zu

Immer mehr Menschen im Rhein-Erft-Kreis haben keine eigene Wohnung mehr. (Symbolfoto)
Copyright: Andreas Arnold/dpa
Es sind düstere Zahlen, die der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) für den Rhein-Erft-Kreis anlässlich des Tags der Wohnungslosen Menschen bekannt gibt: 3.615 Menschen waren 2024 im Rhein-Erft-Kreis als Obdachlose untergebracht – mehr als zweieinhalbmal so viele wie 2020. Auch die Zahl der Menschen ohne Obdach mit postalischer Erreichbarkeit bei der Wohnungsnotfallhilfe des SKM stieg von 140 auf 250.
„Die Entwicklung zeigt: Wohnungsnot ist längst kein Randproblem mehr. Die Wohnungsnotfallhilfe verzeichnete im vergangenen Jahr 2.621 Beratungsanfragen, wovon 1.811 Personen mehrfach vorstellig wurden“, teilt der SKM mit. Hinter jeder Zahl stehe ein Mensch. „Wir müssen hinschauen und handeln, bevor Menschen ihre Wohnung verlieren“, so Torsten Heerz, Vorstandsvorsitzender des SKM.
Wohnungslosigkeit habe viele Ursachen, von steigenden Wohnkosten und fehlendem bezahlbarem Wohnraum über Überschuldung und Arbeitslosigkeit, Krankheit bis hin zu familiären oder persönlichen Krisen. Häufig kämen mehrere Faktoren zusammen. Zunehmend sei ein Anstieg an älteren hilfesuchenden Personen erkennbar.
Gefordert werden Prävention und niedrigschwellige Versorgung, wenn der Wohnungsverlust noch verhindert werden kann. Beratung bei Mietschulden, Unterstützung im Kontakt mit Behörden und konkrete Hilfen zum Erhalt von Wohnraum könnten entscheidend sein, so der SKM. Gleichzeitig brauche es verlässliche Angebote für Menschen, die bereits wohnungslos sind.
