Zerstörtes Marien-HospitalKrippe als Zeichen der Hoffnung für Klinik aufgebaut

Fast sieht es aus, als spiele die Szene vor der Klinik.
Copyright: Ulla Jürgensonn
Erftstadt-Frauenthal – Die Fliesen gleich hinter der Eingangstür klappern. Sie haben sich gelöst, das spürt und hört man, wenn man darauf tritt. „Aber das ist der einzige Schaden, den unsere Kapelle genommen hat“, sagt Dr. Franz-Gerd Rips vom Vorstand der Stiftung Marien-Hospital. Das Hochwasser im Juli, das die Klinik komplett verwüstet hat, kam zum Glück für das Gotteshaus von dessen Rückseite, sodass es nicht mit voller Wucht gegen die Tür drückte.
Der frühere Lechenicher Pfarrer Wilhelm Hösen, der immer noch als Subsidiar im Einsatz ist, hat eine Weihnachtskrippe in der Kapelle aufgebaut – als Zeichen der Hoffnung. Hinter der Szene mit Maria und dem Jesuskind, umgeben von Hirten und Schafen, ist ein Bild der Klinik platziert, das die Zerstörung zeigt, aber auch die Container für den Schutt. „Chaos und Neuaufbau“ hat Hösen auf einem Informationsblatt dazu getitelt.
Marien-Hospital in Erftstadt wohl noch Monate geschlossen
Die Schuttcontainer werden mittlerweile nicht mehr gebracht, aber der Neuaufbau wird erhebliche Zeit in Anspruch nehmen, wohl erst Ende kommenden Jahres können die Stationen wieder belegt werden.
Die Kapelle hat eine lange und wechselvolle Geschichte, das Kloster Marienthal wurde erstmals 1220 in einer Urkunde erwähnt, im Laufe der Jahrhunderte wechselte es mehrfach den Besitzer. Die Klosterkirche wurde zu einem beliebten Wallfahrtsziel. 1586 wurden Kloster und Kirche von niederländischen Söldnern in Brand gesteckt. Jahrzehnte später wurde die Kirche wieder aufgebaut, um ein Drittel verkleinert zwar, aber mit einer gewölbten Holzdecke und einen schiefergedeckten Dach.
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Eine gewölbte Kassettendecke ist bis heute der Blickfang in der kleinen Gotteshaus. Das nächste größere – und kostspielige – Projekt soll die Restaurierung der Orgel sein. „Wir haben schon mal angefangen, Spenden dafür zu sammeln“, sagt Franz-Georg Rips.



