Laut dem Rhein-Erft-Kreis handelt es sich um verfaulende landwirtschaftliche Erzeugnisse nahe Erftstadt-Lechenich.
Nahe LechenichKreis identifiziert eine Quelle für Gestank in Rhein-Erft – Suche geht weiter

Seit Wochen stinkt es wieder in drei Städten.
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Die Suche nach dem Gestank in Brühl, Hürth und Erftstadt zieht immer weitere Kreise. Seit Wochen beklagen Bürger und Städte eine Geruchsbelästigung. Nun hat der Rhein-Erft-Kreis eine Geruchsquelle bei einem Betrieb in der Nähe von Erftstadt-Lechenich festgestellt, wie er mitteilt.
Noch können die Bürger allerdings nicht aufatmen. Denn es handelt sich dabei jedoch nicht um die entscheidende Quelle für den Gestank, so die Kreisverwaltung. So teilt die Behörde mit: „Nach derzeitigem Kenntnisstand kann diese Quelle nicht die Ursache für die seit mehreren Wochen gemeldeten starken Geruchsbelästigungen im südlichen Rhein-Erft-Kreis sein.“ Insbesondere aus Brühl und Hürth lägen Meldungen aus unterschiedlichen Zeiträumen und Bereichen vor.
Wohl nicht Quelle für Gestank: Kreis prüft weiter Hinweise auf weitere mögliche Ursachen
Die Kreisverwaltung prüfe deshalb weiterhin Hinweise auf weitere mögliche Verursacher. „Eine abschließende Zuordnung aller Beschwerden zu einem oder mehreren Verursachern ist derzeit noch nicht möglich.“
Auf den Betrieb nahe Lechenich sei die Kreisverwaltung durch konkrete Hinweise des Ordnungsamtes der Stadt Erftstadt aufmerksam geworden. „Die Ursache ist klar identifiziert worden“, so Pressesprecher Thomas Schweinsburg. Es handele sich um verfaulende landwirtschaftliche Erzeugnisse. Nach Informationen dieser Redaktion soll es sich dabei um größere Mengen Zwiebeln und Kartoffeln handeln.
Die Kreisverwaltung versucht nach eigenen Angaben „mit Nachdruck, die Beseitigung voranzutreiben“. Aufgrund eines laufenden Insolvenzverfahrens gestalte sich die Kontaktaufnahme und damit die Beseitigung „extrem schwierig“, so der Behördensprecher. Wie der Kreis auf Anfrage mitteilt, ist der Insolvenzverwalter für die Abwicklung zuständig. Sollten alle anderen Maßnahmen nicht wirken, sei ein weiterer Schritt eine Ersatzvornahme. Dann würde der Kreis auf Kosten des Verursachers tätig.
Suche nach der Ursache für die Geruchsbelästigung geht weiter
Die Suche nach dem Verursacher für die wochenlange Geruchsgelästigung in Brühl, Hürth und Erftstadt dauert damit weiter an. Das Vorgehen bei der Suche der Ursache erläutert der Kreis wie folgt: Zunächst würden die Meldungen der Bürgerinnen und Bürger nach Ort, Zeitpunkt, Dauer und Art des Geruchs ausgewertet, diese würden dann wiederum miteinander und, soweit möglich, mit Wetterdaten und Erkenntnissen zu infrage kommenden Betrieben und Anlagen abgeglichen.
„Verdichten sich die Hinweise auf einen bestimmten Standort, folgen weitere Prüfungen und gegebenenfalls Kontrollen vor Ort.“ Dies übernehme für viele Betriebe im Kreisgebiet der Rhein-Erft-Kreis als untere Umweltschutzbehörde. „Bei bestimmten größeren oder aufgrund ihrer Betriebsart besonders geregelten Anlagen ist dagegen die Bezirksregierung Köln für die Überwachung und Kontrolle zuständig.“
Die beteiligten Behörden tauschten vorliegende Hinweise und Erkenntnisse aus, die zuständige Stelle verfolge sie weiter. Weiter stünden Kreisverwaltung, betroffene Städte und Bezirksregierung Köln im stetigen Austausch.
In Brühl reagiert man inzwischen genervt auf die andauernde Suche. Dieser Redaktion liegen mehrere Beschwerden von Bürgern vor. Nach Auskunft von Bürgermeister Dr. Marc Prokop (CDU) erreichen auch die Verwaltung „täglich zahlreiche Beschwerden über Geruchsbelästigungen“, die man an die zuständigen Stellen bei Kreis und Bezirksregierung weiterreiche. Auch kontaktiere man diese Institutionen regelmäßig, um „auf die für die Brühler Bürgerinnen und Bürger unerträgliche Situation hinzuweisen“.
Brühler Bürgermeister zeigt sich erstaunt über lange Suche
Prokop sagt, er sei erstaunt, dass die langanhaltenden und regelmäßigen Geruchsbelästigungen von den zuständigen Behörden bislang nicht lokalisiert werden konnten. „Auch wenn Geruchsbelästigungen in einem begrenzten Umfang nach den gesetzlichen Vorschriften hinzunehmen sind, überschreitet die jetzige Situation inzwischen doch eindeutig die Toleranzgrenze“, so der Bürgermeister.
Brühl und Hüth bitten ihre Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe. Geruchsbelästigungen kann man für Brühl hier und für Hürth hier melden.
