Abo

Im toten WinkelFahrradtraining für Frechener Grundschüler kommt gut an

3 min

Das Fahrradtraining kam bei den Schülern und Schülerinnen aus Frechen gut an.

Frechen – Tote-Winkel-Unfälle enden fast immer schrecklich. Um sie möglichst zu vermeiden hat Polizeihauptkommissarin Claudia Färber in Frechen das Fahrradtraining um einen weiteren Baustein erweitert. Seit Beginn des neuen Schuljahrs lernen die Kinder der vierten Klassen aller sieben Grundschulen, was es mit dem toten Winkel auf sich hat. Färber ist für die Verkehrserziehung der Grundschülerinnen und -schüler zuständig und will, dass die Kinder erfahren, wie unsichtbar sie im toten Winkel für die Lkw-Fahrerinnen und -fahrer sind.

„Die Kinder sollen sich selbst davon überzeugen“, sagte Färber. Ihr gehe es auch darum, die Sinne der Kinder zu schärfen und das gegenseitige Verständnis zu steigern. Unterstützt wird die Hauptkommissarin bei dem neuen Projekt von der Freiwilligen Feuerwehr Frechen und den Grundschulen. „Ich habe alle sieben Grundschulen in Frechen angeschrieben und ihnen das Projekt vorgestellt“, berichtete Färber. Die Resonanz sei großartig gewesen.

Belinay durfte als Erste ins Führerhaus klettern.

Die zehnjährige Belinay war das erste Kind, das beim Fahrradtraining der Ringschule in das Führerhaus des Feuerwehrfahrzeuges klettern durfte. Drum herum hatten sich ihre Klassenkameraden in die markierten toten Winkel gestellt. „Ich konnte sie einfach nicht sehen“, sagte die Zehnjährige hoch oben auf dem Fahrersitz saß. Dabei habe sie schon ganz genau in alle Spiegel und durch die Front- und Seitenscheiben geschaut.

„Bisher haben die Kinder im Rahmen des Fahrradtrainings einen Film zum toten Winkel gesehen“, berichtete Klassenlehrerin Anja Grieger. Sehr viel intensiver sei jedoch diese direkte Demonstration am Feuerwehrauto.

Erst wenn die Kinder aus dem toten Winkel heraustreten, kann der Lkw-Fahrer sie im Spiegel oder vor dem Wagen sehen.

Dass ein Einsatzfahrzeug auf ihrem Schulhof parkte und sie hineinklettern durften, fanden auch die Kinder der 4b der Drachenklasse super. Die Feuerwehrmänner Daniel Krämer (27) und André Baars (30) erklärten ihnen genau, was sie zu tun hatten. Dass sie als Fußgänger und Fahrradfahrer im toten Winkel für die Fahrer der Lkw nicht zu sehen sind, verwunderte die Kinder.

„Da kriegt man ja Angst“

„Das hätte ich nie gedacht“, meinte die zehnjährige Hanna. „Da kriegt man ja Angst“, meinten auch Lena und Bruno. „Die Lkw bräuchten rund um das Führerhaus außen starke Lampen, die die toten Winkel hell und grell ausleuchten“, meinte Mia (9). Beim Fahrradtraining hat sie aber auch gelernt, wie sie selbst erkennen kann, dass sie im toten Winkel steht und was sie dann zu tun hat.

Das könnte Sie auch interessieren:

Claudia Färber: „Wenn ihr den Lkw-Fahrer weder durch die Spiegel, noch durch die Scheiben des Fahrzeugs sehen könnt, seit ihr im toten Winkel. Und wenn ihr den Fahrer nicht sehen könnt, dann sieht er euch auch nicht. Nur ihr selbst könnt diese Gefahrensituation verlassen, indem ihr eure Position so verändert, dass ihr den Fahrer seht.“ Ganz wichtig sei es den Blickkontakt mit den Fahrerinnen oder Fahrern zu suchen. Gleiches gelte natürlich auch bei Autofahrern.

Das Fahrradtraining endet vor den Sommerferien im kommenden Jahr mit einer theoretischen und praktischen Prüfung, nach der ein Fahrradpass ausgehändigt wird.