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Hambacher Forst Polizisten sollen Filmemacher brutal zusammengeschlagen haben

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Polizei sperrt die Straßen zwischen Kerpen und Morchenich im Bereich des Tagebaus Hambach.

Hambach – Der als „Braunkohletourist“ und Dokumentarfilmer in der Szene bekannte Todde Kemmerich erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei Aachen. Bei einem „Waldspaziergang“ im Tagebau Hambach sei er „mit Gewalt zu Boden gerissen, von mehreren Beamten mit Schlagstöcken traktiert, gefesselt und ins Gesicht geschlagen“ worden, teilt er über seinen Rechtsanwalt mit. Seine Filmkamera sei dabei zerstört worden.

Mehrere Stunden habe er in Gewahrsam der Polizei verbringen müssen. Im Gespräch mit unserer Zeitung räumt Kemmerich ein, gegenüber den Beamten „ein paar blöde Kommentare“ abgegeben zu haben, nachdem sie ihn aufgefordert hätten, das Rodungsgelände im Hambacher Forst zu verlassen. Seine Äußerungen würden aber in keiner Weise das massive Vorgehen der Polizisten rechtfertigen.

Schädelprellungen und Hirntrauma

Im Schreiben des Anwalts heißt es, der „Braunkohletourist“ habe unter anderem „Schädelprellungen, ein Schädelhirntrauma mit zerebralen Funktionsstörungen und posttraumatischer Sehschwäche“ erlitten. Er sei arbeitsunfähig und leide unter den Folgen.

Bei einer Pressekonferenz in Aachen ging Polizeipräsident Dirk Weinspach nach Auskunft seiner Pressestelle mit Hinweis auf ein schwebendes Verfahren nicht näher auf die Vorwürfe ein. Man werde sehr sorgfältig ermitteln, versprach er.

Ansonsten zog Weinspach eine Bilanz der seit Februar gegründeten Einsatzkommission Hambach des Polizeipräsidiums Aachen. Seit sie ihre Arbeit aufgenommen habe, sei die Zahl der Straftaten um 40 Prozent zurückgegangen. Weinspach verurteilte die jüngsten Gewalttaten seit Beginn der neuerlichen Rodungsarbeiten. Die Straftaten würden mit aller Konsequenz verfolgt.

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