Abo

Grothus fordert TempolimitGrüne aus Kerpen sieht Waldbrände als Verschärfung der Klimakrise

2 min
Auf dem Foto der Feuerwehr Erftstadt ist das Ausmaß der Brände in Hürtgenwald zu erkennen.

Auf dem Foto der Feuerwehr Erftstadt ist das Ausmaß der Brände in Hürtgenwald zu erkennen.

Antje Grothus hält ein Aus der fossilen Brennstoffe, ein Tempolimit und eine Reduzierung von Verbrennermotoren für erforderlich.

Angesichts der schweren Waldbrände in Nordrhein-Westfalen fordert die Kerpener Landtagsabgeordnete Antje Grothus (Grüne), endlich die Zeichen der Zeit zu erkennen: Die Klimakrise verschärfe sich – „und wir müssen sie weiter bekämpfen“. Vor allem die Hauptursachen müssten beseitigt werden, sagt die 62-Jährige in einem Post auf ihrer Facebook-Seite.

Ihrer Ansicht nach müssten Emissionen reduziert werden: „Raus aus den fossilen Brennstoffen, rein in den Ausbau der Erneuerbaren samt notwendiger Infrastruktur statt Ausbremsen des Kohleausstiegs! Rein ins Tempolimit, in die Reduzierung der Verbrennermotoren, in Veränderungen im Bausektor und in der Tierhaltung, rein in attraktive klimafreundliche Alternativen im Fernverkehr.“

Laut Grothus müsse zudem der Waldbau so umgestellt werden, dass die Wälder kühler bleiben, mehrschichtig sind und auf Dauerwald ausgelegt sind. Darüber hinaus gelte es, die Infrastruktur der Wege zu pflegen, Ortskenntnisse der Land-/Forstwirte und Förster in die Kommunikationsketten einzubauen und proaktiv jährlich miteinander zu kommunizieren. 

Mehr als 90 Prozent der Brände durch unvorsichtige Menschen verursacht

Die Grünen-Politikerin fordert außerdem, dass Wasserreservoire in gefährdeten Wäldern angelegt werden: durch mit Wasser gefüllte Abrollcontainer oder Zisternen beispielsweise unter Kranstellflächen von Windkraftanlagen. Grothus hält auch den Ausbau des Systems Fire Watch, das am Niederrhein als Pilotprojekt per Kamerasystem Feuer früh entdecken kann, für hilfreich, um auch im bergigen Gelände Brände schnell detektieren zu können.   

Zu guter Letzt setzt sich die 62-jährige Landtagsabgeordnete dafür ein, die Bevölkerung verstärkt zu informieren: Mehr als 90 Prozent der Brände begännen durch Unvorsichtigkeit der Menschen.

Antje Grothus fordert wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Antje Grothus fordert wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Seit Donnerstag (13. August) bekämpfen Hunderte Feuerwehrleute einen Waldbrand in der Eifelgemeinde Gey im Hürtgenwald. Darunter befinden sich auch zahlreiche Einsatzkräfte aus dem Rhein-Erft-Kreis. Sie werden von Landwirten unterstützt, die Wasser zum Einsatzort transportieren oder mit schwerem Gerät Schneisen in den Wald schlagen. Einer von ihnen ist Markus Wipperfürth aus Pulheim mit mehreren Mitarbeitern. Er war vor fünf Jahren bei der Flut im Ahrtal als einer von vielen Helfern vor Ort.

Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung in den benachbarten Städten Erftstadt und Kerpen über die Warn-App Nina auf Geruchsbelästigung durch Brandrauch hingewiesen.