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Heizung im SommerSchülerstreiche in Much kosten tausende Euro

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Das Gemeindearchiv befindet sich in einem Trakt der Gesamtschule, in dem auch Unterrichtsräume liegen.

Das Gemeindearchiv befindet sich in einem Trakt der Gesamtschule, in dem auch Unterrichtsräume liegen.

Warum läuft trotz Bullenhitze die Heizung in der Gesamtschule? Laut Gemeinde sind Schülerstreiche ursächlich. Damit soll jetzt Schluss sein.

Ihre Enkelinnen gingen wirklich gern in die Gesamtschule. Eine tolle Einrichtung, meint die Großmutter, die sich dennoch mit Kritik an unsere Zeitung wandte. Wie könne es sein, dass selbst bei Bullenhitze draußen die Heizung laufe? „Die Sechstklässler wurden nicht zum ersten Mal im Freien unterrichtet, weil es im Gebäude noch wärmer war.“ 

Nachgefragt im Mucher Rathaus: Was läuft da schief? Laut Auskunft der Beigeordneten Kerstin Zeilinger sind die Schüler schuld, zumindest einige Witzbolde, die an den Thermostaten drehen. Die stehen eigentlich bei zehn Grad, sobald es warm wird. Und nicht bei 25. „Unsere Hausmeister kontrollieren das regelmäßig“, sagt die Führungskraft, sie könnten aber nicht ständig vor Ort sein.

Einige Klassenräume hängen am Heizstrang des Mucher Gemeindearchivs

Warum wird bei den ersten warmen Tagen die Zentralheizung nicht einfach komplett abgeschaltet? Bauexpertin Zeilinger hat eine Erklärung parat: In einem der Schulgebäude befindet sich auch das Gemeindearchiv mit wichtigen Unterlagen. Die müssten nicht nur bei relativ konstanten Temperaturen gelagert werden, sondern sind vor allem empfindlich gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit.   

Weil diese je nach Witterung steige, müsse die Heizung deshalb auch im Sommer bollern. Betroffen sei indes nur ein Teil der Klassenzimmer, diejenigen mit Wandthermometern. Denn diese Räume hingen an einem Heizstrang mit dem Archiv. Die anderen Stränge würden von den Hausmeistern nach Ende der Heizperiode abgeschiebert. Und im Herbst rechtzeitig wieder geöffnet.    

Gegen die Schülerstreiche, die im vergangenen Sommer aufkamen, sei scheinbar kein Kraut gewachsen. Daher werde die Gemeinde dem Unsinn nun endgültig einen Riegel vorschieben, kündigt die Beigeordnete an. Ein Unternehmen sei schon beauftragt, eine extra Heizungsleitung zum Archiv zu legen. Der „Bypass“ werde 18 Meter lang sein und einige tausend Euro kosten.     

Das erspart zumindest den Kindern und den Lehrkräften einiges an Hin und Her - und den Hausmeistern ein bisschen Arbeit. Die morgendlichen Kontrollgänge zu den Wandthermometern sollen noch vor den Sommerferien der Vergangenheit angehören.