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RegionaleGroßes Finale mit Zeltfestival in Much

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Abschlussfestival der Regionale in Much.

Gemütlich war das Abschlussfestival der Regionale in Much.

Aus vielen Himmelsrichtungen waren sie angereist zum Finale der Regionale Bergisches Rheinland 2025. Die Gemeinde Much bildete, im „Dreiländereck“ aus Rhein-Sieg-Kreis, Oberbergischem und Rheinisch-Bergischem Kreis liegend, den Schauplatz der Veranstaltung.

Gefeiert wurden die knapp 60 Projekte aus den drei Kreisen, die die Lebensqualität der Menschen im ländlichen Raum stärken und Begegnungsräume schaffen sollen.

Die Jazzmusiker Roman und Julian Wasserfuhr schrieben Stücke, die von der Region inspiriert sind

In einem Einspielfilm wurden etwa die Villa Much oder Stadt Blankenberg als Beispiele genannt. Auf einer Wiese neben dem Fit-Hotel stand das gesamte Wochenende ein großes Zirkuszelt, der Blick über die Höhenlagen der malerischen bergischen Landschaft begleitete viele Gespräche, ein buntes Bühnenprogramm und Musik. Den Soundtrack zur Region lieferten die Jazzmusiker Roman und Julian Wasserfuhr mit Jörg Brinkmann. Sie sind durch ihre Heimatregion gefahren und haben davon inspirierte Musikstücke geschrieben.

Der Konsens des Finales: Die Kommunen dürfen nicht aufhören, gesellschaftliches Engagement zu fördern. Der Mucher Bürgermeister Karsten Schäfer ist, wie viele andere Kommunen vom Haushaltssicherungsgesetz betroffen, freiwillige Ausgaben sind tabu. Die Unterstützung lokaler Vereine muss also ausbleiben. „Ohne unsere alteingesessenen Vereine würde in Much gar nichts mehr laufen“, betonte Schäfer. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Köln, Thomas Pennartz, saß neben Schäfer auf der Bühne. Aus seiner Sicht darf es sich dabei nicht um freiwillige Ausgaben handeln. Bürgerschaftliches Engagement sei für ihn eine Pflichtaufgabe, die auch bei der Personaleinstellung seiner Bank eine wichtige Rolle spiele. „Wer sich privat engagiert, der tut das auch im Beruf“, so Pennartz.

Die Teilnehmenden hoben die Wichtigkeit bürgerschaftlichen Engagements hervor

Im Rahmen des Regionale-Finales wurde auch das neue Buch von Aleida Assmann vorgestellt. Die Regionale arbeitete dafür mit der  Lit Cologne zusammen, die im Zirkuszelt spontan zur Lit Much umbenannt wurde. Wichtig sei die englische Aussprache much, also viel, da in der Gemeinde ja unheimlich viel passiere. Jedenfalls gab Assmanns Buch „Gemeinsinn: Der sechste, soziale Sinn“ viel Anlass, über bürgerschaftliches Engagement zu diskutieren.

Zeltfestival zum Abschluss der Regionale in Much. Franz Meurer, Pfarrer in Köln-Höhenberg und -Vingst, Autorin Aleida Assmann, Moderatorin Julia Schöning und Kabarettist Jürgen Becker.

Diskussionsrunde zum Abschluss der Regionale in Much: Franz Meurer, Pfarrer in Köln-Höhenberg und -Vingst, Autorin Aleida Assmann, Moderatorin Julia Schöning und Kabarettist Jürgen Becker (v. links).

Die Autorin war durch die Corona-Pandemie wieder auf den von Aristoteles geprägten Gemeinsinn gekommen. „Dass man Dinge für seine Mitmenschen macht, diesen Sinn tragen wir alle in uns“, betonte Assmann. Kabarettist Jürgen Becker, der auf der Lit-Cologne-Bühne mitdiskutierte, erinnerte an die Fernsehsendung „Der siebte Sinn“, in der es neben aus heutiger Sicht grotesken Diskriminierung von Frauen eben auch um Wachsamkeit und Rücksicht im Straßenverkehr gegangen sei. Kein großer Unterschied also zu Assmanns sechstem Sinn.

Begegnungsräume und ein Miteinander auf dem Land zu schaffen, sahen die Talkgäste als besonders wichtig an. Jürgen Becker berichtete, ihm sei aufgefallen, dass bei seinen Auftritten im ländlichen Raum alle Generationen anzutreffen seien. In der Stadt dagegen sehe er nur alte Menschen im Publikum. „Was mache ich denn, wenn die tot sind?“

Franz Meurer, Pfarrer in Köln-Höhenberg und -Vingst, betonte, wie wichtig auch die Arbeit von Stiftungen bei der Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement sei. Meurer mahnte aber auch: „Eine Stiftung zu gründen ist einfach, die Herausforderung ist, sie zu halten.“ Dass der gesellschaftliche Zusammenhalt durchaus auf dem Spiel stehe, spüre er bei seinen Programmen, erzählte Jürgen Becker. „Früher habe ich sehr gern draufgehauen auf die da oben, heute will ich die Demokratie stärken.“ Dass die Demokratie ein fragiles System sei, das nur durch Gesellschaft geschützt werden könne, betonte auch Autorin Aleida Assmann: „Es braucht ein Ethos der Gesellschaft, das ist der so wichtige Gemeinsinn.“