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Ewige BracheUnternehmer hat Baupläne für Gauhes Wiese in Eitorf

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Auf der rund 5,8 Hektar großen Brachfläche Gauhes Wiese zwischen Siegdeich, Bahnhofstraße und Schoeller-Areal in Eitorf sollen 86 Wohneinheiten entstehen.

Auf der rund 5,8 Hektar großen Brachfläche Gauhes Wiese zwischen Siegdeich, Bahnhofstraße und Schoeller-Areal in Eitorf sollen 86 Wohneinheiten entstehen.

86 Wohneinheiten sollen zwischen Siegdeich, Bahnhofstraße und Schoeller-Areal entstehen. Doch vor dem Baubeginn muss das Hochwasserrisiko minimiert werden. 

Wie kann in Eitorf dringend benötigter Wohnraum entstehen, ohne dabei die Risiken von Hochwasser und Starkregen außer Acht zu lassen? Mit dieser Frage haben sich rund 30 Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft in Eitorf beschäftigt.

Im Mittelpunkt standen dabei zwei konkrete Vorhaben: das geplante Wohnbauprojekt auf Gauhes Wiese und die Entwicklung des benachbarten Schoeller-Areals. Beide Flächen grenzen an die Sieg und stellen Entwickler vor besondere Anforderungen beim Hochwasser- und Klimaschutz. 

Gauhes Wiese liegt schon lange brach – Probleme mit Überschwemmung und Altlasten im Boden

Schoeller-Eigentümer Oleg Retzer hatte den Workshop unter dem Titel „Sicher bauen, sicher wohnen – Hochwasserschutz als Grundlage für Eitorf“ eingeladen und seine Pläne vorgestellt. Ziel war es, die zentralen Fragen rund um Hochwasserschutz, Wohnbebauung und Klimaresilienz mit Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen zu betrachten und konkrete Lösungsansätze für die weitere Entwicklung zu erarbeiten.

„Wir wollen nicht darauf warten, dass andere Lösungen entwickeln“, sagte der Inhaber von Retzer Industries. Wer einen Standort langfristig entwickeln wolle, müsse bereit sein, Herausforderungen anzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. Entwicklung und Schutz müssten dabei kein Widerspruch sein.

Ein Schwerpunkt des Workshops war das geplante Wohnbauprojekt auf Gauhes Wiese zwischen Sieg und Bahnhofstraße sowie der Bahnstrecke. Die rund 5,8 Hektar große Fläche liegt schon lange brach, nicht zuletzt, weil es dort Probleme mit Altlasten im Boden und mit Immissionen durch Gewerbe- und Verkehrslärm gibt, und die Fläche im Überschwemmungsgebiet der Sieg liegt. Auch können Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden nicht ausgeschlossen werden.

Unternehmer Oleg Retzer zeigte Pläne für Gauhes Wiese in Eitorf.

Unternehmer Oleg Retzer zeigte Pläne für Schoeller-Areal und Gauhes Wiese in Eitorf.

Immer mal wieder hatte es Bemühungen gegeben, die Fläche zum Wohn- oder Mischgebiet zu entwickeln, was aber nie realisiert wurde. 2020 noch hatte die Gemeinde eine Änderung des Flächennutzungsplans beantragt. Damals hatte die Gemeinde in ihrer Änderungsbegründung mitgeteilt, dass auf den Flächen mit Altlasten eine Wohnbebauung oder Anlage von Retenionsbecken aufgrund des hohen Kostenaufwands verworfen werde. Die verbliebenen südlichen Grundstücke könnten bei einem Verzicht auf Unterkellerung durch Wohnbebauung ergänzt werden, hieß es in dem Antrag. Zuletzt hatte es 2021 die Überlegung gegeben, einen Gesundheitscampus auf der Fläche anzusiedeln.

Die besonderen Rahmenbedingungen der Fläche werde man berücksichtigen, sagte  Jo Rutzen, Architekt und Vorstandsmitglied des Vereins Tinyways. Er entwickelte für Retzer Industries den Plan,  insgesamt 86 Wohneinheiten auf dem Gelände von Gauhes Wiese zu bauen. Dies solle in zukunftsfähiger Bauweise geschehen.

Ergebnisse des Workshops gehen an Bauministerin Ina Scharrenbach

Während es auf Gauhes Wiese vor allem um Wohnraum geht, stehen auf dem Schoeller-Areal Energie und Infrastruktur im Mittelpunkt. Dort sollen Rechenzentrum, Batteriespeicher und Gaskraftwerk entstehen.  

Die Ergebnisse des Workshops werden an Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach weitergeleitet, die das Projekt begleitet. Der Austausch mit Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft sei ein wesentlicher Bestandteil einer langfristig angelegten Standortentwicklung, betonte Oleg Retzer. „Wir wissen, dass solche Entwicklungen nicht einfach sind und Zeit brauchen“, so Retzer. „Aber gerade dann ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen, dranzubleiben und zu investieren. Wir sind langfristig in Eitorf engagiert und wollen den Standort gemeinsam mit den Beteiligten weiterentwickeln.“