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Magischer UmzugEitorfer Wichtelwald wächst jetzt am Kiki-Erlebnis-Lehrpfad für Kinder

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Die Obengenannten kleben ein Häuschen in einem Wald mit einer Klebepistole fest und lächeln in die Kamera.

Sie helfen den Wichteln beim Umzug in den Kiki-Erlebnis-Lehrpfad auf dem Keltersberg: Annette Lohmberg (l.) und ihre Schwester Elke Lohmberg.

Die Wichtel sind nur vorübergehend aus Eitorf verschwunden. Nach und nach bewohnen sie ein neues Waldstück am Keltersberg.

Am Keltersberg wird seit kurzem Schieferbergbau betrieben. Auch neu am Wegesrand des Kiki-Erlebnis-Lehrpfads für Kinder in Eitorf sind eine Schule, ein Friseursalon und eine Seilbahn – alle wichtelgeführt. Die kleinen Gesellen mussten sich Ende August vergangenen Jahres ein neues Zuhause suchen und sind beim Waldstück gegenüber der Siegbrücke an der Kelterser Straße fündig geworden. Unterstützt beim Umzug werden sie von den Schwestern Elke Lohmberg (57) und Annette Lohmberg (44).

Nahaufnahme einer gebastelten Miniaturseilbahn, die über einem Waldboden verläuft.

Die Wichtelbahn fährt am Wegesrand.

Die beiden Eitorferinnen haben im März 2025 das erste Häuschen an einem etwa fünfeinhalb Kilometer langen Rundweg im Mengbachtal nahe Bourauel aufgestellt. Es folgten 50 weitere Stationen, die zu einem umfangreichen Wichtelwald anwuchsen. Ein versicherungstechnischer Einwand des Waldbesitzers veranlasste schließlich den Abbau der Wichtel-Stationen am 30. August.

Nach dem Abbau wurden die Wichtel samt Häuschen verschenkt

Von den 51 abgebauten Stationen wird keine im knapp zwei Kilometer langen Kinder-Lehrpfad auftauchen. Der Grund: „Wir sind ja doof“, scherzt Elke Lohmberg: „Ende vom Lied: alles verschenkt.“ Den Großteil der Hütten haben die beiden Schwestern an Interessierte gegeben, ein paar Häuschen seien beim Transport mit der Schubkarre kaputt gegangen.

Ein Miniaturbergwerk steht am Wegesrand eines Waldes bei Felsen.

Umweltschützer und -schützerinnen können aufatmen: Laut Elke und Annette Lohmberg wird hier nur Schiefer abgebaut.

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Im neuen Wohnraum sei aber nicht damit zu rechnen, dass aufgrund der halbierten Wegeslänge nur die Hälfte an Wichteln einziehe, kündigen die beiden an. „Elke ist schon wieder on fire und bastelt fleißig“, so Annette Lohmberg. Aktuell arbeitete man an einem Hotel, mit Rollkoffern, Rezeption und Tageszeitung auf dem Tresen. Die Arbeitszeit betrage bereits mehrere Stunden.

Ein Wichtel mit zusammengekniffenen Augen sitzt in einem Astloch. Neben ihm ist eine kleine Toilettenrolle angebracht.

Bürgerlicher Name „Klo-Wichtel“

„Wir haben nicht direkt Spaß am Basteln, aber wir sind besser geworden“, sagt Annette Lohmberg. Ihnen ginge es eher um die Begeisterung der Kinder. Diese zeige sich etwa darin, dass die kleinen Wichtel-Fans den Waldbewohnern Geschenke, wie Süßigkeiten, Sonnenblumenkerne oder schöne Steine in und an ihre Hütten legten. Die Schwestern gehen fest davon aus, dass ihre Detailverliebtheit die Entdeckungslust bei den Kindern anspornt. Um den kleinen Wanderern nicht den Zauber zu nehmen, transportieren sie die Bastelarbeiten abgedeckt in Körben – „damit die Wichtel magisch auftauchen können“, so Elke Lohmberg.

Elke und Annette Lohmberg machen sich viele Gedanken

Die Genauigkeit der Wichtelhelferinnen geht über Elemente, wie einen Teppich (aus Haaren der geschwisterlichen Hauskatzen, daher „Perserteppich“), eine Tafel mit dem Spruch „Ein Wichtel wird selten gesehen!“, oder eine Toilettenrolle, die neben dem Klo-Wichtel angebracht wurde, hinaus.

Nahaufnahme einer Miniatur-„Wichtelschule“

Den Wichteln wird schon in jungen Jahren beigebracht, dass sie aufpassen müssen, von Menschen nicht gesehen zu werden.

Elke und Annette Lohmberg achten auch darauf, wo genau sie die Wichtel positionieren. „Wir setzen sie nicht auf Baumstämme, die zu weit an Abhängen stehen“, erläutert Elke Lohmberg: „Die Kinder sollen ja nicht fallen.“ Außerdem platzieren sie die Häuschen teilweise etwas versteckt, sodass die Kinder danach suchen müssen. „Wir schauen nach Augenmaß, wo sich die Häuschen schön machen“, so Annette Lohmberg.

Detailaufnahme einer Wichtelfigur, die so drapiert wurde, als würde sie sich in einem Spiegel betrachten.

Im Friseurladen „Moos und Mähne“ kann dieser Wichtel die neue Friseur bewundern.

Anfänglich haben die Schwestern sich durch Bastelvorschläge im Internet inspirieren lassen und diese nachgebaut. Mittlerweile setzen sie Vorschläge einer Gemeinschaft von Wichtel-Fans und ihre eigene Ideen um. Auf Instagram folgen Elke Lohmberg derzeit knapp 800 Personen, laut eigenen Angaben liegen die Klickzahlen bei 80.000. 

Für das zeitintensive Hobby haben sich die Lohmbergs hochwertige Heißklebepistolen mit Akkus angeschafft. „Du kannst ja hier net mit ner langen Schnur herumlaufen“, sagt Elke Lohmberg und zeigt auf die Waldlandschaft um sich herum. Wie im vormaligen Waldstück schauen die Geschwister auch am Keltersberg ein bis zweimal die Woche nach dem Rechten und nehmen eventuell Reperaturen vor.

Auf einem Holzschild, das an einem Baum befestigt wurde, sind die Umrisse eines Wichtels und ein Pfeil aufgemalt.

Selbstgebastle Hinweisschilder markieren den Weg.

Die Schäden seien aber im Regelfall natürlich bedingt. Nur in einem Fall gehen die beiden von einem Unfall aus, bei dem etwas kaputt gegangen ist. Nachdem der Abbau des vormaligen Wichtelwalds bekannt gegeben wurde, seien zudem zwei Häuschen gestohlen worden, was die Bastlerinnen enttäuscht und wütend gemacht habe. Beim vierwöchigen Testlauf am Erlebnis-Lehrpfad gebe es allerdings nichts zu bemängeln.

Wichtelwald bringt die Besucherinnen und Besucher auf andere Gedanken

Mit der neuen Heimat ihrer Wichtel zeigen sich die Schwestern, die im Ortsteil Harmonie wohnen, zufrieden. „Es ist schön hier, noch besser zu erreichen, kostet die Besucher nichts und bringt die Leute auf andere Gedanken“, sagt Annette Lohmberg. Bei ihrer Runde auf dem Lehrpfad werden sie von einem Passanten als „Holzverbauer“ gegrüßt. Gelegentlich gebe man ihnen kleine Geldbeträge, diese wanderten aber direkt in die „Wichtelkasse“, etwa für Patronen für die Heißklebepistolen.

Die Zusammenarbeit mit dem Tourismusbüro der Gemeinde laufe sehr gut, loben die Eitorferinnen. Die Gemeinde bewirbt den Wichtelwald auch online.

(für Print: eitorf-erleben.de/familie-kinder/ + in Comyan finden sich noch reichlich Material zur Bebilderung)