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RadwegeFahrraddemo durch Troisdorf, Lohmar und Siegburg: „Organspenderin – bitte vorsichtig überfahren“

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70 Personen nahmen an der Fahrraddemo des AFDC teil.

Über 70 Personen nahmen an der Fahrraddemo des AFDC teil.

Bei einer Fahrraddemo des ADFC protestieren mehr als 70 Radfaherinnen und Radfahrer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Wenn es keine sicheren Radwege gibt, ist es wichtig, dass Fahrradfahrende nicht übersehen werden: Sichtbar zu sein, gelang dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) am Samstag mit einer Demonstration durch drei Städte. Mehr als 70 Teilnehmende radelten von Troisdorf nach Lohmar und von dort nach Siegburg, um für sichere Radwege zu werben.

Politikerinnen und Politiker aus Troisdorf, Lohmar und Siegburg kommen bei der Demo zu Wort

Zuspruch erhielten sie vor dem Start am Troisdorfer Ursulaplatz von der stellvertretenden Bürgermeisterin Helen Bitz: „Dass Fahrräder ein Verkehrsmittel sein können, kommt langsam in den Köpfen der Leute an. Ein Radweg entlang der Panzerstraße von Troisdorf nach Lohmar ist daher genau im Sinne der Stadt.“ SPD-Kollege Nico Novacek ergänzte: „Passiert ist bislang wenig. Schlecht befahrbare Radwege sind keine Alternative für Kinder und Ältere. Eine sichere und attraktive Infrastruktur ist eine Frage der Vernunft, der Sicherheit und der Lebensqualität.“

Angeführt von der Polizei setzte sich der Demo-Tross aus Trekking-Rädern, E-Bikes und Velomobilen in Bewegung. Einige Teilnehmende hatten Schilder bemalt, andere trugen Westen mit Galgenhumor: „Organspenderin – bitte vorsichtig überfahren“ stand darauf. Es ging zunächst über die Römerstraße und Altenrather Straße in Richtung Wahner Heide. Dort entlang wünschen sich die Aktivistinnen und Aktivisten einen sicheren Radweg nach Altenrath und Lohmar, denn die schnellste autofreie Route führt am Aggerstadion durch den Wald. Der ist unbeleuchtet und oft matschig.

In Troisdorf sprach vor dem Start die stellvertretende Bürgermeisterin Helen Bitz zu den Teilnehmenden.

In Troisdorf sprach vor dem Start die stellvertretende Bürgermeisterin Helen Bitz zu den Teilnehmenden.

Über den Eisenweg und die Brückenstraße bogen die Demonstrierenden klingelnd ins Lohmarer Zentrum ein. Vor dem Rathaus erwartete Bürgermeister Matthias Schmitz die Radelnden: Er entschuldigte sich zunächst, nicht selbst mit dem Rad gekommen zu sein, doch der enge Terminkalender während der Kulturtage lasse ihm keine Wahl.

ADFC: Für den Ausbau von Radwegen fehlt es oft an Geld

„Wir haben beim Ausbau von Geh- und Radwegen schon viel erreicht“, bekräftigte er. In der Innenstadt sollten weiter Radstreifen entstehen. „Ich würde in der Rathausstraße keinen Radfahrer überholen, weil ich den Mindestabstand nicht einhalten kann“, sagte Schmitz. Durch interkommunale Zusammenarbeit wolle er Pendlerrouten in den Blick nehmen. „Dabei geht es nicht darum, Rad- und Autoverkehr gegeneinander auszuspielen, sondern beides zu ermöglichen.“ Aufgrund von bestehenden Gesetzen und der Bürokratie dauere es aber länger.

Über die B 484 ging es anschließend nach Siegburg und einer Station auf dem Markt, wo Bürgermeister Stefan Rosemann sprach. Der Organisator der Fahrraddemo, Martin Heringer, zog ein positives Fazit: „Wir haben unser Ziel erreicht, die Politik anzusprechen und zu Wort kommen zu lassen und unsere Vorstellung zum Radwegausbau rüber zu bringen.“ Er habe den Eindruck gehabt, dass selbst Autofahrer ihre Demo mit Neugier und Interesse beobachtet hätten.

„Leider fehlt es oft an Geld, wenn es um den Ausbau von Radwegen geht – das sieht man am Aggerradweg durch den Wald. Wir bleiben bis zur Demo im nächsten Jahr dran, es sei denn, bis dahin tut sich Weltbewegendes. Davon gehen wir aber nicht aus“, sagte der ADFC-Sprecher.