Veedelfest in HennefFerienaktion im Jugendpark – Kinder wählten eigenen Bürgermeister

Die Stadtspitze zeigte den Besuchern auch die Ruhezone, in der sich die Kinder nach der Arbeit entspannen konnten (v. l.): Vizebürgermeisterin Laura, Bürgermeister Nick, zweiter Vize Refrat und Anwalt Tarek.
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- Bei der „Ferien-Veedel“-Woche konnten Kinder fünf Tage lang in ihrer eigenen Stadt leben.
- Die Kinder übten Demokratie und testeten eine Vielzahl von Berufen.
- Die Stadt hatte sogar einen eigenen Rechtsanwalt. Und der hatte eine Menge zu tun.
Hennef – „Sollen wir das nächstes Jahr wieder machen?“, fragte Beigeordneter Martin Herkt, nachdem er im Hula-Hoop-Wettbewerb nicht weit gekommen war. Ein lautes, vielstimmiges „Ja“ schallte ihm entgegen. Herkt war Gast beim Veedelfest zum Abschluss der ersten „Ferien-Veedel“-Woche. Seine „Kollegen“ hatten ihn durch den Jugendpark geführt, wo 80 Kinder fünf Tage lang ihre eigene Stadt lebten, Demokratie übten und eine Vielzahl von Berufen testeten. Außerdem konnte sie Schmuck basteln und kleine Täschchen schneidern.
Kinder wählen gemeinsam den Bürgermeister
Als Erster unter Gleichen in der Stadtspitze der Spitze begrüßte ihn Bürgermeister Nick Walterscheid. Der Neunjährige war bei der Bürgerversammlung am zweiten Tag mit großer Mehrheit in sein Amt gewählt worden. Dem Bürgermeister zur Seite standen seine Stellvertreter Refrat (12) und Laura (11).

Zum Abschluss der ersten Ferien-Veede-Woche gab es eine Aufführung der Artisten mit Jonglage und Hula-Hoop-Reifen im Zirkuszelt.
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Erstmals hatte das Veedelsoberhaupt auch einen Rechtsanwalt zur Unterstützung. Der jüngste Teamer des Ferien-Veedels, der 15 Jahre alte Tarek, beriet ihn in Streitfragen. Und der hatte so einiges zu tun: „Es gab Probleme zwischen Beauty und Schreinerei, da habe ich schlichten können. Und auch bei »Natur pur« und dem Zirkus konnte ich vermitteln.“ Der neue Job hat sich bewährt und wird in der zweiten Auflage ab Montag wieder von Tarek erledigt.
Landschaftsverband Rheinland gibt Fördermittel für Inklusion
Zum dritten Mal gab es die kostenfreie und inklusive Sommerferien-Aktion des Amtes für Kinder, Jugend und Familie auf dem Gelände an der Humperdinckstraße.
Der Landschaftsverband Rheinland hatte Fördermittel für die Inklusion gegeben. Deshalb mussten die Acht- bis Zwölfjährigen auch keinen Teilnehmerbeitrag bezahlen. Ziel war es auch, Menschen mit Zuwanderungshintergrund einzubeziehen. Viele Familien, die zu den regelmäßigen Besuchern des Interkults gehören, konnten erreicht werden. Zehn Hauptamtler vom Jugendamt und 20 Ehrenamtler betreuten die Maßnahme, die von Petra Priewe, Simon Pervooren und Jule Schwarz, Leiterin und Mitarbeitern des Jugendparks, vorbereitet worden war.
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Zum Veedel gehörte eine Vielzahl von Betrieben, die Nick, Laura und Refrat präsentierten. Am Kiosk gab es Süßes. Eine eigene Wandzeitung berichtete von den Aktivitäten des Tages. Im Beauty-Zelt lockten Schönheitsangebote inklusive Gurkenmaske, daneben stand Caliope auf dem Programm. Mittels einer kleinen Platine, eben jener Caliope, und Bürsten konnten die Besucher Putzroboter programmieren. In der Schreinerei entstanden Schilder, Vogelhäuschen und sogar ein Stuhl. Auch Schmuckgestaltung und Schneiderei waren stark nachgefragt.
Bäcker, Fußballer, Artist: Der Beruf konnte täglich wechseln
Denn die Kinder konnten sich beim Amt melden und auf Jobsuche gehen. Ihr Vorteil: Sie konnten ihren Beruf mehrfach täglich wechseln. Fotograf, Bäcker, Fußballer, Artist – der Möglichkeiten gab es viele. Wer arbeitete, verdiente „Hennies“, die eigene Veedels-Währung, die man am Nachmittag bei Freizeitaktivitäten ausgeben konnte.

In der Schreinerei produzierten die Mitarbeiter auf Zeit kleine Schilder für den Garten, mit dem Pflanzbeete beschriftet werden können.
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Bei der Gruppe „Natur pur“ bauten die Teilnehmer Saatbomben mit Samen für bunt und schnell blühende Blumen. Die konnten Touristen für einen oder zwei „Hennies“ kaufen. Außerdem sammelten sie Müll ein, das brachte ihnen die Anerkennung der anderen. Am Ende eines jeden Tages fand die Bürgerversammlung statt, bei der Gesetze beraten, Ideen und Wünsche diskutiert wurden. Zum Abschluss stand eine Zirkusvorstellung auf dem Programm, Jonglage, Tanz und eben Hula Hoop.


