Der Bau der neuen, größeren Kita „Waldgeister“ in Lohmar hat begonnen. Mit der Nachbarschaft erarbeitet die Stadt ein Konzept zur Verkehrsberuhigung.
Stadt arbeitet an VerkehrsberuhigungKita-Bau an der Pützerau in Lohmar offiziell gestartet

Mit Wasserwaage nachgemessen: Kita-Kinder stellen beim Spatenstich die einzelnen Bauabschnitte dar.
Copyright: Lilian von Storch
Der Bau der neuen Kita „Waldgeister“ kann beginnen. An der Pützerau 112 gab es jüngst den symbolischen Spatenstich in großer Runde: mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung, Bauherren, dem Architekten und Mitarbeitenden und Kindern der Kita. Im Laufe des Oktobers soll der Rohbau fertiggestellt werden, in etwa einem Jahr der Betrieb laufen.
Mit dem Umbau wird die aktuell viergruppige Kita auf sechs Gruppen aufgestockt, insbesondere für Kinder unter drei Jahren soll neuer Platz geschaffen werden. Der alte Standort an der Hermann-Löns-Straße nahe der Gesamtschule war außerdem durch zahlreiche Elterntaxis mit Herausforderungen verbunden: „Wer den Weg dorthin kennt, weiß, dass das für Eltern mit Kindern, vielleicht auch noch Geschwisterkindern, ein relativ beschwerlicher Weg ist“, sagte Bürgermeisterin Claudia Wieja.
Stadt Lohmar will Konzept zur Verkehrsberuhigung mit Anwohnerschaft in Pützerau erarbeiten
Dadurch, dass die Kita nun verlagert wird, fielen zehn bis 20 Prozent des Elternverkehrs zu Schulanfangszeiten weg, erläuterte Wieja: „Und wir haben dann die Chance, Hermann-Löns-Straße, Schmiedgasse und Birkenweg zu einer echten Schulstraße zu machen.“

Mit dem offiziellen Spatenstich startet der Bau der Kita „Waldgeister“ an der Pützerau 112.
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Aus der Nachbarschaft des neuen Kita-Standortes hatte es Protest gegeben: Es kam die Sorge auf, dass die Verkehrsprobleme sich dann dorthin verlagerten. Das habe die Stadt Lohmar umfassend geprüft: „Die Untersuchung war sehr klar – die zusätzlichen Verkehre können an den Straßen aufgenommen werden, auch an den Knotenpunkten im Umfeld der Kita stellt das kein Problem dar“, sagte die Bürgermeisterin.
Wir brauchen auch vor allem für Kleine mehr Plätze, und das können wir ganz klar an unserem jetzigen Standort nicht bieten.
In einer laufenden Verkehrsuntersuchung zum Umfeld der Pützerau habe die Stadt erkannt, dass der Verkehr hier bereits jetzt „relativ flott unterwegs ist, obwohl das hauptsächlich Anwohner sind“, so Wieja. Daher gebe es den Antrag, eine Verkehrsberuhigung beim Kita-Bau mitzuplanen. Diese sei ohnehin notwendig, aber ohne den Kita-Bau nicht thematisiert worden, sagte Pressesprecher Jens Udelhoven.
Vorschläge zur Gestaltung wolle die Stadt mit den Menschen in Pützerau als lokale Experten diskutieren, bevor man diese im Ausschuss vorstelle. Schon jetzt gebe es verschiedene Ansätze, die in Ruhe beraten werden sollten: So sprächen sich manche im Ort beispielsweise für eine Einbahnstraßenregelung aus, andere seien klar dagegen.

Kinder zeigen, was sie sich im neuen Kita-Gebäude und auf dem Gelände wünschen.
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Die Bürgermeisterin unterstrich, die Stadtverwaltung habe für die Standortsuche zahlreiche potenzielle Grundstücke in Lohmar geprüft und die Entscheidung nach sorgfältigem Abwägen getroffen. Das Grundstück habe groß genug sein müssen, außerdem sollte der Bau auf möglichst einer Etage entstehen können und gut erreichbar sein.
Jede der sechs Gruppen werde in der Kita drei Räume bekommen: einen Gruppenraum, einen Nebenraum und einen Ruheraum. Zudem soll es für jede einen eigenen Waschraum geben. Da die zwei neuen Gruppen für Kinder unter drei Jahren entstehen, werden diese weniger als 25 Kinder pro Gruppe umfassen. Die Stadt Lohmar sei stolz auf die Umsetzung und den zeitgleichen Bau der Kita Scheiderhöhe, der in der kommenden Woche starten soll: „Das ist für eine Kommune in unserer Größe schon enorm“, betonte Claudia Wieja.
Wenige Bewerbungen: Kita-Leitung um Personallage besorgt
Architekt Heinz Hennes stellte das Baukonzept vor: Der Grundriss der Kita sei mit 112o Quadratmetern sehr groß, sodass der Platz für einen Innenhof als zusätzliche Spielfläche ausreiche. Die Dächer des Gebäudes sollen komplett begrünt werden, der Bau bekomme eine Wärmeverkleidung und werde mit Wärmepumpen beheizt.
„Waldgeister“-Kinder hatten für den Spatenstich ein Lied einstudiert und stellten mit Helmen ausgestattet die einzelnen Bauabschnitte dar. In den aufgemalten Grundriss hatten sie Bilder von Dingen geklebt, die sie sich in ihrer Kita wünschen: Möbel, Instrumente, Spielsachen für drinnen und draußen.
Kita-Leiterin Anke Skirke zeigte sich erfreut sich über den neuen Standort, vor allem die Lage direkt am Wald und der geplante Innenhof seien für die Kinder ideal. „Wir brauchen auch vor allem für Kleine mehr Plätze, und das können wir ganz klar an unserem jetzigen Standort nicht bieten“, stellte Skirke fest.
Was ihr allerdings Sorge bereite, sei die Personallage, schränkte Skirke ein. Aktuell hat die Kita 17 Mitarbeitende, etwa sechs weitere sollen laut Angaben der Stadt Lohmar mit dem Ausbau dazukommen. Personalmangel herrsche aktuell schon, auf Ausschreibungen kämen kaum Bewerbungen.