Andreas Hopp (WIN) zieht die Konsequenzen aus einem Facebook-Post, der nicht nur in Niederkassel für Entsetzen sorgte: Er legt sein Ratsmandat nieder.
Nach Facebook-KommentarWIN-Politiker legt sein Mandat im Niederkasseler Stadtrat nieder

Im Niederkasseler Stadtrat gibt es nach dem Austritt von drei Politikern aus der WIN-Fraktion und der Neugründung der Bürgerfraktion Niederkassel jetzt insgesamt acht Fraktionen.
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Das Kapitel Andreas Hopp ist im Niederkasseler Stadtrat nach rund einem Jahr Geschichte. Der ehemalige Co-Vorsitzende der Fraktion der Wähler-Initiative Niederkassel (WIN) hat sein Ratsmandat, das er bei der Kommunalwahl im September 2025 errungen hatte, niedergelegt. Das hat Markus Thüren, der Sprecher der Niederkasseler Stadtverwaltung, auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt. Zuvor war Hopp bereits als Co-Vorsitzender der WIN-Fraktion zurückgetreten. Er zieht damit die Konsequenzen aus einem Post, der vor wenigen Wochen unter seinem Namen und mit seinem Profilbild bei Facebook veröffentlicht worden war.
„Wäre ne gut investierte Patrone gewesen ....“, wurde mit Hopps Facebook-Account ein Online-Artikel der Bild-Zeitung über einen Polizeieinsatz in Zwickau gegen eine 13 Jahre alten Jungen aus Syrien kommentiert – eine Äußerung, die viele als Aufruf zur Tötung eines Kindes verstanden haben. In der Niederkasseler Politik und Stadtgesellschaft sorgten diese Äußerungen für große Empörung. Hopp wurde von mehreren Seiten aufgefordert, sein Ratsmandat niederzulegen. Die WIN sah sich mit Forderungen konfrontiert, sich unmissverständlich von ihrem Vorsitzenden zu distanzieren. Hopp selbst hat sich öffentlich bislang nicht erklärt. Anfragen dieser Redaktion ließ er unbeantwortet.
Ehemalige WIN-Politiker gründen neue Fraktion im Niederkasseler Stadtrat
Auch bundesweit sorgte der Post des ehemaligen WIN-Politiker für Schlagzeilen. Er wurde von der Initiative HoGeSatzbau aufgriffen und auf Social Media kommentiert, die es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht hat, menschenverachtenden Hass und seine Verfasserinnen und Verfasser ins Rampenlicht zu stellen.
Konsequenzen aus den Äußerungen Hopps und der Haltung, der WIN-Fraktion, die Hopps Entgleisungen lediglich als „Fehler“ bezeichneten hatten, haben inzwischen auch die Ratsmitglieder Bernhard Schumacher, Detlef Erberich und Manfred Höfer gezogen. Sie haben die Wählerinitiative und die WIN-Fraktion verlassen und inzwischen eine eigene Stadtratsfraktion gegründet, die Bürgerfraktion Niederkassel (BFN). Ebenfalls die WIN-Fraktion verlassen hat Ralf Spickenbaum, der sich der BFN allerdings nicht anschloss.
„Die WIN-Fraktion hat zu den Äußerungen von Andreas Hopp nicht eindeutig Stellung bezogen, wir wollten aber deutlich machen, wo wir stehen“, erläutert Manfred Höfer auf Anfrage dieser Zeitung den Hintergrund Gründung der neuen Fraktion. Man wolle der WIN „nichts Schlechtes“ und sei überzeugt, dass die meisten Mitglieder WIN-Fraktion und die Mehrheit der Mitglieder der WIN „vernünftig“ seien.
Im Stadtrat wollen die Mitglieder der neuen BFN-Fraktion „weiter zum Wohl der Stadt mitarbeiten“. Man sei dabei ausdrücklich zur Zusammenarbeit „mit allen Fraktionen von der Linken bis zur CDU“ bereit, so Höfer. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt er aus. Im Kommunalparlament bleibt die CDU nach der Hopp-Affäre mit 13 Mitgliedern stärkste Fraktion.
Alleinige zweitstärkste politische Kraft ist jetzt die SPD ist mit neun Mandaten. Die ehemals neunköpfige WIN-Fraktion hat nur noch sechs Mitglieder. Die Grünen sind mit vier, AfD und BFN mit drei sowie FDP und Die Linke mit jeweils zwei Mitgliedern im Stadtrat vertreten. Hinzu kommt die Stimme von Bürgermeister Matthias Großgarten (SPD). Für den aus dem Rat ausgeschiedenen Andreas Hopp rückt Benjamin Meybohm, Vorsitzender der WIN und bei der Bürgermeisterwahl im Dezember 2023 parteiloser Bewerber, in die WIN-Fraktion nach.
