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Scheine in der RegionSiegburger Fahrschule bietet Prüfung für Sportbootführerschein auf dem Rhein

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Ein Mann mit Glatze und Bart zeigt eine Richtung an.

Fahrschulleiter Christian Rossa (r.) unterrichtet einen jungen Mann im Sportbootfahren.

Laut Fahrschullehrer Christian Rossa liegen die Kosten für den Führerschein meist unter 1000 Euro. Die praktische Ausbildung erfolgt in Bad Honnef. 

Am Steuer eines Sportbootes sitzt es sich zunächst einmal ganz ungewohnt. Um ordentlich über die Armatur blicken zu können, ist der Sitz erhöht, wie ein Barhocker. Die Beine baumeln, während das Boot in gemächlichem Tempo über den Rhein fährt. Sechs Kilometer pro Stunde fühlen sich auf dem Wasser allerdings gar nicht so langsam an, wie es klingt. Wer das Lenken eines Autos gewohnt ist, spürt bei dem Boot schnell: Hier reagiert alles etwas anders.

Wenn das Steuerrad betätigt wird, scheint erst gar nichts zu passieren. Dann langsam dreht sich der Bug in die gewünschte Richtung – aber immer nur ungefähr. Die Strömung des Wassers bewegt das Boot auf ihre ganz eigene Weise von links nach rechts. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, lenkt man ganz automatisch ein bisschen dagegen an.

Es gibt Sportbootführerscheine für Binnengewässer und die See

Spannend wird es beim Versuch, flussaufwärts gegen die Strömung des Rheins anzukommen. Ohne Gas nimmt der teils 400 Meter breite Fluss das fünfeinhalb Meter lange Drago Motorboot problemlos mit. Auf der Anzeige ist abzulesen, dass das Boot nun drei Kilometer pro Stunde rückwärts fährt. Doch dann gibt Fahrlehrer Christian Rossa Gas, legt die Schaltung nach vorne und lässt das Boot über das Wasser gleiten. Bis zu 45 Kilometer pro Stunde könne das Boot erreichen, erzählt der Fahrlehrer.

Wer im Rhein-Sieg-Kreis einen Sportbootführerschein (SBF) machen möchte, kann dies unter anderem bei Christian Rossa tun. Der Königswinterer betreibt mit seiner Frau Julia Rossa eine Fahrschule in Siegburg. „Unser Hauptgeschäft sind Auto- und Motorradführerscheine“, sagt der 38-Jährige: „Seit zwei Jahren bilde ich zum Sportbootfahren aus.“ Auf dem Wasser geübt und praktisch geprüft wird an der Anlegestelle in Bad Honnef, die auf den Rhein führt.

Das Bild zeigt ein Motorboot an einem Anlegesteg.

Christian Rossa betreibt eine Fahrschule in Siegburg. Seine Schülerinnen und Schüler können an einer Anlegestelle in Bad Honnef für den Sportbootführerschein üben.

Sportbootführerschein ist nicht gleich Sportbootführerschein: Es wird zwischen Binnen und See SBF unterschieden. „Je nach Gewässer unterscheiden sich die Verkehrsregelungen“, erläutert Rossa. Schifffahrtsrecht und Sicherheitsvorkehrungen sind zum Beispiel für die Fahrt auf See relevant. Die Ausbildung für den „SBF Binnen“ konzentriert sich auf die spezfische Navigation für die entsprechenden Gewässer. Die beiden Scheine können in Rossas Fahrschule auch kombiniert erworben werden.

Wie laufen praktische und theoretische Prüfung ab?

Die Vorbereitung für die theoretische Prüfung findet an einem Wochenende in Präsenz statt, freitags von 15 bis 20 Uhr, am Samstag wird die Schulbank von 10 bis 15 Uhr gedrückt. Rossa betont, dass der persönliche Austausch für den Lernprozess und ein guter Gruppenzusammenhalt für die Seefahrt förderlich seien. „Für einige ist die Navigation in der Theorie tricky.“ Um die Lerninhalte zu vertiefen, können die Prüflinge – wie beim Pkw-Führerschein – eine App nutzen. Die Lizens ist über die Fahrschule erhältlich. In der theoretischen Prüfung wird das Wissen dann im Multiple-Choice-Test abgefragt.

Nahaufnahme eines Kompasses

Die Navigation mit Kompass ist einer der vermittelten Lerninhalte.

Sitzt die Theorie, geht es weiter mit der Praxis. Nach Rossas Erfahrungen sind vor der praktischen Prüfung ein bis sechs Fahrstunden à 90 Euro nötig. Bis jetzt sei nur eine Person durchgefallen. Bei der praktischen Prüfung werden laut Rossa immer das An- und Ablegen sowie ein „Mensch-über-Bord-Manöver“ durchgeführt. Auch ein paar optionale Manöver können abgefragt werden.

Die Zeit von der Anmeldung bis zur Vollendung des Scheins variieren Rossa zufolge je nach Person. Als groben Zeitrahmen gibt er sechs bis acht Wochen an. „In der Regel kostet der Gesamterwerb des Scheins unter 1000 Euro.“ Eine notwendige ärztliche Überprüfung sei hier inbegriffen. Neben dieser Überprüfung müssen die Interessierten einen Führerschein oder ein amtliches Führungszeugnis vorzeigen. Das Mindestalter für den SBF ist 16 Jahre. 

Für manche Boote werden Funkzeugnisse benötigt

Zusätzlich zu den Scheinen können Prüflinge Funkzeugnisse erwerben – auch hier für die Fahrt auf See oder in Binnengewässern. Falls das Boot ein Funkgerät besitzt, ist das Zeugnis zwingend nötig. Damit soll laut Rossa sichergestellt werden, dass die Fahrer und Fahrerinnen auf SOS-Signale reagieren können. 

„Das wichtigste auf dem Wasser ist Ruhe bewahren“, empfiehlt Rossa: „Die Uhren ticken hier langsamer.“ Diese Entschleunigung entspanne ihn, sagt der gebürtige Siegburger. Auf dem Motorboot überträgt sich das auf seine ruhige Stimme, mit der er den Fahrschülern Anweisungen für Manöver gibt.


Die Fahrschule Rossa lieg an der Zeithstraße 14, 53721 Siegburg. Die Telefonnummer lautet 02241/8999142, mobil kann die Schule unter der 0177/5294710 oder per Mail an info@f-cr.de erreicht werden.