Ein halbes Jahr nach der Kommunalwahl könnte es in Siegburg eine Große Koalition geben.
Koaltionsgespräche haben begonnenCDU und SPD wollen Streit im Rat beilegen

Michael Franz Burgemeister; Vorsitzender Stadtverband CDU Siegburg (l.) , und Michael Korsmeier, Vorsitzender des Ortsvereins der SPD Siegburg, verhandeln nun miteinander.
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Ein halbes Jahr nach der Kommunalwahl könnte es eine Große Koalition in Siegburg geben. Entsprechende Gespräche haben die Vorstände von CDU und SPD in Siegburg in den vergangenen Wochen aufgenommen. Auf Basis dieser Gespräche hätten beide Parteien entschieden, in weiterführende Koalitionsgespräche einzutreten, wie in einer Pressemitteilung berichtet wird. Ziel der Gespräche sei es, zeitnah einen gemeinsam abgestimmten Entwurf für einen Koalitionsvertrag zu erarbeiten und diesen den jeweiligen Mitgliederversammlungen zur Entscheidung vorzulegen.
In Siegburg sollen tragfähige Lösungen für die anstehenden Herausforderungen entwickelt werden
Beide Parteien verfolgten dabei den Anspruch, eine verlässliche Grundlage für die zukünftige politische Arbeit in Siegburg zu schaffen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu entwickeln, heißt es in der Mitteilung. Dabei sollen insbesondere Themen wie Stadtentwicklung, Mobilität, Wirtschaftsförderung, Bildung, bezahlbares Wohnen sowie Umwelt- und Klimaschutz im Mittelpunkt stehen.
In der letzten Wahlperiode hatten CDU und SPD immer wieder Auseindersetzungen im Rat. Beide Parteien haben nun offen angesprochen, dass der politische Austausch in der Vergangenheit stellenweise zu „konfrontativ geführt wurde und das Miteinander belastet hat. CDU und SPD haben daher vereinbart, die künftige Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage des gegenseitigen Respekts und einer sachorientierten Diskussionskultur zu stellen.“
Michael Franz Burgemeister, Vorsitzender der CDU Siegburg sagt: „Wir gehen diese Gespräche mit einem klaren Anspruch an: Verantwortung für Siegburg zu übernehmen und unsere Stadt gemeinsam verlässlich weiterzuentwickeln. Die bisherigen Gespräche haben gezeigt, dass es eine tragfähige Basis für eine Zusammenarbeit gibt. Gleichzeitig ist uns wichtig, unterschiedliche Positionen offen und lösungsorientiert zusammenzuführen.“
Michael Korsmeier, Vorsitzender der SPD Siegburg: „Ein wesentlicher Bestandteil der bisherigen Abstimmungen war die Verständigung auf eine neue, zukunftsorientierte politische Kultur für Siegburg. CDU und SPD haben vereinbart, ihre Zusammenarbeit auf ein festes Fundament aus gegenseitigem Respekt und konsequenter Sachorientierung zu stellen. Ziel ist es, durch ein faires und vertrauensvolles Miteinander die Handlungsfähigkeit des Rates nachhaltig zu stärken und eine verlässliche, transparente Politik für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.“
CDU und SPD haben im Stadtrat von Siegburg mit 29 Mandaten eine satte Mehrheit bei insgesamt 44 Sitzen
Die meisten Stimmen, aber nicht die Mehrheit, bekam die CDU in Siegburg bei der Kommnalwahl am 14. September 2025. 33,50 Prozent lautete ihr Ergebnis. Die SPD kam auf 32,94 Prozent. Bürgermeister Stefan Rosemann (SPD) gewann dann am 28. September mit 65,8 Prozent die Stichwahl gegen Harry Schulz (CDU), der auf 34,2 Prozent kam.
Von den 44 Sitzen im Stadtrat fallen auf die CDU 15 Mandate, auf die SPD 14. Damit haben diese Parteien mit 29 Ratsmitgliedern eine deutliche Mehrheit. Drittstärkste Kraft sind die Grünen mit 11,35 Prozent, 5 Sitze, gefolgt von der AfD mit 10,64 Prozent, 5 Sitze.

