Rhein-Sieg-Kreis„Siegtal pur“ wird 2024 auf 90 Kilometer gekürzt – Absage aus Siegen

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Mehrere Fahrradfahrer fahren auf einer für Autos gesperrten Straße.

Seit 1996 gibt es den beliebten Fahrradtag „Siegtal pur“. Dieses Foto wurde 2014 bei Stadt Blankenberg gemacht.

Überraschend hat der Kreis Siegen-Wittgenstein die Beteiligung an „Siegtal pur“ abgesagt. Der Grund sind Sparmaßnahmen im Haushalt des Kreises.

Der Fahrradtag „Siegtal pur“ fällt zum Teil dem Rotstift zum Opfer. Am Sonntag, 7. Juli, können Radlerinnen und Radlern zwar wieder auf autofreien Straßen entlang der Sieg in die Pedale treten, aber nur noch auf einer Strecke von 90 Kilometern.

Verzichtet werden muss aufs Radeln am Oberlauf der Sieg, weil sich der Kreis Siegen-Wittgenstein dieses Jahr nicht an „Siegtal pur“ beteiligt. „Nach Sparbeschlüssen des Kreistages stehen die notwendigen Mittel zur Durchführung beim Touristikverband Siegen-Wittgenstein nicht mehr zur Verfügung“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Siegener Kreishaus.

„Siegtal pur war ein Leuchtturm, mit dem die drei Kreise entlang der Sieg das Siegtal gemeinsam touristisch beworben haben“, stellt Landrat Andreas Müller fest. Er bedaure es zutiefst, aus dieser Kooperation aussteigen zu müssen. Der Kreistag habe im Februar den Haushalt für 2024 mit Kürzungen beschlossen, deren Auswirkungen die Kreisverwaltung zunächst habe analysieren müssen.

„Darauf folgten Rücksprachen mit den Fraktionen, welche Vorhaben nicht mehr durch den Kreis finanziert werden sollen“, so Müller. Gespräche mit der Stadt Siegen hätten gezeigt, dass auch diese größte an „Siegtal pur“ beteiligte Kommune in Siegen-Wittgenstein nicht das nötige Geld aufbringen könne. Müller: „Am Ende bleibt uns leider nur die Absage.“

Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster bedauert Absage nach Jubiläumsjahr

Bedauernde Worte kommen auch aus dem Kreishaus in Siegburg. „Im letzten Jahr durfte ich die 25. Ausgabe von Siegtal pur begleiten und war begeistert“, so Landrat Sebastian Schuster. Die Absage von Siegen-Wittgenstein habe überrascht. Aktuell befinde man sich in den Vorbereitungen für die Veranstaltung. „Wir suchen gemeinsam mit den Akteuren der Region nach Lösungen und werden dazu unterschiedliche Varianten prüfen“, teilte Regina Rosenstock, Wirtschaftsförderin des Rhein-Sieg-Kreises, mit.

1996 hatte der beliebte Fahrradtag „Siegtal pur“ Premiere mit einer 50 Kilometer langen Strecke von Siegburg bis Windeck-Schladern. Das von der damaligen Siegtal-Tourismus-Kooperation mit den Kommunen Siegburg, Hennef, Eitorf und Windeck initiierte Event fand großen Zuspruch. Zu Tausenden schwangen sich Groß und Klein Jahr für Jahr aufs Rad.

Und die autofreie Strecke wurde verlängert. 2003 kam der Sieg-Abschnitt im Kreis Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) dazu und ein Jahr später der Kreis Siegen-Wittgenstein mit der Möglichkeit, sogar von der Siegquelle aus zu starten. Zwischen Siegburg und Netphen war eine 130 Kilometer lange Route „Siegtal pur“ gewidmet. Nach der Absage des Kreises Siegen-Wittgenstein steht nach Angaben der Rhein-Sieg-Kreisverwaltung nur noch eine Strecke von rund 90 Kilometern zur Verfügung, im Osten ende diese im rheinland-pfälzischen Mudersbach.

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