Die städtischen Zuschüsse werden auf dem Niveau von 2025 festgeschrieben.
Auf Antrag der FDPFreie Träger in Troisdorf müssen ab 2027 mit weniger Geld auskommen

Zuschüsse für einige freie Träger in Troisdorf werden auf dem Niveau von 2025 gedeckelt. Das gilt auch für das Jugendzentrum Bauhaus in der Innenstadt
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Mit städtischen Zuschüssen auf dem Niveau von 2025 sollen freie Träger der Jugendhilfe in Troisdorf in Zukunft auskommen. Das sieht auf Antrag der FDP/UWG-Fraktion der Doppelhaushalt 2026/27 vor, der jetzt im Hauptausschuss beraten wurde. Dort votierten CDU, AfD und FDP für die neuen Ansätze; SPD und Grüne stimmten dagegen. Die endgültige Entscheidung fällt im Stadtrat am 5. Mai.
Die freiwilligen Leistungen der Stadt müssten angesichts der wirtschaftlichen Lage priorisiert werden, hatten die Liberalen ihren Vorstoß begründet: Eine Kürzung solle es nicht geben, aber auch keine Erhöhung und daher ein Festschreiben auf dem Niveau von 2025.
FDP: Freiwillige Leistungen in Troisdorf müssen priorisiert werden
Das Jugendzentrum Bauhaus am Pfarrer-Kenntemich-Platz in der Innenstadt soll demnach jährlich 250.000 Euro statt 282.000 Euro – wie für 2026 von der Verwaltung im Entwurf angesetzt – bekommen, der Zuschuss an die Jugendbegegnungsstätte Brunnenstraße im Altenforst entsprechend solll von rund 400.000 auf 358.000 Euro begrenzt werden. Im Falle des Abenteuerspielplatzes in Sieglar bedeutet das ein Minus von 12.800 Euro gegenüber dem Entwurf.

Zuschüsse für einige freie Träger in Troisdorf werden auf dem Niveau von 2025 gedeckelt. Jugendbegegnungsstätte Brunnenstraße, Träger ist der Verein Hotti aus Sankt Augustin
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Umzusetzen wäre diese Begrenzung der Zuschüsse frühestens ab der Mitte des kommenden Jahres, erklärte die Verwaltung: Die Verträge mit den Freien Trägern müssten dafür gekündigt werden. Und das sei erst nach der Ratssitzung Anfang Mai mit einer Frist von zwölf Monaten möglich – im Zweifelsfall also zum 1. Juli 2027. Bis dahin würden die bisherigen Zuschüsse bezahlt. Für die Zeit danach, so die Erste Beigeordnete Tanja Gaspers, müssten die tatsächlichen Zuschüsse neu ausgehandelt werden.
„Ideal wäre eine Deckelung auf der Basis von 2025“, sagte Tobias Kollmorgen (FDP) auf Anfrage der Redaktion. „Wenn die Vertragslage etwas anderes hergibt, ist das auch okay“. Wichtig sei, „ein Angebot der freien Träger und der Stadt zu erreichen, das perfekt aufeinander abgestimmt ist.“
„Es geht nicht um einen Kahlschlag“, verteidigte Tobias Kollmorgen den Antrag seiner Fraktion. Vielmehr wollten die Liberalen Verwaltung und Träger „an einen Tisch bringen und schauen, was ist zwingend notwendig“. Städtische Angebote und die der freien Träger sollten „besser verzahnt“ und beispielsweise die Öffnungszeiten abgestimmt werden.
Das fällt uns mittel- oder langfristig auf die Füße
Dass für die Änderung der Zuschüsse die Verträge mit den Trägern gekündigt werden müssen, habe er „nicht als Drohung“ empfunden, unterstützte Friedhelm Herrmann für die CDU den Antrag. Wie bei der Krankenversicherung liefen auch in Troisdorf die Kosten aus dem Ruder. Es bestehe die Notwendigkeit, zu sparen.
„Ein starkes Stück“ nannte indes der Grünen-Politiker Thomas Möws den Antrag. Die Verwaltung habe die Ansätze im Haushaltsentwurf nicht umsonst in dieser Höhe berechnet. „Das ist gut investiertes Geld“, warb auch René Wirtz (SPD) dafür, dem Antrag der FDP/UWG-Fraktion nicht zu folgen. Die Kosten stiegen an; eine Festschreibung der Zuschüsse auf den Stand von 2025 sei nur möglich, wenn man die Angebote reduziere. Und das, so Wirtz, „fällt uns mittel- oder langfristig auf die Füße“.
