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BuchprojektFriedenstiere flattern durch Troisdorfer Museum – Ausstellung bis April

3 min
Eine Frau mit blonden Locken steht neben einer Museumswand mit gerahmten Illustrationen.

"Kennst du schon das Friedenstier?" heißt die neue Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem; Museumsleiterin Dr. Pauline Liesen stellte sie vor.

Das Bilderbuchmuseum zeigt alle Einreichungen für das Buchprojekt, 140 Kreative haben Illustrationen oder Texte geliefert.

Die Ausstellung ist eine Ausnahme im Programm des Bilderbuchmuseums Burg Wissem: „Wir haben gemacht, was wir sonst nicht tun“, sagte Dr. Pauline Liesen, die Leiterin des Museums in Troisdorf. „Wir haben uns auf ein Buch konzentriert.“ Die dennoch große Vielfalt, die in der ersten Etage des Herrenhauses gezeigt wird, liegt im Konzept des Buches: 114 Illustratorinnen und Illustratoren haben die Frage „Kennst du schon das Friedenstier?“ auf künstlerische Weise beantwortet.

Eine Zecihnung eines Vogels im Anzug und mit Aktentasche.

Zuversichtlich scheint der Beitrag von Mehrdad Zaeri zu Buchprojekt und Ausstellung.

„Mit Stift und Flügeln für den Frieden“ lautet der Untertitel des bei dtv erschienenen Buchs „Das Friedenstier“. Die Idee hatten im Herbst 2023 die Künstlerinnen Friederike Ablang, Merle Gollo und Sabine Kranz – 2023 mit dem Troisdorfer Bilderbuch ausgezeichnet – angesichts des Kriegs in der Ukraine, der damals schon fast zwei Jahre tobte, und des gerade blutig eskalierten Konflikts im Nahen Osten. „Was kann man als einzelner Mensch für den Frieden tun?“ fragten sie sich – und baten Kolleginnen und Kollegen um Mithilfe: Jeder und jede sollte ein eigenes Friedenstier zeichnen, angelehnt an das schon in der Bibel beschriebene Bild der Friedenstaube.

Der Erlös aus dem Projekt unterstützt Ärzte ohne Grenzen

Schnell wurde klar, dass aus dem eigentlich für Instagram geplanten Projekt ein Buch werden würde: Texte sollten die Illustrationen ergänzen, vor allem aber sollte das Vorhaben auch Geld für die Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen“ einspielen – beides auf Social Media nicht zu verwirklichen. Schon am Jahresende 2023 lag eine Vielzahl an Illustrationen und Texten vor.

Die Zeichnung einer geflügelten Maus, die auf einer antiken Säule sitzt und nach unten schaut.

Hoch oben sitzt Jutta Bauers Maus und blickt dem Friedenszweig hinterher.

Mit Texten und Bildern haben rund 140 Kreative zum Gelingen beigetragen. Der dtv-Verlag erklärte sich bereit, das Buch zu produzieren, das im Jahr 2025 in erster Auflage erschien. Diese 5000 Exemplare sind schon verkauft, die zweite Auflage wurde bereits ausgeliefert. Eine erste Spende von 17.000 Euro wurde an die Ärzte ohne Grenzen übergeben.

Friederike Ablang hatte schon zuvor ein Skizzenbuch angelegt, in das sie befreundete Kolleginnen und Kollegen ihr Bild der Friedenstaube zeichnen ließ. Für das geplante Projekt kamen nun auch andere Tiere ins Spiel. Einzige Vorgabe der Initiatorinnen: Flügel musste das Tier haben und etwas Grünes im Schnabel oder Maul halten, das Zeichen für Hoffnng und Leben.

"Kennst du schon das Friedenstier" heißt die neue Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in troisdorf

"Kennst du schon das Friedenstier" heißt die neue Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in troisdorf

„Am Ende gewinnt immer das Licht“, verspricht denn auch Mehrdad Zaeri, der einen Vogel im Anzug und mit Aktentasche gezeichnet hat, den Olivenzweig lässig im Schnabel. Skeptischer scheint Jutta Bauer zu sein: Sie hat eine kleine geflügelte Maus auf eine antike Säule gesetzt, die betreten dem Olivenzweig hinterherblickt, der, für sie unerreichbar, zu Boden segelt.

Ausgesprochen skeptisch lässt Svenja Kretschmer ihre Stadttaube zwischen Zigarettenkippen und Flaschendeckel dreinblicken. Den Kosmos der Friedenstiere bevölkern aber auch geflügelte Fische, Bären, Schnecken oder Biber, Bären oder Drachen. Es sind, so Pauline Liesen, „auch Bilder, die lächeln lassen“. Denn: „Frieden ist freundlich – wenn man ihn hat.“

In Worten beschreibt Anne-Kathrin Behl das Friedenstier, das sie sich wünscht. Das flöge dann umher und ließe den Hass verschwinden, so die Autorin. Riesig und mächtig wäre das Tier nicht, im Gegenteil. „Es wäre ganz klein, man müsste es pflegen: mit Liebe und Freiheit – so sollte es gehen – erst dann wird es groß und auch endlich gesehen.“