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Tropen Air in TroisdorfHochkaräter schließen Reihe ab – Nur mäßiges Besucherinteresse

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Zum Abschluss des Tropen Air stand mit der Band "Die Nerven" ein echter Hochkaräter auf der Bühne. 

Troisdorf – Mit einem Doppelkonzert endete die diesjährige Reihe Tropen Air an der Freilichtbühne der Troisdorfer Stadthalle. Gegensätzlicher hätte die Musik von „Maya’s Answer“ und „Die Nerven“ nicht sein können, gleichwohl hatte sie vieles gemeinsam. Etwa die unbändige Lust der insgesamt fünf Musiker an ihrem Tun und eine innige Überzeugung von ihrem Genre. Wenngleich sich diese Lust unterschiedlich entlud.

Bei „Maya’s Answer“ standen eher ruhige und feinnervige Soundcollagen im Vordergrund. Deren prägendes Element war der perfekte Umgang des Duos mit den sogenannten Loops. Dabei werden Tonfolgen, Melodielinien oder Basssequenzen elektronisch zu Endlos-Schleifen zusammengeführt: entweder vorher oder direkt live zu Beginn der jeweiligen Stücke. Solche Loops sind dann das Klangfundament, auf dem live gespielt wird.

Stuttgarter Band „Die Nerven“ stiegen von Null auf Hundert ein

Das beherrschten Gitarrist Philipp Wisser und Schlagzeuger Hanno Poths sehr versiert. So entwuchsen ihren dezenten und zunächst klar strukturierten Anfängen nach und nach große und klangschöne Bilder, die sich sinfonisch verdichteten. Wobei beide Musiker einander viel Raum gaben, so dass jeder sein Instrument virtuos ausspielen konnte.

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Maya's Answer standen zum Abschluss der Konzertreihe in Troisdorf auf der Bühne.

„Die nerven“: Das traf für den Auftritt der Stuttgarter Band „Die Nerven“ beileibe nicht zu. Von Null auf Hundert stieg das Trio ein. Fulminant, mit einer live selten zu hörenden Präzision und mit einer Rasanz, dass es einem die Sprache verschlug. Barfuß erklomm Kevin Kuhn seinen Schlagzeughocker. Mag sein, dass diese Erdverbundenheit mit ausschlaggebend für sein genaues Spiel war, dass selbst bei den wildesten gestischen Eskapaden des Drummers mit Armen und Kopf nicht ins Wanken kam.

Mitreißend war die Klangfülle und die sich immer wieder aus den wilden Riffs von Bass Julian Knoth und Gitarrist Max Rieger herausschälenden Melodien von Stimmen und Saiten. Ja, laute Musik kann sehr schön sein. Auch weil das technische Vermögen jedes Einzelnen sicherstellte, dass bei aller Wildheit die klaren Strukturen nie verlassen wurden und Platz war für viele Reverenzen an Black Sabbath, Grand Funk Railroad und andere.

Troisdorf: Besucherinteresse beim TropenAir ließ „zu Wünschen übrig“

Da gab es auch viel Beifall von Gästen, die – wie sie einräumten – Rock und Punk eher nicht zugetan sind. Den Fans des lauten Genres machte Organisator Frank Baquet auf jeden Fall ein großes Geschenk mit „Die Nerven“. In musikalischer Hinsicht fällt Baquets Bilanz nach sieben Konzerten „überaus positiv“ aus.

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„Nach den eher jazzlastigen Programmen der Vorjahre waren wir diesmal breiter aufgestellt“ so Baquet. Was „sehr gut angenommen“ worden sei. Gleichwohl habe das Besucherinteresse „zu wünschen übrig gelassen“. Was in der Tat nicht nachzuvollziehen ist.

Durch die Bank hatten die Veranstalter Bands und Solisten verpflichtet, die national und international erfolgreich auf großen Bühnen spielen. In Troisdorf verpassten also einige die Chance, viel Gutes geboten zu bekommen, und das auch noch gratis.