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„Wenn nicht jetzt, wann dann?“Für Spich II und Inter Troisdorf zählt nur der Aufstieg

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Tim Keil

„Königstransfer“ Tim Keil (rechts) vom SV Allner-Bödingen.

Fünf Neulinge, zwei Topfavoriten und ein „Königstransfer“: In unserer großen Saisonvorschau nehmen wir die Fußball-Kreisliga A unter die Lupe, inklusive Bildergalerie. 

Die Fußball-Kreisliga A wirft vor dem Saison-Auftakt am 30. August ihre Schatten voraus. In unserer großen Saisonvorschau nehmen wir die wichtigsten Fakten genau unter die Lupe.


Das Starterfeld: Auch in der Spielzeit 2026/27 gehen 16 Mannschaften ins Rennen. Fast ein Drittel der Teams wurde im Vergleich zur Vorsaison ausgetauscht: Während die SF Troisdorf 05 (Meister) und der SV Bergheim (Vizemeister) künftig in der Bezirksliga starten, mussten der TuS 05 Oberpleis II, Umutspor Troisdorf und der TuS Winterscheid den bitteren Gang in die B-Klasse antreten. Neu dabei sind der Bezirksliga-Absteiger Wahlscheider SV sowie das Aufsteiger-Quartett um die SF Aegidienberg, Uckerath II, Adler Meindorf und den TuS 07 Oberlar.


Die Aufsteiger: Keiner der vier Aufsteiger betritt Neuland, doch der FC Adler Meindorf ist nach einer gefühlten Ewigkeit zurückgekehrt: Zuletzt spielte der Verein vor 17 Jahren im Kreisliga-Oberhaus. Sportchef Frank Sieberz spricht von einer „Riesensache. Unser erst 2025 entworfener Drei-Jahres-Plan wurde vorzeitig in die Tat umgesetzt.“ Ein großer Vorteil könnte der Naturrasen sein: „Viele Gegner werden es hassen, im Adler-Park spielen zu müssen.“ Den SF Aegidienberg trauen nicht wenige eine Top-Platzierung zu, schließlich rauschten Michel Alexander Schülgen (35 Treffer, 24 Assists) und Co. mit 110:23-Toren regelrecht zur B-Liga-Meisterschaft. „Meine Jungs geben von der ersten bis zur letzten Sekunde alles“, betont Trainer Sebastiano Ferro. „Das zeichnet uns aus.“


Die Toptransfers: Den Königstransfer schlechthin landete der SV Allner-Bödingen. Nur wenige Tage nach dem Last-Minute-Klassenerhalt präsentierte der Verein mit Tim Keil (26) einen Zugang, der in den vergangenen zwei Spielzeiten 54 Mittelrheinliga-Einsätze für Siegburg 04 verbucht hatte. Coach Sascha Harnischmacher beschreibt den Stürmer als „Glücksgriff. Tim ist der geborene Leader.“ Kurz vor dem Saisonstart landete der SVA den nächsten Coup, indem man den Ex-Hennefer und Regionalliga-erfahrenen Abwehrspieler Aron Andreasson (26) verpflichtete.

Auch Murat Kir bewies ein goldenes Händchen: Mit Michael Fischer wechselte der Torschützenkönig der Vorsaison (35 Treffer) aus Winterscheid zum TFC Inter Troisdorf. „Dass wir ihn von seinem Heimatverein loseisen konnten, macht mich sehr stolz“, so der Vorsitzende. In den letzten fünf Spielzeiten (vier davon in der B-Klasse) verbuchte der 30-jährige Zugang mehr Tore (161) als Einsätze (125). Der TuS Mondorf II verstärkte sich indes mit einem Hochkaräter aus der eigenen „Ersten“: Jonathan Partheil (27) soll nach 95 Landesliga-Einsätzen zum Dreh- und Angelpunkt werden.


Die Topfavoriten: Die Experten sind sich einig: Der Aufstieg führt nur über Spich II und Inter Troisdorf. „Wenn nicht in dieser Saison, wann dann?“, antwortet selbst der Spicher Coach André Becker auf die Frage nach der eigenen Aufstiegschance. Trotz des Abgangs von Tim Klein, Timo Prodöhl (Tor), Marlon Kievernagel und Philip Weidlein besitze man einen „Topkader. Da kann es für uns nur um Platz eins gehen.“ Forsche Töne kommen auch aus Troisdorf. „Für uns zählt nur der Aufstieg“, betont der neue Inter-Trainer Sven Bockrath. „Dafür hat man mich geholt.“ Zudem verstärken Fischer, Marvin Reitz, Emrullah Celikpence, Oguzhan Dagdelen, Armend Kastrati und Argjend Shabani sowie das Torhüter-Duo um Thomas Schneider und Patrick Bluhm das Team.


Der Geheimfavorit: Auch der FC Kosova wittert seine Chance. Die Elf von Trainer Behar Prenku lag in der Vorsaison lange Zeit auf Kurs, doch seit dem Wechselfehler im Duell beim 1. FC Niederkassel II (und dem damit verbundenen Drei-Punkte-Abzug) lief nicht mehr viel zusammen. Trotzdem wurde man am Ende immerhin Dritter. Die Zugänge Florent Berisha, Endrit Gervalla, Leonard Gllozhnja und Bledon Prenku nähren die Zuversicht auf eine erfolgreiche Saison. Sollten die beiden Topfavoriten patzen, könnte der FC Kosova der lachende Dritte werden.


Die Wundertüte: Nach 15 Jahren musste der Bezirksliga-Dino Wahlscheider SV den Gang nach unten antreten. Mit Denis Derevjanko, Kevin Köller und Andre Jung sagten drei Routiniers Ade, letzterer wechselte zum Mittelrheinligisten Neunkirchen-Seelscheid. Während Marcus Rößler künftig als Reserve-Spielertrainer fungiert, hingen Frank Demmer (Tor), Max Feldner und Max Klink allesamt ihre Fußballschuhe an den Nagel.

Wir peilen in erster Linie eine ruhige Saison an
Guido Radermacher, Sportchef des Wahlscheider SV

Dafür rückten die U-19-Spieler Nico Kämpfer, Alian Tischer, Luca Finn Hennes und Adrian Paich (Tor) auf. Hinzu kommen Oleg Eckert (22, eigene Reserve) und Torhüter Christian Malter (30, Birk). „Wir peilen in erster Linie eine ruhige Saison an“, meint Sportchef Guido Radermacher. Fakt ist: Das Mittelfeld um Luis Lehnen, Marius Mylenbusch, Marc Radermacher, Maxim Teichrieb, Jonathan Weppler und den spielenden Co-Trainer Juri Landgraf sucht in dieser Liga seinesgleichen. Ein Mittelfeld, das für Furore sorgen kann.


Die neuen Trainer: Inter-Vorsitzender Kir holte Trainer Bockrath nur aus einem Grund: „Er weiß, wie Aufstieg geht. Schließlich hat er mit Lohmar (2022 in die Bezirksliga, Anm. d. Red.) und Winterscheid (2025 in die A-Liga, Anm. d. Red.) bereits den Sprung nach oben geschafft.“ Beim FSV Neunkirchen-Seelscheid II ersetzte Kosta Pentazidis (49) Trainer-Jungspund Marvin Müller (32). „Wir hatten das Gefühl, dass der Mannschaft ein erfahrener Coach guttut“, so FSV-Sportchef Jan-Henrik Heinen.

Denny Dinauer übernimmt beim SC Uckerath II

Der SV Müllekoven ließ nach dem freiwilligen Abschied von Ahmet Cansiz derweil mit der Verpflichtung von Gerrit Pirotte aufhorchen; er hatte den Stadtrivalen SV Bergheim in der Vorsaison zum Aufstieg in die Bezirksliga geführt. Im Lager des SC Uckerath II musste man ebenfalls reagieren, denn Chefcoach Stephan Sterzenbach hatte bereits Wochen vor dem besiegelten Aufstieg seinen Abgang im Sommer verkündet. Mit Denny Dinauer (39) präsentierte der SCU einen Nachfolger, der zuletzt die Fußballerinnen des SV Rengsdorf (Rheinlandliga) betreute. Ganz heimlich, still und leise vollzog RW Hütte einen Wechsel auf der Trainerbank: Mit Lars Lohner folgte der bisherige Co-Trainer auf Alija Zahirovic.


Die Prognose: Alles deutet auf einen Titelzweikampf zwischen den selbst ernannten Favoriten Inter Troisdorf und 1. FC Spich II hin. Um den Klassenerhalt müssen wohl viele Vereine bangen, denn die Liga ist ausgeglichener denn je. Wer den vier Aufsteigern die Hauptrolle im Abstiegskampf zuschreibt, dürfte sich gewaltig irren. Die 16 A-Liga-Teams: Wahlscheider SV, Niederkassel II, 1. FC Spich II, Birk, Inter Troisdorf, Neunkirchen-Seelscheid II, TSV Wolsdorf, Allner-Bödingen, Hütte, Müllekoven, FC Kosova Sankt Augustin, TuS Mondorf II, SF Aegidienberg, SC Uckerath II, Meindorf, TuS Oberlar.


1. Spieltag (30. August): 1. FC Niederkassel II – SF Aegidienberg, SC Uckerath II – 1. FC Spich II, TuS 07 Oberlar – TuS Birk, TFC Inter Troisdorf – FSV Neunkirchen-Seelscheid II, TSV Wolsdorf – SV Allner-Bödingen, RW Hütte – Wahlscheider SV, SV Fortuna Müllekoven – FC Adler Meindorf, FC Kosova – TuS Mondorf II.