Der Fußball-A-Ligist bezwingt den Landesligisten mit 2:1 – und ist offensichtlich bereit für das ultimative Spitzenspiel am Sonntag bei den SF Troisdorf 05.
FSV verpasst „Finale daheim“SV Bergheim entthront Neunkirchen-Seelscheid

Jonas Lülsdorf und der SV Bergheim lassen sich im Duell mit dem FSV Neunkirchen-Seelscheid um Marc Schneider (am Ball) nicht abschütteln.
Copyright: Quentin Bröhl
Der Traum vom Titel-Hattrick ist geplatzt. Im Halbfinale des Fußball-Kreispokals verlor der Landesligist FSV Neunkirchen-Seelscheid überraschend beim A-Liga-Spitzenreiter SV Bergheim – und verpasste damit das „Finale daheim“. Stattdessen trifft der Titelverteidiger am 14. Juni auf der Sportanlage Breitscheid auf den Verlierer des zweiten Halbfinals zwischen dem A-Ligisten SF Troisdorf 05 und dem Bezirksligisten TuS 05 Oberpleis (2. April). Im Spiel um Platz drei geht es lediglich noch ums sportliche Prestige, denn alle vier Halbfinalisten haben bereits ihr Verbandspokal-Ticket für die nächste Saison gelöst.
Während der Bergheimer Trainer Gerrit Pirotte am Mittwochabend eine Lobeshymne auf seine Mannschaft sang („Das war ein perfekter Auftritt“), zeigte sich sein Gegenüber Christoph Gerlach bitter enttäuscht von der 1:2 (0:0)-Niederlage. „Ich habe heute einigen Spielern eine Chance gegeben sich zu zeigen – das ist leider in die Hose gegangen“, kommentierte der FSV-Coach die insgesamt neun Wechsel in der Anfangsformation im Vergleich zum jüngsten Liga-Match in Marialinden (4:0). „Diese Startelf wird so nie wieder auf dem Platz stehen.“ Ein Lob ging dafür an den Gegner: „Bergheim hat heute eine sehr starke Leistung gezeigt und uns große Probleme bereitet. Probleme, auf die wir leider keine Antwort gefunden haben.“

Co-Trainer Julian Huth (links) und Chefcoach Gerrit Pirotte vom SV Bergheim haben gut lachen.
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Die Gastgeber hatten tatsächlich sehr diszipliniert und kompakt agiert. Zudem setzte der SVB immer wieder Nadelstiche nach vorne. „Meine Jungs haben heute sämtliche Vorgaben umgesetzt. Auch die fünf Spieler von der Bank haben sich nahtlos eingefügt“, schwärmte Pirotte. Nach einer torlosen ersten Halbzeit drückte der SVB auf den Führungstreffer. Das 1:0 durch Florent Muja fiel keineswegs überraschend (62.). In der Folge versuchte es der Favorit vermehrt mit langen Bällen, doch diese waren leichte Beute für die Bergheimer Defensive.
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„In dieser Phase hätten wir unsere Konter noch besser nutzen und das 2:0 nachlegen können“, sagt Pirotte. Stattdessen hatte man Glück, dass FSV-Akteur Michael Hermanni per Distanzschuss nur die Latte traf (80.). Es dauerte bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit, ehe der eingewechselte Kastriot Kajtazi den erlösenden zweiten Treffer erzielte. Rico Heinen schlug zwar postwendend zurück (90./+3), doch es blieb beim 1:2.
Mut macht uns das Hinspiel in Bergheim, denn da waren wir die klar bessere Mannschaft
Mit dem Pokal-Coup im Rücken tritt der SV Bergheim am Sonntag (15.15 Uhr) zum ultimativen Spitzenduell beim direkten Verfolger SF Troisdorf 05 an. Um die körperlichen Strapazen macht sich Pirotte offensichtlich keine Sorgen: „Meine Mannschaft ist topfit und unser großer Kader groß genug, um die frischesten Spieler aufs Feld zu schicken. Dieser Pokalsieg verleiht uns in erster Linie Flügel.“ Mit einem Sieg könnte der Tabellenführer den Gegner auf vier Punkte distanzieren. SF-Trainer Denis Schorn nahm die Bergheimer am Mittwochabend persönlich unter die Lupe – und betont: „Auch wir haben eine starke Mannschaft mit ebenso starken Individualisten. Mut macht uns das Hinspiel (2:2, Anm. d. Red.), denn da waren wir die klar bessere Mannschaft. Ich rechne diesmal mit einem Duell auf Augenhöhe.“
Der Landesliga-Tabellenzweite aus Neunkirchen-Seelscheid will sich indes im Match gegen den abstiegsbedrohten SV Schlebusch (So., 15.45 Uhr) den Pokal-Frust von der Seele schießen. Darauf hofft wohl auch der 1. FC Spich, schließlich verbucht man nur drei Punkte Vorsprung vor den Leverkusenern. Die zuletzt zwei Mal in Folge siegreiche Mannschaft von Trainer Leonard Barth könnte ihrerseits dem FSV Schützenhilfe leisten, denn am Sonntag (15.30 Uhr) reist man zum Spitzenreiter GW Brauweiler.
SVB: Ates – Messaoud, Nura, Lülsdorf, Sterzenbach (70. Lehnert), Muja (78. Kajtazi), Mbungu Masaka (87. Huth), Rama (90. Kitz), Heitzer (59. Müller), Bach, Stein.
FSV: Stokowy – Hellwig, Orfgen (62. Diehl), Heinen, Helmann, Schneider, Lorbach (70. Stephan), Stephan (90. Busch), Tel (70. Simnonia), Hermanni, Mpozardenis (80. Dreilich).
SV Allner-Bödingen wirft Menden aus dem Pokal
Die Halbfinalisten im Frauen-Kreispokal stehen fest. Bereits in der Runde der letzten Acht trafen die einzigen beiden Mittelrheinligisten aufeinander, wobei sich der SV Allner-Bödingen in souveräner Manier gegen den Titelverteidiger SV Menden durchsetzte. Luzia Maria Marx (15.) und Lacona Wickert (49., 70.) schossen am Mittwochabend einen 3:0-Erfolg heraus, Gästespielerin Nele Lindlar sah wegen vermeintlichen Nachtretens noch die Rote Karte (75.).
Im Halbfinale am 22. April tritt der SVA nun beim A-Ligisten SC Uckerath an, während der Bröltaler SC (Bezirksliga) den TuS Birk (Landesliga) empfängt. Nur der Kreispokal-Champion qualifiziert sich direkt für den Cup-Wettbewerb auf Verbandsebene.
Viertelfinale: SC Uckerath – SpVgg Hurst-Rosbach 3:0, RW Hütte – TuS Birk 1:2, SV Eitorf – Bröltaler SC 0:1, SV Allner-Bödingen – SV Menden 3:0.

