Lars Radmacher hatte sich keine Hoffnung auf den Titel gemacht. Dann feierte ganz Bürvenich mit ihm beim Schützenfest.
SchützenfestBürvenicher wird König aus heiterem Himmel

Ein gelungenes Fest mit neuen Würdenträgern: Mit dem 70. Schuss sicherte sich Lars Radmacher den Titel des Schützenkönigs.
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Ohne viele Gedanken an den Ausgang des Wettbewerbs zu verschwenden, trat Lars Radmacher recht sorglos an den Schießstand heran. Gemeinsam mit sechs weiteren Mitbewerbern war er auf der Jagd nach dem begehrten Königstitel der Bürvenicher St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, doch wie er berichtete, machte er sich keine allzu großen Hoffnungen auf den Sieg.
„Ich bin eigentlich sehr schlecht im Schießen“, verkündete der 51-jährige lachend. Dennoch landete er mit dem 70. Schuss am Montagabend den entscheidenden Treffer, der den Königsvogel zu Fall brachte. „Ich weiß gar nicht, wie ich das überhaupt gemacht habe“, versuchte die neue Majestät ihre Gedanken zu sortieren.
Die Freudentränen flossen in Bürvenich später
Während Lars Radmacher das Geschehen noch verarbeitete, brachen die restlichen Mitglieder der Bruderschaft bereits in lautstarken Jubel aus und stürmten auf ihren neuen Schützenkönig zu, um ihm und seiner Ehefrau Karina Radmacher zu dem errungenen Platz auf dem Schützenthron zu gratulieren.
„Im Augenblick ist das alles für mich noch schwer zu begreifen“, so Radmacher. „Sobald die Überraschung erstmal verflogen ist, wird im Laufe des Abends aber sicher noch die ein oder andere Träne fließen.“ Sicher sei jedoch, dass dies alles Tränen der Freude sein werden.
Die Straßen waren grün-weiß geschmückt
Denn die gelebte Gemeinschaft innerhalb der Schützenbruderschaft nun als amtierender König in deren Mitte erleben zu dürfen, sei eine große Freude, die ihn das ganze Jahr über begleiten werde. Den Wert dieser angesprochenen Gemeinschaft, die sich auch weit über das Vereinsleben hinaus in das ganze Dorf erstreckt, konnten Mitglieder und Anwohner bereits am Wochenende miterleben.
Vom Ortseingang waren die Straßen quer durch den Zülpicher Ortsteil bis hinaus zur Schützenhalle mit grün-weißen Wimpeln behangen, die die Vorfreude aller beteiligten auf das Fest widerspiegelten. „Die Wimpel haben nicht wir von der Bruderschaft, sondern die Bürvenicher Anwohner aufgehängt“, lobte der stellvertretende Schriftführer Tobias Faßbender.
Ich glaube, wir haben noch nie so viele Zuschauer am Straßenrand erlebt wie bei unserem Festzug.
Wie er berichtete, lockte das Schützenfest zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Die Summer-Dance-Party am Samstagabend sei mit mehr als 1400 Gästen noch besser besucht gewesen als in den Vorjahren. „Ich glaube, wir haben noch nie so viele Zuschauer am Straßenrand erlebt wie bei unserem Festzug, und abends waren der Platz und das Festzelt auch immer voll“, so Faßbender.
Besonderen Grund zur Freude hatten neben Schützenkönig Lars Radmacher und Fabian Strick, der sich im Wettstreit um den Jungschützentitel gegen seine Mitbewerber durchsetzen konnte, sowie dem neuen König der Könige, Jörg Körtgen, auch einige Mitglieder, die für ihre langjährige Treue zur Bruderschaft ausgezeichnet wurden. Stefan Leisten, Jörg Olma und Peter Schmitz wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt, Ralf Kratz, Georg Schneider und Jan Strick durften sich über das Verdienstkreuz in Silber freuen. Johannes Küpper erhielt das St.-Sebastianus- Ehrenkreuz.
„Das ganze Wochenende hat wieder einmal gezeigt, wie eng ganz Bürvenich zusammenhält“, freute sich Tobias Faßbender. „Bei den Paraden, den Abenden im Festzelt und auch den Schießwettbewerben waren Hunderte Besucher hier auf dem Platz, haben gemeinsam gefeiert und uns wieder einmal ein tolles Schützenfest beschert.“
