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Schuss in MechernichViele Einsätze in der Silvesternacht im Kreis Euskirchen – Brand in Zülpich

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Das Bild zeigt einen Moment während der Löscharbeiten an der Römerallee in der Silvesternacht.

Rund 50 Einsatzkräfte waren bei dem Brand an der Römerallee in Zülpich im Einsatz. Dort hat es in einem leerstehenden Einfamilienhaus gebrannt.

42 Einsätze registrierte die Polizei in der Silvesternacht. Ein Autofahrer war in Mechernich mit 2,28 Promille unterwegs, in Flamersheim brannte ein Lost Place.

Die Euskirchener Polizei blickt auf eine arbeitsreiche Silvesternacht zurück. Zwischen dem Silvesterabend und dem Neujahrsmorgen mussten die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben insgesamt 42-mal zu Vorfällen mit Silvesterbezug ausrücken – das waren zehn Einsätze mehr als im Vorjahr.

Bereits am frühen Abend kam es in Mechernich zu einem gefährlichen Zwischenfall: Drei Unbekannte hielten sich vor einem Mehrfamilienhaus an der Nesselrodestraße auf. Einer von ihnen feuerte einen Schuss aus einer Schreckschusswaffe ab und warf anschließend Feuerwerkskörper auf die Fahrbahn. Als ein 35-jähriger Zeuge die Gruppe ansprach und zum Verlassen des Ortes aufforderte, wurde er bedroht. Die Unbekannten flüchteten mit zwei Fahrzeugen. Die Polizei ermittelt wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Bedrohung.

Mehrere Sachbeschädigungen durch Böller in Euskirchen

Auch in Euskirchen kam es zu mehreren Sachbeschädigungen durch Feuerwerkskörper. Gegen 21.50 Uhr warfen Unbekannte an der Neustraße Böller gegen Schaufenster, wodurch Glasscheiben beschädigt wurden. Nur kurze Zeit später, um 22.18 Uhr, wurde der Polizei zufolge an der Berliner Straße die gläserne Werbetafel eines Modegeschäfts durch einen Böller zerstört.

Gegen 1.40 Uhr beschädigte eine Explosion erneut Schaufensterscheiben und eine mobile Toilette an der Neustraße. Sogar Deckenstrahler an einem benachbarten Gebäude wurden laut der Polizei durch die Erschütterung aus ihren Fassungen gerissen.

Polizei kontrolliert in der Silvesternacht mehr als 60 Fahrzeuge

Insgesamt kontrollierte die Polizei in der Nacht mehr als 60 Fahrzeuge, ohne dabei schwerwiegende Verstöße festzustellen.

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich gegen 1.50 Uhr auf dem Mechernicher Stiftsweg. Ein 34-jähriger Autofahrer aus Schleswig-Holstein, der laut Polizei 2,28 Promille Alkohol im Blut hatte, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam von der Straße ab und überschlug sich. Das Auto blieb auf dem Dach liegen, der Fahrer und seine beiden Mitfahrer (18 und 21 Jahre) blieben unverletzt. Der Mann besaß keine gültige Fahrerlaubnis.

Zwei Männer aus Euskirchen mussten in der Silvesternacht in Gewahrsam genommen werden. Ein 36-Jähriger hatte trotz Platzverweis weiterhin unkontrolliert Pyrotechnik auf dem Klosterplatz gezündet. Kurz darauf wurde ein 59-Jähriger ebenfalls festgesetzt, nachdem er sich aggressiv gegenüber den Beamten zeigte und einen Platzverweis ignorierte.

Brände in Nöthen und Zülpich – Zeugen sehen Jugendliche vor Haus

Darüber hinaus rückten Feuerwehr und Polizei zu mehreren Bränden aus. In Bad Münstereifel brannte gegen 22.24 Uhr eine Gartenlaube an der Straße „Große Bleiche“ vollständig nieder. Der Schaden wird laut Polizei auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt. Personen kamen nicht zu Schaden.

Alles andere als ruhig startete das neue Jahr für die Zülpicher Feuerwehr. Gegen 0.13 Uhr brannte zunächst eine kleine Grünfläche an der Seestraße, nachdem dort Feuerwerkskörper gezündet worden waren. Anwohner konnten das Feuer aber noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr löschen.

Das Bild zeigt einen Mitarbeiter des THW Euskirchen, der einen Blick durch die Eingangstür wirft.

Ein Experte des THW begutachtete die Statik des alten Gebäudes.

Das Bild zeigt eine Feuerwehrfrau, die eine Bierbank für ihre Kameraden aufbaut.

Rund 50 Einsatzkräfte der Zülpicher Feuerwehr waren an die Römerallee ausgerückt. Für sie wurden Sitzgelegenheiten aufgestellt.

Gegen 1.20 Uhr meldeten Bewohner der Römerallee, dass ein Feuer in einem leerstehenden Einfamilienhaus ausgebrochen sei. Zeugen berichteten nach Angaben der Polizei, zuvor Jugendliche im Gebäude gesehen zu haben. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte bestätigte sich dies. Der Brand war aus noch ungeklärter Ursache im ersten Obergeschoss des Gebäudes ausgebrochen und fraß sich schnell in Richtung Dachstuhl durch.

Zunächst bekämpften die Feuerwehrleute unter der Leitung von Daniel Wachendorf die Flammen von innen und außen. Im Laufe des Einsatzes zog sich die Feuerwehr aber aus dem Haus, das nach Angaben von Zülpichs Bürgermeister Ulf Hürtgen denkmalgeschützt ist, zurück. Der Grund: Die Feuerwehr befürchtete, dass die Holzdecken einstürzen könnten.

Das Bild zeigt Einsatzkräfte, die den Einsatzort verlassen. Zwei von ihnen tragen eine Leiter.

Die Euskirchener Feuerwehr rückte zu einem Brand in der ehemaligen Kläranlage der Alten Lederfabrik in Flamersheim aus. Knapp 60 Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Entsprechend rückte ein Experte des Technischen Hilfswerks aus Euskirchen an. Der Fachberater erkundete zunächst mithilfe der Drehleiter das erste Obergeschoss von außen. Anschließend verschaffte sich der Statiker auch im Erdgeschoss einen Überblick. Sein Fazit: Einsturzgefährdet ist das Gebäude nicht. Das Deutsche Rote Kreuz rückte ebenfalls zur Römerallee aus, um die gut 50 Einsatzkräfte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit warmen Getränken zu versorgen. Auch Zülpichs Bürgermeister Hürtgen verbrachte mehrere Stunden an der Einsatzstelle und suchte das Gespräch mit den Einsatzkräften.

Bereits am Nachmittag war die Euskirchener Feuerwehr in der Nähe der alten Lederfabrik in Flamersheim im Einsatz. Dort hatte nach Angaben von Daniel Schwarz, Pressesprecher der Euskirchener Feuerwehr, ein Spaziergänger eine Rauchsäule über der ehemaligen Kläranlage der Lederfabrik entdeckt.

Wie Schwarz berichtete, brannten dort Müll und anderer Unrat. Warum das Feuer im Treppenhaus ausgebrochen war, ist noch unklar. Nach Angaben von Schwarz waren der komplette Löschzug 3 sowie die Löschgruppe Stotzheim und die hauptamtlichen Kräfte im Einsatz. Insgesamt waren rund 60 Feuerwehrleute in der Nähe des Campus Flamersheim vor Ort.